Von: Redaktion Südtirol News
Naturns/Bozen – “Auch ich bin Zivilschutz”: Das Motto verweist auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen als Teil des Zivilschutzes. Das Dipartimento della Protezione Civile organisiert zum 16. Mal auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit den Regionen und nationalen und lokalen Freiwilligenorganisationen über 350 Camps “Anch’io sono la Protezione Civile” in ganz Italien für 9000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren.
In Südtirol war eines dieser Zivilschutz-Camps in Naturns aufgeschlagen: Seit Beginn dieser Woche erhielten 20 Kinder und Jugendliche im Mittel- und Oberschulalter dort Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Zivilschutzes, berichtet Thomas Holzknecht von der Sektion Zivilschutz im Weißen Kreuz, der diese Camps im Auftrag der Agentur für Bevölkerungsschutz und mit Einbindung der Zivilschutzorganisationen alle Jahre wieder organisiert.
“Das Zivilschutz-Camp vermittelt jungen Menschen auf anschauliche Weise, wie wichtig Eigenverantwortung, Selbsthilfefähigkeit, Vorsorge und Gemeinschaftssinn im Bevölkerungsschutz sind; genau diese Bewusstseinsbildung macht die Bevölkerung widerstandsfähiger und schützt sie dadurch”, unterstreicht der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger.
Am Donnerstag gab die Berufsfeuerwehr einen halben Tag lang Einblick in ihre Tätigkeit. Schwerpunktthema war in diesem Jahr der Waldbrand, berichtet Brandinspektor Felix Reggiani: “Wir haben die Schutzfunktion des Waldes erklärt und auch, wie ein Waldbrand vermieden werden kann und was zu tun ist, wenn ein Waldbrand gesichtet wird.” Nach der Erklärung der Waldbrandbekämpfung konnten die Camp-Teilnehmer selber mithelfen und Löschschläuche und Löschrucksäcke ausprobieren. An weiteren Tagen stand ein Besuch beim Rettungshubschrauber Pelikan auf der Basis in Laas auf dem Programm, und auch Ortspolizei und Staatspolizei, Finanzpolizei und Carabinieri veranschaulichten ihre Tätigkeit.
Zum Abschluss der Woche informierte Martin Eschgfäller vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West in der Agentur für Bevölkerungsschutz am Freitag bei einer Exkursion zum Weintalgraben, zum Lahnbach und zum Kirchbach, Farnellbach und Büchlbach über Renaturierungsmaßnahmen und Schutzbauten. Doris Niederjaufner vom Amt für Zivilschutz und Ilaria Folie vom Landeswarnzentrum berichteten in der Gemeindeleitstelle über den Gefahrenzonenplan und den Zivilschutzplan, der Bürgermeister von Naturns Zeno Christanell ging auf Naturereignisse der vergangenen Jahre ein, etwa die Mure im Weintalgraben und im Kirchbach am 4. Dezember 2020 und den Murgang am 25. Juli 2022 im Lahnbach.
Am Ende der Woche nahmen die Teilnehmenden nicht nur wertvolles Wissen mit nach Hause, sondern auch die Erfahrung, selbst Verantwortung zu übernehmen. Ganz im Sinne des Mottos: “Auch ich bin Zivilschutz”.




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