Mehr ansässige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig

Arbeitsmarkt-News: “Die Landwirtschaft in Covid-Zeiten”

Mittwoch, 26. August 2020 | 12:37 Uhr

Bozen – Aufgrund der unsicheren Verfügbarkeit auswärtiger landwirtschaftlicher Arbeitskräfte werden zunehmend in Südtirol wohnhafte Personen angestellt, in etwa 500 bis 1000 mehr als im Vorjahreszeitraum 2018 und 2019. Der überwiegende Teil dieser neuen, befristet beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter ist zum ersten Mal in diesem Sektor tätig. Abhängig vom Zeitpunkt arbeiten um 6000 bis 7300 Arbeitskräfte mit Wohnsitz in Südtirol in der Landwirtschaft. Traditionell stammt allerdings ein Großteil der Erntehelferinnen und Erntehelfer aus Rumänien, Bulgarien, Polen und der Slowakei.

Mehr ansässige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig

In den vergangenen Jahren lag der Anteil der ausländischen Arbeitskräfte während der Erntesaison im Monatsschnitt bei 60 Prozent. Einige der traditionellen Herkunftsregionen der Arbeitskräfte gehören zu den von der COVID-19-Pandemie stark betroffenen Landstrichen. Dies kann Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Arbeitskräfte haben – gerade zur Zeit der arbeitsintensiven Apfelernte und des Wimmens. “Die ersten Wochen der Erntesaison verdeutlichen, dass verstärkt auf bereits in Südtirol ansässige Arbeitskräfte gesetzt wird”, informiert Stefan Luther, Direktor der Landesabteilung Arbeit, Stefan Luter.

In diesem Zusammenhang ist allerdings hervorzuheben, dass es heuer eine Reihe von Erleichterungen für landwirtschaftliche Arbeiten gegeben hat, die nicht meldepflichtig sind. Diese betreffen unter anderem die Ausdehnung der Mitarbeit auf Verwandte und Bekannte oder die Möglichkeit Arbeitskräfte im Lohnausgleich zu beschäftigen. “Zu Spitzenzeiten der Erntesaison stammen allerdings über 60 Prozent der meldepflichtigen Arbeitskräfte aus dem Ausland”, unterstreicht Luther die Bedeutung der auswärtigen Erntearbeiter und weist auf die hohe Außenabhängigkeit dieses für Südtirol so wichtigen Wirtschaftszweiges hin. Dabei gibt es Unterschiede nach Erntegebiet und Untersektor.

Herausforderungen für den Arbeitssektor Landwirtschaft

Wie kann der Arbeitsmarktsektor Landwirtschaft zukunftssicher gestaltet werden? Dazu sagt Abteilungsdirektor Luther: “Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht ist es generell sinnvoll, einen möglichst hohen Teil der Arbeitskräfte aus der wohnhaften Bevölkerung beziehen zu können. Denn abgesehen von der derzeitigen Ausnahmesituation: Es ist nicht absehbar, ob uns auswärtige Arbeitskräfte auch noch in näherer Zukunft gewissermaßen auf Abruf zur Verfügung stehen werden.” Luther sieht zwei Ansatzpunkte: Zum einen sollen bereits Berufstätige der Privatwirtschaft wie des öffentlichen Dienstes unbürokratischere Vereinbarkeitsmöglichkeiten für zeitlich begrenzte Nebentätigkeiten erhalten. “Zudem sehe ich die Arbeitsvermittlung in der Pflicht: Wir werden in Zukunft gezielt geeignete Erwerbslose aktivieren müssen. Klar ist, das hierzu an mehreren Stellschrauben gedreht werden muss”, sagt der Abteilungsdirektor. Damit meine er einerseits die Arbeitsbedingungen, aber ebenso die Zumutbarkeitsregelungen: Es brauche wenige, aber gezielte Maßnahmen, um noch mehr motivierte ansässige Arbeitskräfte für die Landwirtschaft zu gewinnen.

Weitere Angaben, detaillierte Informationen über die diversen landwirtschaftlichen Sektoren und Ernteregionen finden sich in der aktuellen Ausgabe der Arbeitsmarkt-News 8/2020. Ein tagesaktuelles Monitoring der Auswirkungen von COVID-19 auf den Südtiroler Arbeitsmarkt ist online abrufbar oder kann von den Landeswebseiten als PDF heruntergeladen werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Arbeitsmarkt-News: “Die Landwirtschaft in Covid-Zeiten”"


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marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ich finde es gut wenn Rentner oder Arbeitslose bei der Ernte den Bauern helfen. Zum einen machen sie es gern, verdienen ein weig Taschengeld und halten sich auf Trab. Traurog ist es wenn wir nur mehr auf die ausländischen Erntehelf3t angewiesen sind. Gebt den Einheimischen einen Euro mehr dann brauchen wir weniger Ausländer.

Oracle
Oracle
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Südtiroler Durchschnittsgehalt 1575 €/Monat : 176 Stunden (40 Stundenwoche) = 8,9 € / Stunde (ohne Unterkunft und Verpflegung). Die Erntehelfer bekommen 8€ + Unterkunft und auch Verpflegung. Das Problem ist also sicher nicht der Lohn, sondern die Zeiträume, für die die Erntehelfer benötigt werden. Mit 2,3 Wochen Urlaub, die man sich eventuell nimmt , ist wenig geholfen. Es gibt Bauern, die geben den Einheimischen auch locker 10 € oder mehr, sofern sie die Leistung und Ausdauer erbringen. Aber wahrscheinlich redet man ohne zu wissen….

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Oracle stimmt genau, es größte Problem isch die zeit.. kleine bauern brauchen meist lei 1 bis 2 wochen hilfe, groaße klauben 3 monate… hem miaset man 6 mol nuie leit suachen und unstellen, zeitlich und organisatorisch kaum zu bewältigen! Ausländische leit sein quasi auf Abruf.. heint unleiten und in 2 tog sein sie do so long sie brauchsch..

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Lässt doch Rüstige Rentner Apfel klauben, die Bauern soll sie Versichern  das sie bei einen Unfall abgesichert sind.  Ohne das das Einkommen bewertet wird die geben das Geld dann wieder hier aus .
Viele Politiker in Italien haben weniger wie nichts im Kasten, das Geld soll im eigenen  Land bleiben bzw. ausgegeben werden

brunner
brunner
Superredner
1 Monat 1 Tag

Geht doch…..in der Not gehen einheimische Klauber auch gut…..aber wichtig….wo es geht den Gehalt zu drücken…

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ich bin relativ “rüstiger” Rentner und komme, wie jedes Jahr, zu meinen Dauergastgebern und Freunden zur Apfelernte. Allerdings helfe ich aus Freundschaft und kostenlos, und ich bezahle auch wie immer für meinen Aufenthalt….

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@ Ars Vi sollte es zu einer Kontrolle kommen gibs leider grosse Probleme denn dann nennt man das Schwarzarbeit usw leider

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Norbi..danke für den Tipp. Das wäre natürlich 😭, dann sollen das meine Gastgeber entscheiden, ob ich helfen darf. Bisher war das noch nie ein Problem, aber man muss ja nichts herausfordern. Habe das immer gerne gemacht….

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

@Ars Vivendi guat das es solche leit wie di gib 👏👏👏👍👍👍!
leider muaß man ober sogn das solche lobenswerte, freiwillige hilfe gsetzlich gsech a verwaschene soche isch, des konn als “freundschoftshilfe” durchgien, ober als schworzorbeit geandet wern, do kimmts auf de beomten un!

Rosenrot
Rosenrot
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Bisher waren sich die Südtiroler zu “gscherig”, als Erntehelfer zu arbeiten, deshalb mussten Ausländer her. Warum so plötzlich der Sinneswandel?

Semmel
Semmel
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

So monch jungen tat des a nit schoden
….

ich und du
ich und du
Grünschnabel
1 Monat 22 h

wia sou wert do hauptsächlich fi rentner gret es gib studenten und orbeitslouse a. die orbetslousen sollten sowie so miasen an sellen job unnehmen und nit lei af die stuiergelder ai leben es heintige äpfelklauben isch a kinderspiel 90 % brauchen nit a moll an klaubkorb sonderen kennen direkt in die kist inni klauben. viele sein sich zu schian um a selle orbet zu mochen und wenn mol a spritzer kimp nor sein sie souwiesou wech ober super das es a por mehr verstonden hoben a poor € drzua zu verdianen

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