Exzesse machen es nötig

Diese Verbote gelten zu Fasching

Donnerstag, 12. Februar 2026 | 14:16 Uhr

Von: Ivd

Terlan/Bruneck – Während in Südtirol am Donnerstag die Faschingsumzüge durch die Dörfer ziehen, stehen die Organisatoren vor einer heiklen Gratwanderung: Das traditionelle Brauchtum soll gefeiert werden – aber ohne die berüchtigten Alkoholexzesse der vergangenen Jahre. Die Folge: drastisch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

In Terlan, wo einer der größten Umzüge des Landes über die Bühne geht, rücken über fünfzig Security-Mitarbeiter und Carabinieri aus. Der „Terlaner Unsinnige“ mit seinem legendären Ruf „Pansele Pansele“ lockt Tausende Besucher an, doch wer mitfeiern will, zahlt fünf Euro Eintritt und muss seine eigenen Alkoholvorräte zu Hause lassen. Die Mitnahme von Alkohol ist seit Jahren verboten.

Oberratsherr Randolf Bertolini vom Terlaner Faschingsverein verteidigt die strengen Auflagen. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass ohne Kontrollen die Situation außer Kontrolle gerate. Rund zwanzig Festwägen ziehen heute durch das Weindorf, begleitet von den berühmten Schnappviechern – Maskenfiguren, die zum Markenzeichen des Umzugs geworden sind.

Auch Bruneck appelliert an Vernunft

Doch nicht nur Alkohol macht den Gemeinden zu schaffen: In Bruneck hat die Stadtverwaltung jetzt erneut das Verbot von Luftschlangenspray-Dosen verlängert. Nach den Faschingsfeiern sei die Stadt regelmäßig übersät mit leeren Dosen, dazu kämen hartnäckige Flecken an Hauswänden, die sich kaum noch entfernen ließen. Die Ortspolizei werde die Einhaltung des Verbots kontrollieren und bei Verstößen Strafen verhängen, kündigt die Gemeinde an.

Die Maßnahmen sind nicht unumstritten, zeigen aber, dass Südtirols Faschingstradition zunehmend mit modernen Problemen zu kämpfen hat.

 

Bezirk: Pustertal, Überetsch/Unterland

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