Wir lüften Insider-Wissen

Ran an euer Geld: Die Tricks der Supermärkte

Sonntag, 10. November 2019 | 08:32 Uhr

Supermärkte sind unser zweites Zuhause. Wir betreten sie, um Dinge zu kaufen, die wir benötigen. Was sich jedoch im Konsumtempel abspielt, entzieht sich zum Teil unserem Bewusstsein.

Wir geben mehr Geld aus, als vorgesehen. Doch woran liegt das? Supermärkte arbeiten mit Tricks, die selbst David Copperfield erblassen lassen.

Sobald wir einen Supermarkt betreten, sind wir zahlreichen Manipulationen ausgeliefert, die uns dazu verleiten sollen, mehr Geld auszugeben.

Wer glaubt, manipulationsresistent zu sein, muss eines Besseren belehrt werden: Psychologische Studien besagen, dass wir zwei Drittel der Kaufentscheidungen spontan und nicht rational treffen.

Wie sehen die Tricks aus, mit denen in Supermärkten gearbeitet wird, um eure Kaufentscheidungen zu beeinflussen?

1. Das Labyrinth

Supermärkte versuchen, die Geschwindigkeit aus dem Geschäft zu nehmen. Je länger der Kunde im Laden steht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mehr Geld ausgibt.

Wie wird dies erreicht? Regalgänge werden wie ein Labyrinth angeordnet. Je nach Größe des Supermarktes gibt es ein bis zwei Hauptgänge, wer aber abbiegt, verliert sich in den Nebenzweigen. Zentral ist dabei nicht nur die Struktur, sondern auch die Verteilung der Waren.

Wer versucht, schnell die Waren des täglichen Bedarfs einzukaufen, wird feststellen, dass Grundnahrungsmittel quer über den Markt verteilt sind, sodass man durchs ganze Labyrinth manövriert wird.

2. Die Werbeblockade

Der kürzeste oder gerade Weg durch den Supermarkt wird oft durch Werbeaufsteller, Warentürme und -pyramiden blockiert. Das soll euch dazu verleiten, ein Produkt im Vorbeigehen mitzunehmen. Nicht selten stehen diese “Blockaden” auch in produktfremden Bereichen, was verhindert, das Angebot mit ähnlichen Produkten zu vergleichen.

3. Die Warteschlange und ihre Köder

Zu Stoßzeiten stellen sich viele Kunden an der Kassa an. Warteschlangen bilden sich auch, wenn absichtlich wenige Kassen geöffnet werden. Das bietet die Gelegenheit, euch als Kunden kleine Mitnahmeartikel oder verlockende Sonderangebote “ans Herz zu legen”, die unmittelbar in Griffweite der Kassen positioniert sind.

Besonders jene, die Kinder haben, können ein Lied davon singen: Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, ohne Süßigkeiten im Einkaufswagen davonzukommen – außer man erträgt herzzerreißende und peinliche Schreiattacken beziehungsweise Heulkrämpfe der Kinder, ohne die Fassung zu verlieren.

4. Schön langsam: Achtung “rutschiger Boden” oder “teure Ware”

Glänzende Bodenbeläge im Supermarkt sorgen dafür, dass ihr unbewusst langsamer geht, weil ihr sie für rutschig haltet, obwohl sie es nicht sind.

Ordnet man hochpreisigere Produkte wiederum nahe beieinander an, entfacht man das Gefühl, vorsichtig – und somit langsamer – mit dem Einkaufswagen daran vorbeifahren zu müssen, um nichts zu beschädigen.

5. Musik fesselt euch

Musik wird heute noch hin und wieder in Supermärkten eingesetzt, um dem Kunden ein bestimmtes Image zu vermitteln, zum anderen aber auch, um den Ruhepuls der Kunden zu triggern und sie dadurch auch wieder zum längeren Verweilen zu animieren.

6. Farbenspiel und Täuschung

Produkte werden im Supermarkt ins rechte Licht gerückt. Überwiegend werden Produkte ausgeleuchtet und keine Gänge. Je nach Produkt wird mit unterschiedlichem Licht gearbeitet: Licht mit hohem Farbwiedergabewert lässt zum Beispiel Obst und Gemüse knackiger aussehen. Rotes Licht macht Fleisch besonders verlockend und kaltweißes Licht bei offenem Fisch auf Eis verstärkt den Frische-Effekt.

7. Wer sparen will, wird in die Knie gezwungen

Wir greifen nach den Produkten, die in Griffweite liegen, um dem Überangebot zu entkommen. Doch das ist ein Fehler! Wenn man sich Geld sparen will, muss man in die Knie gehen: Die billigen Artikel sind nämlich meist unten verstaut, manchmal auch ganz oben, seltener jedoch im Blickfeld oder bequem erreichbar.

8. Gutes Gewissen: Obst und Gemüse

Die Obst und Gemüse-Abteilung steht in den meisten Fällen am Eingang beziehungsweise am Anfang des Supermarktes, um das Image der Frische beim Kunden für den restlichen Markt zu suggerieren. Es ist eine ideale Gelegenheit für den Kunden, sein schlechtes Gewissen mit Gesundem zu beruhigen, um anschließend auch leichter bei Süßwaren und ähnlichen “Sünden” zugreifen zu können.

9. “Zahl x, nimm y!”: Das Pseudo-Angebot

Der Trick mit dem Mengenrabatt ist alt und effektiv, sodass er immer noch am häufigsten zum Einsatz kommt. Bei Großfamilien können diese Aktionen auch Mal Sinn machen. Ansonsten sollte man sich wirklich ernsthaft überlegen, ob man zum Beispiel drei Aufstriche zum Preis von zwei kaufen soll, wenn man eigentlich nur einen wollte. Und die anderen zwei über kurz oder lang sowieso wegschmeißt, weil sie abgelaufen sind. Man könnte besser gleich zur Diskontmarke greifen, die auch ohne Aktion billiger ist.

10. Der hinterlistige Lockvogel

Das tolle Angebot wird im Geschäft gerne ganz hinten gelagert. Das führt dazu, dass man auf dem Weg dorthin gleich eine Reihe anderer Dinge mitnimmt. Und dadurch im Endeffekt womöglich gar nicht mehr so ein Angebot erstanden hat.

11. Das Angebot, das keines ist

Eine übliche Methode ist es, Produktpreise kurz vor einem Aktionszeitraum zu erhöhen, um dann im Zeitfenster der Vergünstigung genauso viel zu kosten wie sonst auch. Der Kunde hat das Gefühl, ein Angebot ergattert zu haben. In Wirklichkeit zahlt er aber den regulären Preis.

12. Die lästigen Kundenkarten

Kundenkarten können Vergünstigungen mit sich bringen. Das Sammeln von Punkten zahlt sich aber nicht immer in dem Ausmaß aus, wie es die Bonusprogramme suggerieren wollen. Sind Punkte an gewisse Mindestbestell- oder -kaufmengen gebunden, kann man leicht dem Irrglauben unterliegen eine gewisse Punktezahl für Produkt “xy” erreichen zu müssen. Häufig erkauft man sich die Punkte teurer als wenn man den Artikel direkt woanders gekauft hätte.

Händler bieten Kundenkarten an, weil sie hauptsächlich Kunden binden und Daten sammeln wollen. Die Angebote sind nicht gratis, sondern haben ihren Preis.

Von: bba

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

22 Kommentare auf "Ran an euer Geld: Die Tricks der Supermärkte"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
geforce
geforce
Grünschnabel
1 Monat 7 h

gekaft werd lai des wos i brauch, ohne zu knausern.
bin immun gegen dei spielereien

amme
amme
Superredner
1 Monat 7 h

die kriegn a no du superschlauer

geforce
geforce
Grünschnabel
1 Monat 3 h

@amme isch des deitsch?

Dublin
Dublin
Kinig
29 Tage 10 h

@geforce …Augen zu und durch…
😝

Avalon
Avalon
Tratscher
1 Monat 6 h

Die Musik die man da hört ist nicht Musik ,sondern ein Gedröhne und Geplärre und Geplärre das nur irritiert.Für mich einladend nur das zu ksufen was ich brauche und dann nichts wie raus aus dem Laden.

Staenkerer
1 Monat 4 h

😄😃🤪 geat mir a oft so, ober zum glück konn i se gonz guat wegblenden und woaß meist nit wos für a “geplärr” grod “gspielt” wurde!

Staenkerer
1 Monat 4 h

am besten isch NOCHN ESSEN, also satter, einkafn zu gien: de verführung des “gluschntns” follt weg und man kaft (oft segor mit woederwillen) wirklich lei de lebensmittel de man braucht!

i vergleich prinzipiell de kilopreiße, so verlockt, trügt, (zu)große, schöne pockung und portionsspreiß nit, innholtsgewicht mitn angegebenen preiß zu verrechnen isch vielen zu müßam!
!
ps: in de knie gien ober kopf hoch, lohnt sich auf olle fälle, denn billigere produkte müaßn nit zwangsläufig schlechter sein!

Obadja
Obadja
Grünschnabel
1 Monat 8 h

es wird immer extremer. ich verstehe nicht, wozu dieser ganze drang nach “abzocke”. der Sinn der Wirtschaft sollte dem Bedürfnis der menschen folgen und nicht nach geldgewinn auf gut Glück (mit system) wie im Spielcasino. Das hat alles keine Logik mehr. Es kommt mir vor wie ein Wettbewerb, wer erreicht das meiste Kapital? die Frage ist, bleiben diese psychologischen Tricks erlaubt? wo das günstigere schlimmsten falls nicht mehr ” erreichbar” wird und uns das teuerste vor der Nase gezeigt wird? echt traurig….

Avalon
Avalon
Tratscher
1 Monat 6 h

Hilfe ,……die Kaufkraft schwindet.

wiakimpdir4
wiakimpdir4
Tratscher
1 Monat 5 h

Sorry, ober wenn es selber a Geschäft hetts, tats die Waren a so positionieren, dass sie verkauft werden. Sonst brauchts a keine Werbung, Leuchtreklame usw…. Isch jo egal, ob mi der Kunde findet und was er kauft, die Miete und Gehälter zahlt ja der heilige Geist. I glab jeder isch selber verantwortlich was und wie viel er kauft. Und na, I hon koan Geschäft 🙂

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 8 h

Ikea hat es vorgemacht,andere haben es kopiert, U wär reinfällt ist selber Schuld

marher
marher
Superredner
1 Monat 6 h

Vor dem Einkaufen viel essen, dann kommen weniger Gelüste auf. Somit werden weniger verlockende Lebensmittel gekauft.

Reitiatz
Reitiatz
Tratscher
1 Monat 5 h

hon an inkafszettl nor woas ih wos mr brauchn

Savonarola
1 Monat 2 h

ich habe mich immer schon gefragt, wie die Verkäuferinnen in gewissen Unterwäscheläden 8 Stunden Diskomusik am Stück aushalten

Oltvatrische
Oltvatrische
Tratscher
1 Monat 6 h

am meischtn geht mo die sogenonnte hintogrundbeschallung afn nerv. do a monitor und sebn.

schreibt...
schreibt...
Superredner
29 Tage 23 h

Habe mir heute ein Brathuhn im Interspar geholt. Beim bezahlen hats mich ein wenig gewundert, dass es 30€ gekostet hat, und der Einkaufswagen halbvoll war! 😇😋😇

Surfer
Surfer
Superredner
29 Tage 22 h

jeder der hier kommentiert wird natürlich sagen dass er dagegen immun ist, aber in Wirklichkeit seid ihr auch schon reingefallen ohne es zu merken….

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 h

ein Geschäft mit “Musik”verlasse ich so schnell wie möglich .lenkt total ab.

wouxune
wouxune
Superredner
1 Monat 1 h

Isch et la im Supermarket aso. Jedo Hondwerker und Vertreter isch do beste bzw. hot die beste Ware!!! Isch obo a normal. Jeder will und muss verkafn.

Bella Bionda
Bella Bionda
Superredner
29 Tage 20 h

Wenn ich weiss, ich brauch nicht viel geh ich ohne Einkaufswagen rein, um der Gefahr des Mehreinkaufs zu entgehen. Klappt leider nicht immer und ich bin mittlerweile Meisterin im Stapeln und Jonglieren geworden.😉

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
29 Tage 20 h

habe keine einzige Kundenkarte

zum Thema Warteschlangen: da bringe ich den Einkaufswagen in eine Ecke und sage: ich kaufs, sobald ich weniger warten muss.

das sind übrigens lustige Erlebnisse

Sag mal
Sag mal
Kinig
28 Tage 12 h

bei Uns kommts mir immer vor wie in der ehemaligen DDR wo s auch sehr wenig gab.Als Die anfangs rauskamen …..

wpDiscuz