Maßnahmen auf der A22

“Auf neuen Verkehrswegen in die Zukunft”

Donnerstag, 29. März 2018 | 18:45 Uhr

Eisacktal – Der Verkehr auf den Eisacktaler Autobahnabschnitten steigt seit Jahren beständig an. Das ist nicht nur ein Gefühl der Eisacktaler Bevölkerung, sondern ist durch den letzten ASTAT-Verkehrbericht von 2017 auch statistisch belegt. Der Anteil der Güter, die mit der Bahn über den Brenner transportiert werden, stagniert hingegen. Die Folgen sind Lärmbelästigung und schlechte Luft. Der SVP-Bezirk Brixen hat in den letzten Monaten ein Grundsatzpapier zur Verkehrsfrage im Eisacktal ausgearbeitet. Dieses präsentierte der SVP-Bezirksobmann Herbert Dorfmann gestern Abend in der Cusanus Akademie der breiten Öffentlichkeit. Landeshauptmann Arno Kompatscher nahm zu den Eisacktaler Forderungen Stellung.

Neun Punkte umfasst das Positionspapier des SVP-Bezirks Brixen. Herbert Dorfmann, EU-Parlamentarier und Bezirksobmann, stellte die einzelnen Forderungen vor. Er selbst kennt die Verkehrsprobleme des Eisacktals genau: „Ich lebe und wohne im Lärmpegel der Brennerautobahn und -eisenbahn. Und tatsächlich hat die Belastung durch den Verkehr immer weiter zugenommen. Mittelfristig wird der Brennerbasistunnel zu einer Verbesserung der Lage führen. Dennoch muss auch über Lösungen für die nächsten Jahre nachgedacht werden.“

Vier Punkte des vorgestellten Eisacktaler Verkehrskonzepts betreffen die Autobahn. So soll zum einen der Autobahnverkehr zwischen Verona und Kufstein besser koordiniert werden. Dadurch wäre es möglich, Belastungen zu verringern und Verkehrskollapse zu vermeiden. Konkret denkt die Eisacktaler SVP dabei an eine Abstimmung bei Feiertagsfahrverboten, Blockabfertigungen oder Bemautungen.

Für Gemeinden entlang der Brennerautobahn sieht das Verkehrskonzept Umweltausgleichszahlungen vor. Diese könnten durch Einnahmen des Landes aus dem Betrieb der Autobahn finanziert werden.

Weiters fordert der SVP-Bezirk Eisacktal, die Staatsstraße SS 12 von Brenner bis Brixen vom Transitverkehr zu entlasten. Hierfür könnte jenen LKWs die Benutzung dieser Strecke verboten werden, die nicht in diesem Abschnitt starten oder dort ein Ziel nachweisen können.

Nebstdem erachten die Eisacktaler SVPler bessere Kontrollen der bestehenden Geschwindigkeitsgrenze von 110 km/h als wichtig, um Lärm- und Abgasemissionen eindämmen zu können.

Die Vorschläge im zweiten Teil des Positionspapiers zielen auf Maßnahmen entlang der Brennereisenbahnstrecke. Dazu Herbert Dorfmann: „Der Bau des BBTs hat für die EU höchste Priorität. Es liegt aber weiter an uns, auf eine rechtzeitige Inbetriebnahme des BBTs und dessen Zulaufstrecken bis 2027 zu drängen. Zudem gilt es, auch heute schon auf die Zeit nach 2027 zu blicken.“ Kostenvorteile für die Schiene sollen geschaffen und weitere Verlademöglichkeiten in Verona realisiert werden. Nur damit könne der Brennerbasistunnel auch zur gewünschten Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs auf die Schiene führen. Nach Fertigstellung des BBTs und der Zulaufstrecken im Eisacktal soll sichergestellt werden, dass die heutige Bestandsstrecke von Bozen Richtung Brenner und Pustertal für den Personenverkehr zur Verfügung steht. Im Verkehrspapier wird hierzu eine moderne S-Bahn angedacht. Aufgelassene Bahnhöfe sollen wiederbelebt und Pendlerparkplätze geschaffen werden. Der bereits beschlossene Bau der Riggertalschleife soll eine schnelle Durchfahrt ins Pustertal ermöglichen.

Für den Zeitraum der BBT-Bauarbeiten fordern die SVP-Bezirke Brixen und Wipptal die rigorose Einhaltung der von den betroffenen Gemeinden aufgestellten Vorgaben. Um der Lärmbelästigung durch den Eisenbahnverkehr kurzfristig entgegenzuwirken, soll die Durchfahrt mit nicht lärmsanierten Güterwaggons verboten werden.

 

Von: luk

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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2 Kommentare auf "“Auf neuen Verkehrswegen in die Zukunft”"


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herbstscheich
herbstscheich
Superredner
26 Tage 3 h

fordern- fordern- fordern- dürft ihr ja.. doch habt ihr politisch Null Kompetenz  auch  nur  irgendetwas  durchzusetzen- ihr habt sehr  wohl  die  “Kompetenz”  die  Bevölkerung  zu  vertrösten.

Gurgiser
Gurgiser
Neuling
24 Tage 7 h

Was heißt “abstimmen”? Wenn schon, “angleichen” an das Lkw-Nachtfahrverbot zum Schutz der Berufskraftfahrer, Bevölkerung und (Tourismus)Wirtschaft; Lkw/km-Tarif erhöhen und Schutzmaßnahmen daraus finanzieren; Nebenstraßen für Transit sperren – warum soll das im Wipp- und Eisacktal nicht möglich sein, wo genauso die europäischen Vorgaben in Bezug auf Luft und Lärm gelten. Höchste Zeit, endlich einmal TATEN zu setzen, statt immer nur erzählen, was notwendig wäre – dringender denn je, nachdem die Deutsche Bundesbahn soeben das Jahr 2038 für die Fertigstellung von Zulaufstrecken bekannt gegeben hat. LG Fritz Gurgiser

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