Von: red
Der Aralsee galt lange als Symbol einer der größten Umweltkatastrophen der Welt. Jahrzehntelang trocknete das einst riesige Gewässer immer weiter aus. Doch jetzt gibt es überraschende Neuigkeiten: Der Wasserstand ist deutlich gestiegen und auch das Leben kehrt langsam zurück.
Kasachstan arbeitet gemeinsam mit internationalen Partnern seit Jahren an der Rettung des Sees – offenbar mit Erfolg. Der Wasserstand stieg um unglaubliche 42 Prozent.
Wie die Sowjetunion den See zerstörte
Noch in den 1950-er Jahren war der Aralsee der viertgrößte See der Welt. Er erstreckte sich über Kasachstan und Usbekistan und war Heimat zahlreicher Fischarten sowie wichtiger Fischerdörfer.
Dann griff die Sowjetunion massiv in die Natur ein. Die großen Flüsse Amudarja und Syrdarja wurden umgeleitet, um Baumwollfelder und Reisplantagen zu bewässern.
Die Folgen waren dramatisch: Der See verlor immer mehr Wasser, die Böden versalzten und starke Salz- und Sandstürme verwandelten die Region nach und nach in eine Wüste.
Eine Katastrophe mit schweren Folgen
Bis 1990 hatte der Aralsee fast die Hälfte seiner Fläche verloren. In den letzten Jahren blieb nur noch etwa ein Zehntel der ursprünglichen Größe übrig.
Zurück blieb die Aralkum-Wüste mit extremer Hitze, giftigem Staub und salzigen Böden. Ganze Ökosysteme verschwanden und viele Menschen litten unter gesundheitlichen Problemen.
Fischer kämpften gegen das Austrocknen
Die ersten Rettungsversuche kamen von den Bewohnern selbst. Bereits in den 1990-er Jahren bauten Fischer provisorische Dämme aus Sandsäcken.
Trotz harter Bedingungen und gefährlicher Salzstürme gelang es ihnen zeitweise, den Wasserstand anzuheben. Doch eine schwere Sturmflut zerstörte die Dämme 1999 wieder.
Moderne Technik brachte die Wende
Der große Durchbruch kam 2003. Gemeinsam mit der Weltbank startete Kasachstan ein milliardenschweres Rettungsprojekt.
Im Mittelpunkt stand der Bau des Kokaral-Damms. Ingenieure nutzten spezielle Geotextilien, um die Konstruktion gegen Erosion und giftige Stoffe zu schützen. Automatische Schleusen regulieren heute den Wasserfluss.
Zusätzlich wurden Kanäle gebaut, damit Fische weiterhin zu ihren Laichgebieten gelangen können.
Die Natur half schneller als erwartet
Eigentlich sollte die Wiederauffüllung des Sees fünf bis zehn Jahre dauern. Doch bereits nach einer starken Schneeschmelze im Jahr 2006 stieg der Wasserstand deutlich schneller an.
Heute zeigen sich die Folgen dieser Entwicklung klar: Die Wassermenge nahm um 42 Prozent zu und die Salzigkeit ging massiv zurück.
Auch viele Fischarten kehrten zurück. Inzwischen fangen Fischer wieder Tausende Tonnen Fisch pro Jahr.
Selbst das Klima verändert sich wieder
Mit dem Wasser kam auch ein Teil des natürlichen Klimas zurück. Nach Jahrzehnten bildeten sich wieder Regenwolken über der Region.
Der Regen half dabei, giftigen Staub zu binden und die heftigen Sandstürme abzuschwächen.
Die Wiederbelebung geht weiter
Kasachstan arbeitet bereits an der nächsten Phase des Projekts. Ziel ist es, den Wasserstand weiter zu erhöhen und zusätzliche Gebiete zu renaturieren.
Laut Experten ist eine vollständige Wiederherstellung des Aralsees zwar unmöglich. Die bisherigen Fortschritte gelten dennoch als einer der größten ökologischen Erfolge der vergangenen Jahre.




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