Melatoninspiegel derzeit auch tagsüber erhöht

Sekundenschlaf kann tödlich enden

Donnerstag, 22. November 2018 | 08:19 Uhr

Schlechter oder mangelnder Schlaf ist ein enormes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr. Allein auf Österreichs Straßen kamen im vergangenen Jahr laut BMI 18 Personen bei Unfällen ums Leben, bei denen Übermüdung die vermutete Ursache war.

“Momentan erleben viele Menschen den Herbstblues – also die typische Niedergeschlagenheit aufgrund des Wetters und der Dunkelheit. Dafür ist unter anderem das Müdigkeitshormon Melatonin verantwortlich. Ist es draußen nur wenige Stunden hell, bleibt der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht – das bedeutet mehr Müdigkeit”, berichtet ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Auch der AA – der britische Partnerclub des ÖAMTC – widmet sich aktuell diesem Thema und hat ein Video produziert, in dem die Gefahr durch Sekundenschlaf veranschaulicht wird.

Gerade im Herbst müssen Lenker besonders aufmerksam sein. Die ÖAMTC-Verkehrspsychologin nennt die fünf Hauptgründe für Müdigkeitsunfälle und gibt Tipps zur Vermeidung:

 

* Zu lange wach: “Ist man 15 Stunden ununterbrochen wach, wird es für einen Verkehrsteilnehmer sehr kritisch, ab 17 Stunden gefährlich”, weiß die Expertin. Grund dafür ist der aufgebaute Schlafdruck – dieser wird so groß, dass man in monotonen Situationen mit plötzlichem Einschlafen rechnen muss. Dieser Schlafdruck kann nachhaltig nur durch Schlaf abgebaut werden. “Unbedingt eine Pause mit kurzem ‘Powernap’ einlegen. 20 bis 30 Minuten Schlaf können schon sehr helfen”, rät Seidenberger.

* Schwankende Leistungskurve: Die Leistungsfähigkeit unterliegt tageszeitlichen Schwankungen. In den Abendstunden kommt es zu einer kontinuierlichen Abnahme der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung. In den frühen Morgenstunden, zwischen 2.00 und 4.00 Uhr, ist die Leistungsfähigkeit am geringsten. “Nächtliche Fahrten sollten daher unbedingt vermieden werden”, empfiehlt die ÖAMTC-Expertin.

* Leistungseinbußen bei komplexen Aufgaben: Hoher Schlafdruck beeinträchtigt vor allem die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, d. h. Situationen zu meistern, in denen man rasch richtige und sichere Entscheidungen treffen muss. “Generell muss jede Art von Ablenkung vermieden werden. Es gilt: vollste Konzentration aufs Fahren”, so Seidenberger.

* Vorerkrankungen: Besonders kritisch sind Schlafstörungen und/oder Therapien mit Arzneimitteln, die ermüden oder zu Leistungsbeeinträchtigung führen. Bei Menschen mit Schlafstörung besteht ein hohes Risiko für Sekundenschlaf beim Autofahren.

* Müdigkeit bahnt sich an: Die Anzeichen von Ermüdung sind zwar individuell unterschiedlich, kündigen sich aber jedenfalls an. Aufmerksame Beifahrer können unterstützen, indem sie den Lenker wachsam beobachten und fit halten.

Von: luk

Kommentare

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6 Kommentare auf "Sekundenschlaf kann tödlich enden"


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der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
19 Tage 9 h

Ich weiß was dagegen hilft. Die Schleichbeschränkungen aufheben und immer am Limit fahren, da bleibt man Konzentriert. 

Bella Bionda
Bella Bionda
Tratscher
19 Tage 8 h

@ deA
genauso ist es. Wenn ich mit Tempomat 110 zwischen Kufstein und Innsbruck 70 km dahinschleiche bin ich immer kurz vorm einschlafen. Meine Konzentration steigt mit der Nadel im Tacho.

m69
m69
Kinig
17 Tage 20 h

Bella Bionda @

Bist Du eine Bleifuß Bionda? 😁 😄 🍀

xXx
xXx
Superredner
19 Tage 17 h

Mir stellt sich da eine interessante Frage.
Wenn es wegen des fehlenden Lichts zu einen erhöhten Melatoninspiegel kommt und Handynutzung durch das Blaulicht aus genau dem gegenteiligen Grund für Schlafstörungen sorgen kann, ist es dann möglich das Menschen die ihr Handy viel benutzen (natürlich nicht wärend der Fahrt) weniger gefährdet sind?

Jefe
Jefe
Tratscher
18 Tage 23 h

So ein Schmarrn……wenn der Mensch genügend schlaf hat und die Pausen ein hält….ist es Wurst ob er Tagsüber oder Nachts fährt….in der Nacht sogar besser…weil weniger Verkehr ist. Und wenn es Nachts schon wirklich so gefährlich ist….wie viele Leute fahren Nachts….oder fahren Nachts ein öffendliches Verkehrsmittel…. (in Südtirol nicht…da bleiben alle zu Hause wenn es finster wird)

m69
m69
Kinig
17 Tage 19 h

Jefe @

Sag das jemand der im Jahr 50.000 km oder mehr macht.
Bist anscheinend nie richtig viel unterwegs gewesen.
Bin früher vielfahrer gewesen, und muss sagen, hatte oft Glück 🍀.
Aber ein Paar Mal ist es echt knapp gewesen, auch eingeschlafen….
Da hilft nichts, Kaffee, schnell fahren, Fenster offen, laute Musik. Sobald der Körper nicht mehr kann, anhalten sobald als möglich. 😄

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