Von: mk
Bozen – Der Unternehmerverband Südtirol zeigt sich besorgt: Einem Bericht der Tiroler Tageszeitung zufolge droht nicht nur die mögliche Verschiebung des Brenner-Basistunnels, dessen Fertigstellung sich bis 2034 verzögern könnte. Beunruhigend ist auch die Situation der Zulaufstrecke in Deutschland, die als entscheidend gilt, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Laut Bericht wurde das Projekt der Deutschen Bahn für den rund 50 Kilometer langen Abschnitt bis Kufstein von der bayerischen Landesregierung abgelehnt.
„Mit dem Brennerbasistunnel entsteht eine bedeutende Infrastruktur, die Europa verbindet und im Sinne der Nachhaltigkeit die Verlagerung auf die Schiene begünstigt: die Zulaufstrecken im Norden und im Süden spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie der BBT selbst“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper.
In Bayern werde der Bau der Zulaufstrecken unterdessen in diesen Tagen wieder in Frage gestellt. „Damit riskieren wir, dass sich die Inbetriebnahme des BBT und die Ausnutzung der vollen Kapazität um Jahre verzögert. Die Zulaufstrecken nördlich und südlich des Brenners spielen nämlich eine entscheidende Rolle, damit der Brennerbasistunnel erfolgreich genutzt werden kann: nur durch seine ganzheitliche Realisierung wird dieses Jahrhundertprojekt auch in der Lage sein, neue Kapazitäten auf der Bahn und ein wettbewerbsfähiges Angebot zu schaffen, damit die Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs von der Straße auf die Schiene gelingt. Gerade im Sinne des Umweltschutzes dürfen wir hier keine Zeit mehr verlieren“, so Rieper.
Der Unternehmerverband Südtirol fordert rasche Entscheidungen. „Wir sehen gerade auch in diesen Wochen, wie wichtig moderne, effiziente und zuverlässige Verbindungsinfrastrukturen sind. Wir können es uns nicht leisten, in Europa die Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Frieden zu verspielen. Es gilt daher BBT und Zulaufstrecken gleichzeitig voranzutreiben, und zwar im Interesse der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt. Wir dürfen nicht riskieren, dass die Attraktivität der Schiene in Frage gestellt wird“, appelliert Rieper abschließend.




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