Unter den Kunden viele Serie-A-Spieler und Prominente – VIDEO

1,2 Mio. beschlagnahmt: Finanzpolizei zerschlägt Mailänder Luxus-Prostitutionsring

Dienstag, 21. April 2026 | 07:08 Uhr

Von: ka

Mailand – Die von der Staatsanwaltschaft koordinierten Ermittlungen gegen Luxus-Escorts führten am Montag zur Zerschlagung eines elitären Prostitutionsrings in den Nachtlokalen Mailands.

Dabei beschlagnahmten die Beamten der Finanzpolizei nicht weniger als 1,2 Millionen Euro und nahmen vier Personen in Gewahrsam. Die Festnahme der „Organisatoren” der „Movida mit Luxus-Escorts” – „Movida” ist ein ursprünglich spanischer Begriff, der das ausschweifende und laute Nachtleben junger Leute in den Ausgehvierteln beschreibt – könnte in der lombardischen Metropole einen handfesten Skandal auslösen. Zu den Kunden zählten nämlich nicht „nur” mehrere Fußballspieler der Serie A, sondern auch zahlreiche Prominente, darunter bekannte Unternehmer und Personen des öffentlichen Lebens.

Es handelte sich um eine kriminelle Organisation, die sich als Event-Agentur tarnte und Veranstaltungen im Nachtleben organisierte. In ihren „Paketen” bot sie unter anderem Abende mit Luxus-Escorts an, von denen einige gerade erst volljährig geworden waren. An diesen „Abenden” sollen angeblich mehrere Fußballspieler der Serie A teilgenommen haben. Die Machenschaften gerieten ins Visier der Finanzpolizei der Provinzkommandantur Mailand. Nachdem die Beamten ausreichend belastendes Material gesammelt hatten, nahmen sie vier Personen fest. Sie wurden unter Hausarrest gestellt. Laut Anklage hat die Gruppe „eine Tätigkeit gefördert, die auf die Begünstigung und Ausbeutung der Prostitution abzielte, samt der entsprechenden Geldwäsche der Erlöse“.

apa

Die von der stellvertretenden Staatsanwältin Bruna Albertini koordinierten und von der Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Finanzpolizei in Mailand durchgeführten Ermittlungen ermöglichten es, eine „beträchtliche Anzahl von Beweisen” gegen die Verdächtigen zu sichern. Laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Mailand sollen sie in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern der Vereinigung, darunter Escorts und PR-Mitarbeiter, gehandelt haben.

Guardia di Finanza Milano

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, ihr „Geschäft“ auf die Anwerbung von Frauen – darunter auch professionelle Escorts – ausgerichtet zu haben. Diese waren bereit, an den organisierten Veranstaltungen teilzunehmen und dort sexuelle Dienstleistungen zu erbringen, die anschließend vergütet wurden. Die wohlhabende Kundschaft war bereit, dafür hohe Summen auszugeben.

Zu dieser sollen, wie eine Quelle angibt, „sehr bekannte Persönlichkeiten“ wie Unternehmer und Fußballspieler der Serie A gehören. Die Zahl der Letzteren sei „beträchtlich“. Dabei handele es sich nicht nur um Spieler mit Wohnsitz in der Lombardei, sondern auch um Spieler, die zu Auswärtsspielen nach Mailand gekommen seien und sich nach den Spielen erotische Vergnügungen gegönnt hätten.

Der Umsatz und die Gewinne des Mailänder Luxus-Prostitutionsrings sollen beträchtlich gewesen sein. Im Rahmen der Festnahmen ordnete die Mailänder Staatsanwaltschaft eine vorsorgliche Beschlagnahmung von Geldsummen in Höhe von über 1,2 Millionen Euro an. Bei den eingezogenen Konten soll es sich praktisch ausnahmslos um Gewinne aus der Beihilfe zur Prostitution und deren Ausbeutung handeln.

Diese hohen Summen kamen auch zustande, weil die „Organisatoren” der „Movida mit Luxus-Escorts” laut den Ermittlungen keine Mühe scheuten, um ihren wohlhabenden Kunden ein möglichst unvergessliches „Erlebnis” zu bieten. Unter anderem bot der Luxus-Prostitutionsring „All-inclusive“-Pakete mit Abenden in Nachtlokalen mit anziehenden Escorts und anschließender Unterbringung in Luxushotels an. Diese Möglichkeit wurde selbstverständlich nur gegen Zahlung von „Tausenden von Euro” gewährt.

APA/APA (AFP)/JENS SCHLUETER

In der Verfügung der Mailänder Ermittlungsrichterin Chiara Valori sollen nur einige der bekannten Kunden namentlich erwähnt sein. Die Zerschlagung des Luxus-Prostitutionsrings in der lombardischen Metropole könnte jedoch einen handfesten Skandal auslösen, denn der Name eines Spielers oder eines Prominenten könnte im Laufe der kommenden Tage und Wochen ohne weiteres an die Öffentlichkeit durchsickern.

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