"Das Totengedenken darf heuer nicht ausfallen"

Allerheiligen und Allerseelen: Empfehlungen der Diözese

Donnerstag, 22. Oktober 2020 | 15:51 Uhr

Bozen – Zu Allerseelen und am Nachmittag von Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Verstorbenen. Aufgrund der Corona-Krise gewinnt das Totengedenken heuer zusätzlich an Bedeutung. „Das Totengedenken darf heuer nicht ausfallen – gerade heuer nicht. Es muss nicht so sein ‚wie immer‘, aber wenn die geltenden Regeln mit Respekt, Verantwortung, Hausverstand, ohne Angst und Panik angewandt werden, dann können wir auch heuer würdig unserer Toten gedenken“, ist Bischof Muser überzeugt.

In einem Rundschreiben an die Pfarreien, empfiehlt die Diözesanleitung während der Feier keinen Ortswechsel vorzunehmen, zu Beginn der Feier auf die Sicherheitsvorgaben hinzuweisen sowie einen Ordnungsdienst mit genügend Personen vorzusehen.

„Allerheiligen und Allerseelen haben heuer gerade wegen der Corona-Pandemie eine besondere Bedeutung. Viele Menschen konnten während des Lockdowns von ihren Familienangehörigen, aber auch von anderen Menschen, die ihnen nahestanden, nicht Abschied nehmen. Deshalb darf das Totengedenken heuer nicht ausfallen – gerade heuer nicht“, bringt Bischof Ivo Muser seine Überzeugung zum Ausdruck.

Die Diözese erinnert im Hinblick auf das Totengedenken an Allerheiligen und Allerseelen daran, dass alle Anti-Corona-Maßnahmen für die kirchlichen Feiern, die bisher gültig waren, unverändert in Kraft bleiben. Dies wurde erst dieser Tage von der italienischen Bischofskonferenz bestätigt. Insbesondere erinnert die Diözesanleitung daran, dass alle Sicherheitsvorkehrungen, die in der Kirche einzuhalten sind (Mund-Nasen-Schutz, Sicherheitsabstand von 1 Meter bei der Feier und 1,5 Meter beim Betreten und Verlassen, Desinfektionsmittelspender am Eingang), auch für Feiern im Freien, z.B. auf den Friedhöfen, gelten. Die Diözese hat die Pfarreien bereits ein Rundschreiben mit Empfehlungen zukommen lassen, damit das Totengedenken auch in der heurigen Situation in würdiger Weise stattfinden kann.

Vorbehaltlich möglicher Änderungen aufgrund der Entwicklung der Infektionszahlen, empfiehlt die Diözese den Pfarreien, dass die Form der Feier rechtzeitig bekannt gegeben, zu Beginn der Feier auf die Sicherheitsvorgaben hingewiesen wird und für den Ordnungsdienst genügend Personen vorgesehen werden. Außerdem erachtet es die Diözese als sinnvoll, dass während der Feier des Totengedenkens die Mitfeiernden keinen gemeinsamen Ortswechsel vornehmen, sondern vom Beginn bis zum Ende der Feier auf ihren Plätzen bleiben können. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann deshalb die Feier zur Gänze entweder auf dem Friedhof oder in der Kirche stattfinden.

„In diesem Jahr braucht es sicher mehr Überlegung und Vorbereitung“, sagt Bischof Ivo Muser. „Wir sollten aber alles tun“, erklärt der Bischof weiter, „was möglich ist – unter den gegenwärtigen Bedingungen und im Einhalten der Vorsichtsmaßnahmen, die es jetzt braucht. Ich bitte deshalb alle, nach Lösungen und Möglichkeiten zu suchen, die den Bedingungen vor Ort Rechnung tragen. Wenn die geltenden Regeln mit Respekt, Verantwortung, Hausverstand, ohne Angst und Panik angewandt werden, dann können wir auch heuer würdig unserer Toten gedenken. Es muss nicht so sein ‚wie immer‘, aber die Feiern sollten stattfinden – gerade auch als Ausdruck unseres Osterglaubens in einer eigenartigen, schwierigen und angstbesetzten Zeit.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Allerheiligen und Allerseelen: Empfehlungen der Diözese"


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Mac2020
Mac2020
Neuling
1 Monat 7 Tage

Den lieben Verstorbenen gedenkt man nicht nur an Allerheiligen und Allerseelen….. man geht das ganze Jahr sie am Friedhof besuchen. Also kann man auch zu Allerheiligen zuhause bleiben, im Stillen beten und zu einem anderen Zeitpunkt zum Friedhof gehen. 

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Mac2020
Bravo!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Mac2020…wollte gerade ähnliches schreiben. Ich gehe zu meiner Frau und meinem Vater regelmäßig 🪔, um mit ihnen in Ruhe zusammen zu sein. Und ich beteilige mich auch nicht am jährlichen “Grabschmuckwettbewerb”

oasterhos
oasterhos
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

In Tirol bzw Österreich wird es heuer keine Friedhofsfeiern geben, das appellieren sogar die Bischöfe – bei uns schon? 

Es wäre definitiv besser, wenn jeder für sich zum Grab seiner Familie / Eltern / Freunde geht. 

hundeseele
hundeseele
Superredner
1 Monat 7 Tage

…jeder für sich?? …so 2 bis 3 Familienmitglieder?? ….berechnet dann auf jeden Grab zirka 2 Personen,alle zur gleichen Zeit auf dem Friedhof??? was ergibt das dann???? ….jetzt kannst du wieder weiter singen und klatschen…..

rumpele
rumpele
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Soll ausfolln. Man muass nit lai weils di Kirche vorschreib genau sem gian. Isch eh traurig wenn lait lei oanmol es johr afn grob gian.

bislhausverstond
1 Monat 7 Tage

@do gib i dir recht….i gea seit über 5 johr jedn tog zun grob meiner eltern und wers a sichor zu ollerheilign tian, des brauch i und des loss i mir net nemmen, natürlich mit die notwendign vorsichtsmossnohmen

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 7 Tage

Um Allerheiligen findet ein wahrer Wettbewerb auf Gräbern statt.Scheinheilig halt😇

Gustl64
Gustl64
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Also ich finde es sehr verantwortungslos von der Kirche, die Menschen zu dieser Massenansammlung auf den Friedhöfen zu motivieren. Vor allem ältere Menschen sollten nicht zu diesen Feiern gehen.

auju
auju
Neuling
1 Monat 7 Tage

do sigman amol wie de sochn funktionieren….pa do kirche geat olls durch. wenn jemand lei zu Allerheiligen afn grab geat sem ischs sowiso schun woes isch,traurig. des mues net sein heuer…

bislhausverstond
1 Monat 7 Tage

Es sollten nur die ans grab gehen, die wirklich aus überzeugung gehen und nicht nur, weils brauch ist oder um gesehen zu werden, dann sinds schon viele weniger…. Aber gerade für ältere menschen ist dieser weg besonders wichtig, das darf man ihnen nicht nehmen, denn inzwischen ist nicht mehr das virus, sondern die einsamkeit ihr grösstes problem. Jeder der einen elternteil verloren hat sieht täglich, wie sehr diese menschen für sehr lange zeit leiden und gerade am grab fühlen sie sich einander nahe. Vorsichtsmassnahmen sind wichtig, aber es dürfen nicht alle anderen krankheitsbilder dem virus untergeordnet werden.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 6 Tage

die Kirche wieder mal die grosse Ausnahme.Diese ganzen christlichen Zeremonien brauch ich mal nicht.Beten kann Jeder ohne gesehn zu werden und zu schauen😇

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Ich werde meiner Mutter einen ganz individuellen Besuch am Friedhof abstatten ohne Trubel und scheinheiligkeiten

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