Erinnerungen, Begegnungen und gelebter Gemeinschaft

63. Treffen der Generation Handwerk+

Sonntag, 31. Mai 2026 | 16:15 Uhr

Von: lup

Tramin – Tramin wurde am Sonntag zum Treffpunkt jener Generation, die das Südtiroler Handwerk über Jahrzehnte geprägt, aufgebaut und weitergetragen hat. Gut 700 Seniorinnen und Senioren aus dem ganzen Land folgten der Einladung zum 63. Treffen der Generation Handwerk+ des Wirtschaftsverbands Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) – und machten die Veranstaltung zu einem eindrucksvollen Zeichen für Zusammenhalt, Tradition und gelebte Verbundenheit.

Schon am frühen Vormittag füllte sich der Dorfplatz von Tramin mit vertrauten Gesichtern, herzlichen Begrüßungen und lebhaften Gesprächen. Viele der Anwesenden kennen sich seit Jahrzehnten – aus gemeinsamen Lehrzeiten, aus der Verbandsarbeit oder aus einem Berufsleben, das vom Handwerk geprägt wurde. Genau diese Begegnungen machen das Treffen der Generation Handwerk+ seit Jahren zu etwas Besonderem: Es geht nicht nur um ein Wiedersehen, sondern um das Gefühl, Teil einer gemeinsamen Geschichte zu sein.

Der Tag begann traditionell mit einem Aperitif vor der Pfarrkirche Tramin, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam die Heilige Messe feierten und anschließend zum Festplatz einzogen. Dort wurde schnell deutlich, dass das Handwerk in Südtirol weit mehr ist als ein Wirtschaftssektor. Es ist ein Netzwerk aus Menschen, Familienbetrieben, Erinnerungen und gemeinsamen Erfahrungen, das über Generationen hinweg gewachsen ist. Eröffnet wurde das Jahrestreffen der Generation Handwerk+ von lvh-Bezirksobmann Werner Amegg und lvh-Vizebezirksobfrau Johanna Santa Falser: „Es freut uns sehr, dass so viele Seniorinnen und Senioren der Einladung nach Tramin gefolgt sind“, betonten Santa Falser und Amegg gemeinsam.

Eindruck der Veranstaltung – Foto © lvh.apa

Landesobmann Johann Zöggeler zeigte sich sichtlich bewegt über den großen Zuspruch: „Diese Begegnungen zeigen, wie stark der Zusammenhalt im Handwerk bis heute ist.“ Bereits seit Jahren steht Zöggeler der mitgliederstärksten Gruppe innerhalb des lvh vor. Gut 2.200 Seniorinnen und Senioren sind Teil der Generation Handwerk+ im lvh.apa.
Nach den Grußworten von Landesobmann Johann Zöggeler, lvh-Präsident Martin Haller und lvh-Bezirksobmann Werner Amegg stand das gemeinsame Mittagessen auf dem Programm. Zwischen Musik, Gesprächen und vielen persönlichen Erinnerungen entstand jene besondere Atmosphäre, die das Treffen der Generation Handwerk+ seit Jahrzehnten prägt: bodenständig, herzlich und von gegenseitiger Wertschätzung getragen.

lvh-Präsident Martin Haller hob hervor, dass das Handwerk „von Menschen lebt, die Verantwortung übernehmen und Wissen weitergeben“. Besonders wichtig sei es, junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern und gleichzeitig die Leistungen der älteren Generation sichtbar zu machen. Auch lvh-Direktor Walter Pöhl unterstrich die besondere Rolle des Zusammenhalts innerhalb des Verbands: „Gute Lösungen entstehen durch Dialog und gegenseitige Unterstützung.“ Gerade Veranstaltungen wie diese würden zeigen, wie eng das Handwerk in Südtirol miteinander verbunden sei.

Am Nachmittag folgte der Höhepunkt der Veranstaltung, bei dem die traditionellen Ehrungen langjähriger Handwerkerinnen und Handwerker stattfanden. Die drei ältesten Handwerkerinnen waren die 87-jährige Pia Silvestri Girardi, Kfz-Mechatronikerin aus Auer, die 93-jähirge Julitta Kastl, Schneiderin aus Tramin und die 99-jährige Anna Mitterrutzener, Malermeisterin aus Auer. Die ältesten geehrten Handwerker sind der 93-jährige Rudi Grandi, Elektrotechniker aus Neumarkt, der 94-jährige Erich Kammerer, Kfz-Mechatroniker aus Lana und der 97-jährige Ehrenpräsident der Generation Handwerk+ Sebastian Brugger, Schuhmacher aus Bruneck. Dabei wurde nicht nur auf berufliche Leistungen zurückgeblickt, sondern auch auf Lebensgeschichten voller Einsatz, Verantwortung und unternehmerischem Mut. Viele der Geehrten haben ihre Betriebe über Jahrzehnte geführt, Lehrlinge ausgebildet und damit das Fundament für das heutige Südtiroler Handwerk gelegt.

Unter den Ehrengästen befanden sich unter anderem lvh-Vizepräsidentin Angelika Wiedmer Perkmann, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak, Bürgermeister von Tramin Wolfgang Oberhofer, Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg, Altlandeshauptmann Luis Durnwalder, Otto von Dellemann, Vorsitzender des Südtiroler Seniorenbundes, Karl Pfitscher, Vorsitzender der Vereinigung 65+ im HGV, sowie dessen Ausschussmitglied Heinrich Klara, außerdem Katia Gringa, Leiterin der Verkehrssektion der Straßenpolizei Bozen, Manfred Libera, Leiter des Einsatzbüros beim Provinzkommando der Finanzpolizei, sowie der Vizepräsident der ANAP, Giampaolo Palazzi. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung der Generation Handwerk+ weit über den Verband hinaus.

„Handwerk bedeutet Verantwortung – für den Betrieb, für Mitarbeitende und für kommende Generationen“, betonte lvh-Vizepräsident Hannes Mussak. Entscheidend sei es, die Werte des Handwerks weiterzugeben und junge Menschen frühzeitig dafür zu begeistern. Auch lvh-Vizepräsidentin Angelika Wiedmer Perkmann hob die Bedeutung des Treffens hervor: „Die Generation Handwerk+ steht für Erfahrung, Verlässlichkeit und gelebte Werte.“ Gerade der persönliche Austausch zwischen den Generationen sei für das Handwerk von unschätzbarem Wert.

Vor allem aber zeigte der Tag in Tramin eines ganz deutlich: Das Handwerk lebt nicht nur von Maschinen, Aufträgen und Betrieben, sondern vor allem von Menschen. Von jenen, die Verantwortung übernommen, Krisen gemeistert und ihr Wissen an die nächste Generation weitergegeben haben. Das Treffen der Generation Handwerk+ wurde damit erneut zu einem Tag voller Erinnerungen, Anerkennung und echter Gemeinschaft – und zu einem starken Zeichen dafür, wie tief das Handwerk in Südtirol verwurzelt ist.

Der lvh-Bezirksausschuss Unterland – Foto © lvh.apa

Bezirk: Überetsch/Unterland

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