Offener Brief

ASGB geht mit SAD hart ins Gericht

Freitag, 10. März 2017 | 10:06 Uhr

Bozen – In einem offenen Brief erklären der Obmann der Fachgewerkschaft Transport und Verkehr im ASGB (GTV), Klaus Untersteiner, und der Fachsekretär der GTV, Richard Goller, dass „viele letzthin getätigte Aussagen und Pressemitteilungen der SAD-Betriebsleitung nicht nur großteils falsch und an den Haaren vorbeigezogen sind, sondern ebenso höchst respektlos den Busfahrern gegenüber“. Daher bedürfe es folgender Klarstellungen.

SAD-Berater Rudolf Rimbl habe festgehalten, dass 99 Prozent der Busfahrer in den programmierten Pausen in der Dienstresidenz nach Hause fahren. „Dies ist tatsächlich nicht der Fall, da kaum ein Angestellter in unmittelbarer Nähe des Busdepots wohnt. Die zurückzulegende Distanz würde eine Fahrt nach Hause zeitlich oftmals nicht rechtfertigen und wäre außerdem mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ein Beispiel zur Veranschaulichung der tatsächlichen Situation: Ein Angestellter wohnt zehn Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt und hat drei Pausen einzuhalten. Würde er – auch wenn es die Zeit zuließe – während jeder Pause nach Hause fahren, so müsste er an diesem Tag 60 zusätzliche Kilometer zurücklegen, die nicht bezuschusst werden. Mangels einer Zurverfügungstellung von angemessenen Aufenthaltsorten (Beheizung, WC, etc.) während der Pausen außerhalb der Dienstresidenz ist der Busfahrer oft gezwungen die Intervalle im Fahrzeug zu verbringen“, betonen die ASGB-Vertreter.

SAD-Berater Rudolf Rimbl habe zudem betont, die Türen der SAD wären immer für Verhandlungen offen. „Diese Aussage müssen wir entschieden zurückweisen. Vorschläge zu den Turnussen der technischen Kommission, die eigens zu diesem Zweck gegründet wurde, wurden nur genehmigt, wenn sie zu Gunsten der Firma gingen und keine Mehrkosten beinhalteten. Entlastende Maßnahmen für die Angestellten wurden somit nicht berücksichtigt. Zudem muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass Verhandlungen zu den langen Arbeitszeiten, den langen Dienstspannen und der langen Pausen von Seiten der Firma abgebrochen wurden, mit der Begründung aufgrund der europaweiten Ausschreibung der Konzessionen Kosten senken und die Produktivität erhöhen zu müssen (Protokoll vom 18 Februar 2016)“, so der ASGB.

Die Firmenleitung der SAD habe betont, dass nur eine geringfügige Anzahl von Turnussen die Dienstspanne von 15 Stunden erreiche. Laut ASGB müsse man diese Behauptung differenzierter sehen. „Es stimmt einerseits, dass die Prozentzahl jener Turnusse, die 15 Stunden erreichen nur einen kleinen Teil der Gesamtturnusse ausmachen. Andererseits muss aber unterstrichen werden, dass sich die Dienstspannen von 15 Stunden auf immer dieselben Dienstresidenzen konzentrieren. Diese Turnusse werden in der Regel immer von denselben Chauffeuren absolviert. Daraus resultiert lokal eine weitaus höhere Quote, als im Südtiroler Vergleich. Entschieden zurückweisen müssen wir außerdem die Aussage des SAD-Generaldirektors Mariano Claudio Vettori, der den Chauffeuren in diesem Kontext Faulheit unterstellt hat. Vielmehr hat das Personal trotz der hohen Dienstspannen seine Arbeit immer pflichtbewusst und verantwortungsvoll erledigt.“

Der SAD-Generaldirektor Mariano Claudio Vettori habe erklärt, dass die Busfahrer mit Nettolöhnen von 1.900 Euro im Vergleich zu Italien überbezahlt wären. „Dem ist zu entgegnen, dass dementsprechende Gehälter nur jene Chauffeure erhalten, die sich durch Dienstaltersvorrückungen in der höchsten Lohnstufe befinden. Hier werden Einzelfälle bewusst ins Kollektiv umgemünzt, um die Bevölkerung zu täuschen und den Eindruck zu erwecken, die langen Dienstspannen wären gerechtfertigt. Auf die Aussage, die Nettolöhne wären die höchsten in Italien, muss repliziert werden, dass die Lebenshaltungskosten in Südtirol im Vergleich zu Italien höher sind. Es ist statistisch gesehen in allen Sektoren so, dass die Gehälter in Südtirol höher als im staatlichen Durchschnitt sind. Wenn man Regionen mit ähnlichen Lebenshaltungskosten hernimmt, relativiert sich diese finanzielle Besserstellung wieder. Vor dem Hintergrund der Veröffentlichungen der Gehälter der SAD-Führungsetage, wäre es besser sich an folgendes Sprichwort zu halten: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, so der ASGB.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "ASGB geht mit SAD hart ins Gericht"


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tucano2
Grünschnabel
18 Tage 3 h

Recht haben immer die Chefitäten, ein Lob der Gewerkschaften, die sich ausnahmsweise einsetzen, auch wenn man vorher schon weiss, dass es nichts bringt!

patriot
Grünschnabel
18 Tage 2 h

ach dei gewerkschoften, der untergong fir a jeder wirtschoft
in dei wos es net passt kennen jo gian😉

Audi
Tratscher
18 Tage 51 Min

1900 Euro isch woll awin viel für a Busfohrer , und nor no plärrn wennse a Pause mochn missn… Wieviel ondra Berufe missn a Pausn inlegn und kenn et olla 3 Wochn deswegn streikn

andr
Grünschnabel
18 Tage 2 h

ich kenne den Schein der Verwaltung im öffentlichen Dienst nur zu gut es ist frustrierend wenn man zusieht wie sie sich bereichern am Topf der öffentlichen Gelder und wie sie ihre Wichtigkeit in einer raffinierten Art und Weise darstellen damit ihre Glaubhaftigkeit aufrecht bleibt. Es werden luftschlösser gebaut! die leidtragenden sind immer diejenigen die für ein gegensätzliches Bagatell arbeiten und denen wird dann der schwarze peter zugeschoben. Keiner kann mir weismachen das hier keine Ungerechtigkeit im Gange ist! Diese Arbeitseinteilungen sind Familienfeindlich und nicht mehr zeitgemäß! Das Erbe vom Luis kommt zur Geltung

spotz
Grünschnabel
18 Tage 3 h

olls zum kotzen!!!

Dublin
Universalgelehrter
18 Tage 1 h

…der öffentliche Konzessionsgeber könnte aber auch mal bei der SAD eingreifen…

Lex
Tratscher
18 Tage 3 h

an den Haaren vorbeigezogen??

Abzocke
Neuling
18 Tage 2 h

So isch richtig!!

Ninni
Superredner
17 Tage 22 h

Ma spinn i ????
Derafen sie sich oanfoch no net aus…grrr
mochmol mol an Strich durch die Rechnung…aus baschta…punkt

mehr als lächerlich

von Organisation no nia nix keahrt ?

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