Schweiz steht im Fokus des zweitägigen Export Treffens von IDM

Attraktiver Markt mit einigen Hürden

Dienstag, 19. November 2019 | 16:35 Uhr

Bozen – Die Schweiz ist der drittgrößte Exportmarkt für Waren aus Südtirol. Die geographische und sprachliche Nähe zu Südtirol, aber auch die Vorliebe der Schweizer für qualitativ hochwertige Produkte machen das Land sehr interessant für Südtiroler Unternehmen: Vom Lebensmittel- bis zum Bausektor – die Zahl der Betriebe, die in die Schweiz exportieren, steigt kontinuierlich. Weil der Markt aber zum einen außerhalb der EU liegt und zum anderen sehr anspruchsvoll ist, steigt gleichzeitig der Bedarf nach gezielter Information. Deshalb hat IDM Südtirol zwei Tage mit Vorträgen und Beratungen organisiert, die sich ganz dem Export in die Schweiz widmen. Insgesamt 100 Interessierte werden an den Beratertagen von IDM teilnehmen, die heute von Landesrat Philipp Achammer eröffnet wurden.

Mit einem Anteil von 5,21 Prozent liegt die Schweiz im Ranking der beliebtesten Exportmärkte für Südtiroler Produkte hinter Österreich und Deutschland an dritter Stelle. Waren im Wert von insgesamt 251,8 Millionen Euro wurden 2018 an die Eidgenossen ausgeliefert. Vor allem Unternehmen, die Maschinen und Anlagen exportieren, konnten gute Geschäfte machen. Aber auch Metalle und Metallprodukte sowie Nahrungsmittel und Getränke aus Südtirol sind auf diesem Markt sehr beliebt, der stark auf Import ausgerichtet ist. Gute Chancen gibt es auch im Hotelbereich, im Bau- und Baunebengewerbe und in der Industrielieferung.

„Zur Schweiz als unserem unmittelbaren Nachbarn gibt es viele Verbindungen – im kulturellen und sozialen, aber vor allem im wirtschaftlichen Bereich. So haben etwa 25 Südtiroler Unternehmen Betriebsstätten in der Schweiz, etwa 700 Unternehmen exportieren bereits in diesen Markt. Das heutige Event von IDM trägt dazu bei, neue Möglichkeiten und Chancen am Schweizer Markt aufzuzeigen und somit die fruchtbaren Beziehungen und Kooperationen weiter zu intensivieren, die speziell für lokale, grenznahe Wirtschaftsräume enorm wichtig sind“, sagt Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer.

Hauptaugenmerk der Beratertage zur Schweiz liegt auf Information und Beratung und Erfahrungsaustausch, gleichzeitig sollen sie aber auch als Plattform dienen, die Kontakte zu wertvollen Anlaufstellen und potentiellen Geschäftspartnern vermittelt. Bei sechs Impulsvorträgen werden wichtige Themen des Exports behandelt. Zeitgleich findet eine Messe mit 20 Beratungsständen statt, an denen sich Unternehmen von Experten beraten lassen können. Südtiroler Unternehmer und Freiberufler berichten zudem über ihre Erfahrungen am Markt. „Kleine und mittelgroße Unternehmen aus Südtirol sind in der Schweiz bekannt dafür, dass sie flexibel, wendig und zuverlässig sind und großes Know-how im Hotelbau besitzen. Hier sind sie den Schweizern eine Nasenlänge voraus, weil sie oft spezielle Lösungen einbringen können, die heimische Firmen eher nicht anbieten. Allerdings hat die Schweizer Bürokratie so ihre Tücken, welche man zu beachten hat“, sagt der Südtiroler Werner Kofler, der für das Schweizer Unternehmen Eberli Sarnen AG arbeitet.

„Die Schweiz ist ein aufwändiger Markt, den man gut kennen muss. Da sie nicht zur EU gehört, müssen etwa alle importieren Handelswaren zollrechtlich angemeldet werden. Auch für Dienstleistungen, die im Nachbarland erbracht werden, sind entsprechende Vorschriften zu beachten. Dazu kommt die Mehrwertsteuerpflicht, die unter Umständen für Waren und Leistungen anfällt. Gute Information ist also bei der Bearbeitung dieses Marktes unerlässlich. Deshalb organisieren wir Beratertage wie diese, um Interessierten sehr kompakt alle wichtigen Infos zur Verfügung zu stellen“, sagt Vera Leonardelli, Abteilungsdirektorin Business Development von IDM.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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