Von: mk
Bozen – Funktional, technologisch fortschrittlich, aber auch ästhetisch ansprechend: Seit dem heutigen Mittwochmorgen ist über der A22 in der Nähe der Autobahnausfahrt Bozen Süd die neue Überführung für die künftige Ein- und Ausfahrt an der Mautstelle zu sehen. Es handelt sich dabei um ein 650 Tonnen schweres Bauwerk, das von einer bogenförmigen Struktur mit einer Spannweite von 65 Metern gekennzeichnet ist und in den vergangenen Monaten in den Baustellenbereichen neben der Fahrbahn zusammengesetzt wurde.
Um dieses unweit der bestehenden Überführung einzuheben – letztere wird in den nächsten Monaten abgetragen – reichten drei Stunden und 50 Minuten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Entsprechend auf ein Minimum reduziert werden konnten dadurch die Auswirkungen auf den Autobahnverkehr. Zeitgleich mit der Brücke wurden provisorische Widerlager errichtet – temporäre Konstruktionen aus Stahlbeton, die das gesamte Gewicht der Fahrbahnplatte und des Verkehrs während einer Übergangsphase von mehreren Monaten tragen.
Der Präsident der Brennerautobahngesellschaft wollte gestern Abend persönlich beim Einhob der neuen Überführung in Bozen Süd dabei sein. „Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit besteht darin, alte Kunstbauwerke mit möglichst geringen Verkehrsunterbrechungen zu ersetzen“, erklärt Hartmann Reichalter. „Es war daher beeindruckend zu sehen, wie die beauftragten Unternehmen mit Unterstützung unserer Mitarbeiter innerhalb weniger Stunden und ohne Unterbrechungen den Einhub der neuen Überführung abschließen konnten. Ich gratuliere daher allen Arbeitern und Technikern, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ich bin zuversichtlich, dass das Bauwerk termingerecht fertiggestellt werden kann und dass wir die neue Überführung bald ihrer Bestimmung übergeben können, was zur Erhöhung der Sicherheit und zur Verlängerung der Nutzungsdauer der Mautstelle Bozen Süd beiträgt.“
Geschäftsführer Diego Cattoni betonte: „Auch dieses Mal konnten wir die Ausführungszeiten perfekt einhalten, und das macht uns sehr zufrieden: Als Autobahnbetreiber ist es unsere Pflicht, die Anforderungen des Verkehrs mit jenen der Sicherheit in Einklang zu bringen. Da es nicht möglich ist, eine Überführung einzuheben, während darunter Fahrzeuge verkehren, war es unser Ziel, die Sperre des betroffenen Autobahnabschnittes so kurz wie möglich zu halten.“
Der Einhub ist die spektakulärste und aus technischer Sicht anspruchsvollste Phase des gesamten Vorhabens. Das Brückendeck mit einem Gesamtgewicht von mehr als 650 Tonnen wurde zunächst mithilfe eines hydraulischen Hebesystems angehoben, das auf provisorischen Fundamenten positioniert worden war. Sobald die erforderliche Höhe erreicht war, wurde die Struktur von SPMT-Plattformen (Self-Propelled Modular Transporter) übernommen, dabei handelt es sich um selbstfahrende, elektronisch gesteuerte Fahrzeuge, die sehr schwere Lasten mit höchster Präzision bewegen können. Die Transportfahrzeuge bewegten sich auf der Autobahn in Richtung Brenner und brachten die Brücke zu ihrer Position auf den provisorischen Auflagern. Dies in den Nachtstunden, in denen die Autobahn für den Verkehr gesperrt war. Während des gesamten Manövers wurden die Strukturen durch statische Überprüfungen überwacht.
„Die neue Überführung wird dieselbe Position wie die bestehende einnehmen“, erklärt der Technische Generaldirektor Carlo Costa. „Dies erfordert ein schrittweises Vorgehen und einen umfassenderen und komplexeren Aktionsplan. So gelingt es uns einmal mehr, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen unserer Eingriffe mit dem Anspruch zu verbinden, die Auswirkungen der Arbeiten auf den Betrieb der Mautstelle und der Autobahnachse so gering wie möglich zu halten.“ Die Überführung wurde auf provisorischen Widerlagern eingehoben, die so gestaltet sind, dass sie weder bestehende noch künftige Fundamente beeinträchtigen. Die neue Überführung wird vorübergehend für die Zeitspanne in Betrieb genommen, die notwendig ist, um das bestehende Bauwerk abzureißen und die definitiven Unterstrukturen zu bauen, auf die sie anschließend versetzt wird. „Auch dieses Bauwerk“, erläutert Costa, „knüpft in seiner Form an die Projekte an, die in Neumarkt und Brixen errichtet worden sind: Bauwerke, die nicht nur funktional sind, sondern den Orten an der Autobahn auch eine Identität verleihen. Die ästhetische Qualität der Bauwerke und ihre landschaftliche Einbindung sind für uns von großer Bedeutung für die Region.“
Nachdem die Brücke provisorisch auf den temporären Widerlagern positioniert wurde, werden nun alle Elemente fertiggestellt, die während des Einhubs aus Platz- oder Gewichtsgründen nicht montiert werden konnten: die seitlichen Leitplanken und die Sicherungen an der Innenseite, die Fahrbahndecke aus Asphalt und die Beschilderung. Sobald das Bauwerk in seiner provisorischen Position fertiggestellt ist, wird der Straßenverkehr auf die neue Überführung geleitet, das geschieht voraussichtlich bis zum Sommer. Da das bestehende Bauwerk damit verkehrsfrei ist, kann unter sicheren Bedingungen mit den anschließenden Abbrucharbeiten fortgefahren werden, ohne längere Unterbrechungen für die Autobahnnutzer.
Sobald der Verkehr auf das neue Bauwerk umgeleitet ist, wird die bestehende Überführung aus dem Jahr 1970 vollständig abgerissen. Auf der dadurch freiwerdenden Fläche werden die endgültigen Fundamente und Widerlager der neuen Überführung errichtet. Damit wird die letzte Bauphase eingeleitet, die für das kommende Jahr vorgesehen ist: Die Überführung wird mit einem ausgeklügelten technischen System seitlich von ihrer provisorischen Position an den endgültigen Standort versetzt.




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