Grünes Licht der Haushaltskommission in der Kammer

Am Arbeitsplatz bis zur Geburt

Donnerstag, 06. Dezember 2018 | 09:06 Uhr
Update

Rom/Bozen – Die Haushaltskommission der Abgeordnetenkammer hat am Mittwoch grünes Licht gegeben: Wenn der Gynäkologe keine Bedenken hat, kann und darf eine Schwangere arbeiten, bis das Kind zur Welt kommt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

„Ich würde das Ganze – vom Arbeitsplatz direkt in den Kreißsaal – mit Zurückhaltung betrachten“, erklärt Dr. Herbert Heidegger, Primar für Gynäkologie und Geburtshilfe am Meraner Krankenhaus. Derzeit arbeiten viele Schwangere bis zum achten Monat – mit dem Argument, dass sie danach länger daheim beim Kind bleiben können.

Doch gleich die gesamten neun Monate Schwangerschaft am Arbeitsplatz zu verbringen, dieser Möglichkeit steht der Primar zurückhaltend bis kritisch gegenüber.

Mehr lest ihr in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts Dolomiten!

Neuregelung zum Mutterschutz: Gleichstellungsrätin schlägt Alarm

Die Haushaltskommission der Abgeordnetenkammer hat kürzlich einem Abänderungsvorschlag zum obligatorischen Mutterschutz zugestimmt. Demnach können in Zukunft schwangere Frauen, nach Zustimmung der Gynäkologin oder des Gynäkologen bis zum 9. Monat arbeiten und nach der Geburt den obligatorischen Mutterschutz von fünf Monaten in Anspruch nehmen.

„Diese Neuregelung wird als „dritte“ Möglichkeit für die Beanspruchung des Mutterschutzes präsentiert. In Wahrheit birgt sie große Gefahren in sich, besonders für Frauen in prekären und vulnerablen Arbeitssituationen“, so Gleichstellungsrätin Michela Morandini. Daten aus dem Bericht des Ministeriums für Arbeit zu den Kündigungen vonseiten von Müttern belegen, dass im Jahre 2017 27.443 Mütter aus Gründen der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf gekündigt haben.

„Für Frauen in prekären und vulnerablen Arbeitsverhältnissen verschärft sich die Situation. Sie sind häufig den Arbeitgebern komplett ausgeliefert und arbeiten, aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, unter extremen Bedingungen“, so Morandini. Viele Frauen werden in Zukunft unter Druck des Arbeitgebers und aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, bis zum neunten Monat arbeiten wollen. Die Neuerung ist ein klarer Rückschritt in Punkto Gesundheitsschutz der Mutter und des Kindes und muss abgeändert werden, so die Forderung der Gleichstellungsrätin.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt

Kommentare

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22 Kommentare auf "Am Arbeitsplatz bis zur Geburt"


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thomas
thomas
Universalgelehrter
12 Tage 3 h

in anderen Ländern völlig normal. Und drei Monate nach der Geburt wieder bei der Arbeit

Goggi
Goggi
Grünschnabel
12 Tage 2 h

nur weil es in anderen Ländern normal ist, heisst es noch lange nicht, dass es normal ist… die Mutter muss sich auf eine Geburt vorbereiten und danach diese Rolle übernehmen und sich die Zeit nehmen darauf einzugehen und das MUSS berücksichtigt werden. Aber was verlangt man schon von Männern…. genau deswegen müssen mehr Frauen in die Politik um solchen Schwachsinn zu verhindern…

Krissy
Krissy
Superredner
12 Tage 1 h

@Goggi
es sind genau die Politikerinnen, die solchen Schwachsinn wollen.

Cat
Cat
Neuling
11 Tage 17 h

@thomas zem brauch i mir kuan kind richten!!! und du muani hosch selber a kuans, schuscht tasch net en set an krompf schreiben!!!

Paula
Paula
Grünschnabel
12 Tage 1 h
Bei allen meinen 4 Kindern habe ich bis am Tag der Entbindung gearbeitet und war nach einer Woche wieder bei der Arbeit. Und ja ich bin in diesem Moment eine Rabenmutter. Aber als Selbständiger geht das eben nicht anders. Meine Kinder habe ich neben der Arbeit groß gezogen und sie sind heute alle erwachsen, haben keinerlei sozialen oder sonstwelche Defizite. Gehen alle einer Arbeit nach und ja ich würde es heute wieder so machen. Auch wenn manchen werdenden Mütter meinen daß schwanger sein eine Krankheit ist. Liebe Mamas ich kann Euch versichern, das ist etwas ganz Natürliches und KEINE Krankheit… Weiterlesen »
klara
klara
Superredner
11 Tage 23 h

@Paula Es gibt wahrscheinlich selbstständige Berufe, bei denen das alles möglich ist, auch wenn es den Müttern einiges abverlangt. Den Hinweis, dass Schwangerschaft keine Krankheit ist, halte ich im Zusammenhang mit Ihrer Argumentation für entbehrlich, weil wir Frauen das schon selbst wissen. Und: Es gibt ganz sicher Berufe, auf die Ihr Modell NICHT anwendbar ist.

Krissy
Krissy
Superredner
11 Tage 21 h

@Paula
könnte aber auch daran liegen, dass in solchen Fällen nicht selten der Arbeitsort am Wohnsitz liegt.

efeu
efeu
Superredner
11 Tage 16 h

Paula
wir wern schun damals net nornal gewesn sein

falschauer
falschauer
Superredner
11 Tage 15 h

chapeau

Jefe
Jefe
Tratscher
11 Tage 15 h

@klara
früher haben sie die Kinder auf dem Feld gekriegt

klara
klara
Superredner
11 Tage 14 h

@Jefe Stimmt. Das hatte ich natürlich vergessen 😉

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
11 Tage 5 h

@Jefe
Früher sind auch noch viele Frauen und Babys im Kindbett gestorben.

Unwissend
Unwissend
Neuling
11 Tage 5 h
Aber genau deshalb ist das ein Rückschritt u. kein Fortschritt! Anstelle Frauen wie sie @Paula zu unterstützen, reizen wir es bis zum äußersten aus u. lassen Mütter die gerne beim Kind/er zu Hause sein möchten u. auch vor der Geburt sich noch kurz “Auszeit” nehmen möchten als keine ‘gute Frau’ aussehen. Es wäre an der Zeit Gesetze u. Grundlagen zu schaffen die der Frau mehr Freiraum lässt zu entscheiden was sie brauch u. möchte, vorallem in der Privatwirtschaft. Denn genau jene Frauen brauchen diese Änderung um ein bisschen Zeit mit dem Kind haben zu dürfen. Wann sehen wir endlich ein… Weiterlesen »
Krissy
Krissy
Superredner
12 Tage 3 h

und was kommt dann: vom Kreissaal weiter auf die Karriereleiter?
Einfach nur mehr traurig.
Anstatt endlich die Pensionsbeiträge für jenen Elternteil (vorausgesetzt er hat für gewisse Jahre auch eingezahlt) einzuzahlen, werden immer neue Wege gefunden den Kindern die Eltern zu entfermden.

a sou
a sou
Superredner
11 Tage 23 h

Auf welche Karriereleiter Krissy? Die kleine Staffelei die einem Normalsterblichen noch bleibt in der heutigen Zeit, hat mit Karriere rein gar nix mehr zu tun… Ehr mit Knechtschaft bis zum Ende…

wellen
wellen
Superredner
12 Tage 1 h

Und da wundert sich Italien, dass die jungen Leute keine Kinder mehr wollen.Anstatt ordentliche Familienpolitik zu machen. Pfui.

a sou
a sou
Superredner
11 Tage 21 h

Auf den Punkt gebracht!! 

a sou
a sou
Superredner
12 Tage 3 h

Neuer Schwachsinn aus der Kategorie “Arbeite oder Stirb”
Ein selten dämlicher Griff in Klo…  

JingJang
JingJang
Tratscher
12 Tage 3 h

Hauptsache Arbeiten der Rest ist nicht wichtig. Am wenigsten sehen Kinder eh die Eltern in Zukunft, KiKa ab 0 Plus 7 Tage 24h die Woche einschließlich Feiertage, somit schaffen wir viele neue Arbeitsplätze. Der neue fleißig Arbeiter muss eh 24h abrufbereit sein. Irgendwann wird eine Generation schon so schlau sein und den Wohlstand genießen, den wir heute erarbeiten und diese Generation kann sich dann ja im Grab ausruhen.

qwert
qwert
Neuling
11 Tage 20 h

gscheider war dass se für olle werdenden mütter di 3 johr mutterschoft infiarn tatn! und net so an schwochsinn!

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
11 Tage 5 h

qwert
So wäre es richtig.

ma che
ma che
Tratscher
11 Tage 3 h

Wenn man bis zur Geburt arbeiten kann (wohl bemerkt KANN!), dann hat man danach 5 Monate Mutterschaft, also ist man länger beim Kind. Das ist doch gut.
Standard ist nämlich 2 Monate vor und 3 Monate nach Geburt.

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