Für Nemec (r.) und Wachtveitl heißt es Abschied nehmen

“Unvergänglich”: Batics und Leitmayrs letzter “Tatort”-Fall

Dienstag, 31. März 2026 | 09:33 Uhr

Von: APA/dpa

Beim München-“Tatort” endet eine Ära: ORF 2 zeigt den allerletzten Fall mit den Ermittler-Legenden Franz Leitmayr und Ivo Batic namens “Unvergänglich” in zwei Teilen: Am Ostersonntag um 21.55 Uhr und am Ostermontag um 20.15 Uhr. Die Schauspieler Udo Wachtveitl (67) und Miroslav Nemec (71) sind dann zum letzten Mal in den Paraderollen zu sehen, die ihnen auch in Österreich Bekanntheit verschafft haben. Die Schauspieler standen in 35 Jahren für 100 Folgen vor der Kamera.

Zur Feier des Abschieds gibt es auch noch eine Dokumentation über die beiden: “Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus” ist am Ostermontag um 22.50 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Ermitteln im (Un)-Ruhestand?

In ihrem letzten Fall müssen die Ermittler den Fall einer verbrannten Frauenleiche aufklären, die in einem U-Bahnschacht tief unter der Stadt gefunden wird. Dabei müssen sie sich beeilen. Sie steuern nämlich – wie im echten Leben – hart auf ihre Pension zu und haben nur vier Tage Zeit, um den Fall zu lösen. Ob das reicht? Oder müssen die beiden auch noch im Ruhestand weitermachen?

Dabei gibt es auch kleine Auftritte langjähriger Weggefährten wie der Schauspieler Lisa Wagner und Michael Fitz, die früher Kollegen der beiden Kult-Ermittler spielten. Das stellt die Dramaturgie zwar ziemlich auf die Probe und wirkt zuweilen etwas sehr angestrengt, ein netter Zug ist es aber doch, die lange Geschichte der beiden Ermittler, die im Film keinen großen Abschied wollen, fast beiläufig zu zelebrieren.

Ermittlergeschichte älter als Assistent Kalli

Die Geschichte von Nemec und Wachtveitl als Batic und Leitmayr ist nämlich durchaus beeindruckend. Sie geht zurück in das Jahr 1991 und ist damit älter als der 1993 geborene Schauspieler Ferdinand Hofer, der seit mehr als zehn Jahren den Assistenten Kalli spielt.

“Die Mauer war so gerade gefallen, als der BR uns für wenigstens sechs Folgen verpflichten wollte. Das war uns viel zu lang, viel zu unübersichtlich. Man einigte sich auf das berühmte “Jetzt-schau’n-mer-mal”, die lebenspraktische Essenz eines erst kürzlich verschiedenen großen Münchner Philosophen, auch ein Franz”, sagte Wachtveitl, nachdem der BR das Aus für die Ermittler verkündet hatte. “Und dann haben wir geschaut, über dreißig Jahre lang. Die Zuschauer auch, zum Glück.”

Erster Fall 1991: “Animals”

Als die Kommissare am Neujahrstag 1991 zum ersten Mal in der Episode “Animals” auf den Bildschirmen erschienen, las Batic im Auto Kontaktanzeigen vor und sang “Only You”. Leitmayr krümelte inzwischen den Beifahrersitz voll und knutschte mit seiner Freundin.

Der Film zeigte sie damals nicht etwa – wie das oft bei neuen “Tatort”-Kommissaren der Fall ist – an ihrem ersten Arbeitstag, sondern sie waren bereits Münchner Kommissare und Kollegen, so als seien sie das schon immer gewesen. Und so dürfte es sich für eine ganze Fernsehgeneration heute auch anfühlen. Aus den Berufsjugendlichen von damals sind längst die grauen “Tatort”-Eminenzen schlechthin geworden. Dutzende Fälle rund um “Liebe, Sex und Tod” (1997), “Starkbier” (1999), den “Viktualienmarkt” (2000) und “Die letzte Wiesn” (2015) folgten auf “Animals”.

Von Rio Reiser bis Rudolph Moshammer

Sieben Assistenten, darunter Michael Fitz als Carlo Menzinger, haben die Kommissare dabei verschlissen. Und es gab auch bemerkenswerte Gastauftritte – darunter Rio Reiser, Bela B. von den Ärzten, Rudolph Moshammer, Karl Moik und Die Toten Hosen. Für die letzte Folge, bei deren Dreh in der letzten Mittagspause am Set in München “Time To Say Goodbye” aus den Lautsprechern dröhnte, haben die Filmemacher das vielleicht wichtigste Requisit aus der ersten Folge, einen roten Porsche, den Leitmayr in jungen Ermittler-Jahren fuhr, wiederbelebt.

Und sterben sie doch?

Dass die beiden zusammen gehen, scheint stets ausgemachte Sache gewesen zu sein, zu sehr waren sie über die Jahre verbunden. Eine der letzten Szenen, die Wachtveitl und Nemec drehten, fand also in dem gleichen Auto statt, das schon in ihrer ersten Folge eine Rolle spielte. So schließt sich der Kreis.

Zuvor hatten sie sich einen Abgang gewünscht, der zu ihnen passt und nicht allzu dramatisch ist. “Wir haben uns gewünscht, dass sie leben, also dass sie Freude am Leben haben und deswegen haben wir gesagt, das müsste nicht sofort zum Tod führen, letal werden. Aber das steht dann immerhin noch der Redaktion zu. Und es kann immer noch Überraschungen geben”, hatte Nemec beim Dreh der letzten Folge gesagt.

Die Nachfolger der “Tatort”-Legenden stehen schon in den Startlöchern: Ferdinand Hofer, als Kalli Hammermann inzwischen vom ewigen Assistenten zum Kommissar aufgestiegen, ermittelt nun an der Seite von Carlo Ljubek als SEK-Schichtleiter Nikola Buvak. Zwei Filme haben die beiden bereits abgedreht, die Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest.

Den Unterschied zu den früheren Kollegen merke man “deutlich an der Haarfarbe”, sagte Hofer der dpa am Rande der Premiere in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF): “schwarze Haare und nicht mehr graue”.

(Von Britta Schultejans/dpa)

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