Nutzungsdauer und Widerstandsfähigkeit des Hyperchargers geprüft

Elektromobilität: Eurac Research testet innovative Schnellladesäule

Donnerstag, 03. Mai 2018 | 13:19 Uhr

Bozen – Die neuartige Schnellladesäule, mit der sich die Ladezeit von Elektroautos wesentlich verringert, wird in den Laboren des NOI-Techparks beschleunigter Alterung unterzogen und extremen Umweltbelastungen ausgesetzt: Temperaturen von plus 55 bis minus 30 Grad, Luftfeuchtigkeit bis zu 95 Prozent, ausdauernder simulierter Sonnenbestrahlung. Insgesamt 400 Stunden lang testen die Forscher das Produkt, um seine Funktionalität und die Materialeigenschaften zu bewerten.

Was den zwei Meter hohen Hypercharger von den derzeit auf dem internationalen Markt erhältlichen Ladesäulen unterscheidet, sind neben seinem geringen Volumen, vor allem seine Leistungsfähigkeit, um Elektroautos im Expresstempo zu laden: Die Ladezeit von Elektroautos der neuen Generation, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen werden, beträgt mit dem Hypercharger weniger als eine halbe Stunde, während es mit konventionellen Schnellladesäulen derzeit etwa anderthalb Stunden sind.

Für die Tests nutzen die Forscher von Eurac Research das sogenannte „Accelerated Life Testing Lab“, in dem beschleunigte Lebenszyklen von Industrieprodukten wie Fotovoltaikmodulen, Kunststoffen und elektronischen Komponenten simuliert werden können, um zu beurteilen, wie sich ihre Leistungsfähigkeit im Verlauf der Nutzungsdauer ändert. „Diese Tests sind für uns sehr wichtig, weil wir dadurch überprüfen können, ob unser Produkt den sektorspezifischen Normen entspricht“, erklärt Philipp Senoner, Geschäftsführer von alpitronic.

„Wir testen die Funktionalität des Prototyps und prüfen, ob sich einzelne Komponenten wie zum Beispiel das Display verändert, wenn das Gerät verschiedenen, starken Umweltbelastungen ausgesetzt ist“, erklärt Giorgio Belluardo, Forscher am Institut für erneuerbare Energien, der die Tests durchführt. „In unserem Labor haben wir das Produkt an mehreren Tagen Temperaturen von plus 55 Grad bis minus 30 Grad und einer variablen Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent ausgesetzt. Schließlich testen wir auch, wie sich eine starke Bestrahlung von bis zu 1250 W/m2 über einen längeren Zeitraum auf die Widerstandsfähigkeit des Hyperchargers auswirkt.“ Die Forscher testen die Schnellladesäule im ausgeschalteten Zustand, im Stand-By-Modus und beim Aufladen eines Elektrofahrzeuges mit unterschiedlicher Ladeleistung bis zu maximal 150kW.

„Vergangenen Oktober sind wir mit unseren inzwischen über 100 Mitarbeitern und den diversen Labors in den NOI-Techpark umgezogen. Die Labors sind nach dem Wiederaufbau und der Kalibrierung nun wieder voll funktionsfähig. Moderne Technik und hochqualifiziertes Personal erlauben uns, immer häufiger mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, neue Produkte zu entwickeln und Qualitätskontrollen durchzuführen“, erklärt Wolfram Sparer, Leiter des Instituts für erneuerbare Energien von Eurac Research.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Elektromobilität: Eurac Research testet innovative Schnellladesäule"


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Andreas K.
Andreas K.
Neuling
23 Tage 5 h

Hypercharger mit 150 KW??    Die E – Autos welche in 2 Jahren auf den Markt kommen brauchen bis zu 350 KW.  Ich würde deshalb momentan niemals in eine öffentliche Ladesäule mit nur 150 KW investieren.  Aber man kann natürlich auch 2 x bauen…… und 2 x zahlen.

Denker97
Denker97
Grünschnabel
23 Tage 4 h

zurzeit laden gewöhliche e-autos mit 50kw…tesla kann bis zu 130kw..

http://www.hypercharger.it/wp-content/uploads/2018/01/HYC_225_300_produktbrief_v20180117.pdf

selwol
selwol
Grünschnabel
22 Tage 14 h

Interessant wäre zu wissen wieviele Herrn bei diesem Test 
mitgearbeitet haben?Wieviel hat das dem Steuezahler gekostet?

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
22 Tage 13 h

@Denker97 350 klingt aber besser.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
23 Tage 7 h

Super jetzt brauchen wir nur noch die passenden autos dazu mit grosser reichweite und bezahlbar.in china gibts die ja schon hab ich letztes mal gesehen einen suv mit 500 km reichweite für 25000 euro. Wenn die in europa auf den markt kommen kosten die sicher wieder das doppelte.was ist los mit den europäischen autobauern???im land der dichter und denker auch nicht???

enkedu
enkedu
Kinig
22 Tage 15 h

Europa hat verschlafen, das stimmt. Ob die Trendwende in Bozen eingeleitet wird, wage ich zu bezweifeln.

Mezcalito
Mezcalito
Neuling
23 Tage 3 h

150 kW – wo ist da Innovation?

bern
bern
Superredner
23 Tage 2 h

150kW ist nicht Hyper sondern nur Super…..aber das weiß man bei der Eurac sicher noch nicht….

raunzer
raunzer
Tratscher
23 Tage 1 h

Hypercharger mit 150 kW vor der Haustür und ein 3,5 kW Anschluss für die Wohnung, ich lach mich krumm!!

Tabernakel
23 Tage 1 h
Suedtiroler89
22 Tage 11 h

Es gibt auch einen Hypercharger mit 300kW. Es ist noch kein E-Auto geplant das mit mehr als 300kW geladen werden kann.
http://www.hypercharger.it/products/#hyc225-300

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