Leitthema „Mobilität im Alpenraum“

Drei-Kammern-Treffen beim Europäischen Forum Alpbach 

Montag, 21. August 2017 | 11:08 Uhr

Alpbach – Vom 16. August bis 1. September 2017 findet im Tiroler Alpbachtal das Europäische Forum Alpbach statt. Besonderes Highlight der Veranstaltung sind die  traditionellen Tiroltage, die am 19. und 20. August unter dem Leitthema „Mobilität im Alpenraum“ über die Bühne gegangen sind. Zu diesem Anlass trafen sich die Führungsspitzen der Handels- und Wirtschaftskammern der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Alpbach, um über wichtige Zukunftsthemen und Initiativen von überregionalem Interesse zu diskutieren. Außerdem wurde im Rahmen der Tiroltage der von den Kammern gestiftete Jungforscher/innenpreis für die besten Forschungsarbeiten der Europaregion vergeben. Dieser ging heuer an Matthias Rauter und Daniel Winkler von der Universität Innsbruck.

Die Führungsspitzen der Wirtschafts- und Handelskammern der Europaregion nutzten die Tiroltage des Europäischen Forums Alpbach, um bei einem gemeinsamen Treffen verschiedene Diskussionen zum Leitthema Mobilität im Alpenraum anzustoßen, eine Schlüsselfrage für die Wirtschaft und Gesellschaft der drei Gebiete.

„Die Mobilität im Alpenraum war schon immer mit besonderen Herausforderungen verbunden. Der Waren- und Personenverkehr schwillt ständig weiter an und mit ihm die Ansprüche an die Infrastruktur“, so der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner: „Es gilt also, langfristige Strategien für die Verkehrswege im Alpenraum anzudenken und in diesem Zusammenhang sehen wir als Kammern es als unsere Aufgabe, die Position und die Interessen der drei Wirtschaftsräume zu vertreten.“

Neben dem Leitthema Mobilität standen beim Treffen der drei Kammern in Alpbach auch andere Themen von strategischem Interesse auf der Tagesordnung. „Der gesamte Alpenraum soll in Zukunft durch die makroregionale EU-Strategie EUSALP zur Modellregion werden. Für unsere Europaregion ist es an dieser Stelle ganz besonders wichtig, die Bedürfnisse und die Sichtweise der Wirtschaft und der Bevölkerung von Tirol, Südtirol und dem Trentino an den richtigen Stellen zu deponieren. Dies kann und soll auch durch die Wirtschaftskammern erfolgen“, informiert der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Jürgen Bodenseer.

In diesem Zusammenhang wurden von den drei Kammern auch die Ergebnisse einer Studie zum Wirtschaftstandort Europaregion im Detail beleuchtet. Es wurden außerdem Projekte, Arbeitsgruppen und Initiativen im Bereich der Digitalisierung analysiert, um künftig voneinander zu lernen und Synergien auf diesem Gebiet besser nutzen zu können.

„Die Digitalisierung ist ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Europaregion und spielt eine maßgebliche Rolle darin, deren Bestehen auf dem Markt zu sichern“, so der Präsident der Handelskammer Trient, Giovanni Bort: „Das heutige Treffen diente dazu, Erfahrungen zwischen den Kammern auf diesem Gebiet auszutauschen, Vergleiche zwischen den Regionen anzustellen und Potentiale für Synergien und mögliche Kooperationen auszuloten. Zahlreiche Projekte zwischen den Handels- und Wirtschaftskammern in Schlüsselbranchen für die Europaregion konnten bereits auf den Weg gebracht werden und tragen dazu bei, die nachhaltige Entwicklung des Territoriums zu sichern.“

Die drei Kammern planen zudem eine Reihe von gemeinsamen Veranstaltungen und Kooperationen zur wirtschaftlichen Vernetzung der Europaregion. Zu Beginn des kommenden Jahres ist in Innsbruck ein grenzüberschreitendes Treffen von Unternehmen im Baubereich geplant. Weitere Veranstaltungen stehen auch im Rahmen der Initiative „Traditionelles Brot der Euregio“ auf dem Plan.

Jungforscher/innenpreis 2017 vergeben

Die Tiroltage in Alpbach haben sich in den vergangenen Jahren zum Treffpunkt und Schaufenster der Forschungslandschaft der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino entwickelt. In diesem Rahmen wird jährlich der von den Handelskammern der Europaregion gestiftete Jungforscher/innenpreis vergeben.

Der erste Preis ging heuer an Matthias Rauter und Daniel Winkler von der Universität Innsbruck. Die Sieger haben sich in ihrer Arbeit mit der Messung von Naturgefahren für alpine Regionen aufgrund ihrer Topografie auseinandergesetzt. Mittels eines Neuronen-Netzes ist das von ihnen entwickelte System in der Lage, Lawinen bis zu einer Genauigkeit von 70 Prozent vorherzusagen. Dadurch kann die Sicherheit im Tourismus und im Verkehr im Alpenbereich erhöht werden.

Der zweite Preis ging an Johannes Lechner (Universität Innsbruck) für sein Projekt zur Sicherung und Stärkung von Betonbrücken. Den dritten Preis erhielt Melanie Plangger, ebenfalls von der Universität Innsbruck. Sie beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit der euroregionalen Zusammenarbeit in der Europäischen Union unter dem Gesichtspunkt der makroregionalen Strategie für den Alpenraum.

Der Sonderpreis „TIROL 2050 energieautonom“ wurde Verena Schallhart vom MCI Management Center Innsbruck verliehen. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit der Reduktion luftverschmutzender Emissionen auseinander, die von dieselbetriebenen Bussen ausgestoßen werden.

Weitere Informationen zum Jungforscher/innenpreis gibt es im gemeinsamen Büro der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Bozen, Tel. 0471 402 026, www.europaregion.info/ youngresearcher.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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