Ernährungsetikette auf dem Essenstablett

Allergene unter Kontrolle

Donnerstag, 22. Juni 2017 | 13:47 Uhr

Bozen – Erstmals und einzigartig auf nationaler Ebene können Patientinnen und Patienten des Krankenhauses Bozen die Allergene auf der Speisekarte des Krankenhausmenüs überprüfen.

In den meisten Krankenhäusern wird die Verpflegung sozusagen als eine Art Pflicht angesehen, interpretiert als reines Gastronomiegewerbe. Jedoch gibt es mittlerweile ausreichend klare, wissenschaftlich dargelegte Beweise über das therapeutische, pädagogische und psychologische Potential.

Schon im Jahr 2003 wurde dem Ernährungsaspekt der Krankenhausverpflegung von der Europäischen Kommission und später im Jahr 2011 durch das Ministerium für Gesundheit, große Bedeutung beigemessen. Damals wurden Leitlinien herausgegeben und verbreitet; diese werden derzeit überarbeitet.

Das Krankenhaus Bozen hat seit je her, immer schon großen Wert auf die Krankenhausverpflegung gelegt. Bereits im Jahre 1972 wurde der Dienst für Diätetik, einer der ersten auf nationaler Ebene, gegründet. Daraus entwickelte sich der Dienst für Diätetik und klinische Ernährung, einer unten den ersten in ganz Europa, der die Computerisierung der Mahlzeiten eingeführt hat. Im Jahre 1992 folgte dann die Prämierung zur besten Krankenhausverkostung auf nationaler Ebene und die Zertifizierung ISO 9002, im Jahre 2001.

Diese Computerisierung ermöglicht die Überwachung und Kontrolle der Lebensmittel. Alle einzelnen Komponenten, die bei der Herstellung der unterschiedlichen Produkte verwendet werden, werden in dieses Computerprogramm eingegeben. Durch die Eingabe des Menüs, das von den Patientinnen und Patienten ausgesucht wurde, erhält man automatisch die Ernährungsetikette. Diese enthält auf der Vorderseite das ausgewählte Menü, die Klassifizierung der Speisen (z.B. Lakto-ovo-vegetarisch) und den Nährwertgehalt der Mahlzeiten (Kalorien, Kohlenhydrate, Lipide, Proteine, Fasern und andere Komponenten, die für die Pathologie wichtig sind, wie Cholesterin, Natrium, Phosphor, usw.). Auf der Rückseite hingegen, kann ab jetzt auch die Liste aller potenziellen Allergene nachgelesen werden, die in jeder einzelnen Speise vorhanden sind. „Verschiedene Daten ergeben, dass der Trend der Allergene ständig steigt, die Gründe sind vielfältig. Patientinnen und Patienten werden mit Mahlzeiten und Diäten versorgt damit der Genesungsprozess gut und rasch wie möglich abläuft“ so Dr. Roland Döcker.

 

Diese Ernährungsetikette wird auf das Essenstablett der Patientinnen und Patienten gegeben. „Diese zusätzliche Kontrollmöglichkeit, die den Patientinnen und Patienten damit geboten wird, ergänzt die bereits vorhergehende Meldung über Unverträglichkeiten oder Allergien an das Gesundheitspersonal und erspart somit den Patientinnen und Patienten diesbezügliche Unannehmlichkeiten“, räumt Prof. Lucio Lucchin ein.

„Wir versuchen die Bevölkerung so gut als möglich zu betreuen und dies gilt auch für die Ernährung. Mit dieser Etikette leisten wir sicher einen Zusatzdienst, der momentan nur im Krankenhaus Bozen besteht aber sicherlich auch auf die anderen Krankenhäuser ausgeweitet wird“ unterstreicht der Generaldirektor Dr. Thomas Schael.

Die Ernährungsetikette, die das Krankenhausmenü in Bozen begleitet, ist auf nationaler Ebene einzigartig was die Art und Menge der angegebenen Informationen anbelangt. Laut europäischer Regelung (Nr. 1169/2011) ist die Angabe der potentiellen Allergene auf der Menüliste im Krankenhaus verpflichtend.

Von: luk

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