Von: idr
Bozen – In der Claudia-Augusta-Straße ist eine schwer verletzte Stadttaube geborgen worden. Das Tier wurde nach der Entdeckung von der Feuerwehr zur Erstversorgung gebracht und anschließend in der Tierklinik Südtirol Exotic Vets weiterbehandelt. Dort wird die Taube derzeit von Tierärztin Dr. Anna Sturaro betreut.
Bei klinischen und radiologischen Untersuchungen stellten die Fachleute einen Bruch des Flügels in der Nähe des Karpalgelenks fest. Zusätzlich wurde ein Metallkörper im Gewebe entdeckt, der operativ entfernt werden konnte. Der Gesundheitszustand des Tieres wird als sehr ernst eingeschätzt. Aufgrund der Lage des Bruchs sowie des erhöhten Infektionsrisikos ist die Prognose laut Tierklinik derzeit zurückhaltend.

Nach Angaben des CRAB (Zentrum für Wildtierpflege) weist der gefundene Metallkörper eine geringe Größe sowie eine unregelmäßige, deformierte Form auf. Auf Basis von Form, Ausmaß der Verletzung und Fundumständen besteht der Verdacht, dass es sich um ein Bleifragment handeln könnte, möglicherweise aus einem Luftgewehr mit Kaliber 4,5 Millimeter. Eine endgültige Bestätigung steht allerdings noch aus, da bislang keine ballistische Fachanalyse durchgeführt wurde.
Sollte sich der Verdacht erhärten, würde es sich nicht um einen Unfall, sondern um eine gezielte Verletzung durch eine Waffe handeln. Der Fall wurde laut CRAB umgehend den zuständigen Behörden gemeldet. Die Organisation weist darauf hin, dass der Einsatz von Waffen – auch von Druckluftwaffen – gegen Wildtiere gesetzlich verboten ist und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Besonders in städtischen Gebieten seien solche Vorfälle äußerst besorgniserregend.

Das CRAB will den weiteren klinischen Verlauf der Taube eng begleiten und appelliert an die Bevölkerung, verletzte Tiere oder verdächtige Beobachtungen sofort den zuständigen Stellen zu melden, um unfachgemäße Eingriffe zu vermeiden.




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