Arbeitnehmer und Entlohnungen im Jahr 2015

Equal Pay Day: Immer noch Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau

Mittwoch, 19. April 2017 | 12:03 Uhr

Bozen – Am 21. April wird in Südtirol der Equal Pay Day begangen und aus diesem Anlass veröffentlicht das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) einige Daten zu den Entlohnungen der unselbstständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft. Durch die Verwendung einer amtlichen Quelle (NISF) kann festgestellt werden, dass durchaus Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern (Gender Pay Gap) bestehen. Bei Betrachtung der Vollzeitarbeitsverhältnisse ergibt sich ein Lohngefälle von 17,3 Prozent zu Ungunsten der Frauen. Maßgeblichen Einfluss auf die Lohnunterschiede haben Merkmale wie Dienstalter, Teilzeitanteil, Wirtschaftssektor oder Vertragsart.

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Deeg fordert faire Bezahlung weiblicher Berufe

Anlässlich des Equal Pay Day am 21. April macht sich Familienlandesrätin Waltraud Deeg für eine faire Entlohnung “weiblicher” Berufe stark.

Der Equal Pay Day soll auf das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen und auf die Gründe dafür aufmerksam machen. Frauen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen. Und zwar so viel weniger, dass jedes Jahr mit einem Aktionstag auf diesen Gehaltsunterschied aufmerksam gemacht wird. Im Durchschnitt sind es 17 Prozent.

Woran aber liegt diese Ungleichbehandlung? “Zum einen sind viele Frauen in Teilzeit beschäftigt und leisten nach wie vor den größten Teil der unbezahlten Arbeit in Haushalt und Familie”, sagt Familienlandesrätin Waltraud Deeg, “und während Männer vielfach Überstunden machen, ist das für viele Frauen organisatorisch einfach nicht möglich.” Meistens übernehmen die Frauen die Kindererziehung, dann fehlt ihnen danach auch die Berufserfahrung – “und sie steigen seltener in Führungspositionen auf”, so Deeg.

Diese Gründe sind aber nicht die einzigen für das Lohngefälle: Frauen arbeiten auch häufiger als Männer in schlecht bezahlten Branchen. “Viele Frauen arbeiten im Gesundheits- und Sozialbereich”, erklärt die Landesrätin. Dass in der Männerdomäne Industrie viel höhere Gehälter gezahlt werden als in der Frauendomäne Sozialbereich, stellten im vergangenen Jahr auch die Wissenschaftler des Institut der deutschen Wirtschaft Köln fest.

“Diese Ungleichheit dürfen wir nicht hinnehmen. Wir müssen diese Erkenntnis vielmehr dafür nutzen, etwas an dieser Ungleichbehandlung zu ändern”, sagt Deeg. Die sozialen Berufe seien für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Als Beispiel nennt Deeg den Beruf der Kinderbetreuerinnen. “Die ersten 3 Lebensjahre sind besonders prägend für ein Kind. Das heißt aber nicht, dass sich die Mutter rund um die Uhr um ihren Nachwuchs kümmern muss. Das heißt vielmehr, dass wir in den Betreuungseinrichtungen eine hohe Qualität gewährleisten müssen.” Dies wiederum könne nur dann geschehen, wenn die Frauen, die in diesen Einrichtungen arbeiten, fair entlohnt werden. Erst vor wenigen Wochen pochte Deeg im Gespräch mit den Vertretern der Gewerkschaften darauf, einen eigenen territorialen Zusatzvertrag für die Kinderbetreuerinnen abzuschließen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Equal Pay Day: Immer noch Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau"


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gauni2002
gauni2002
Superredner
4 Tage 9 h

Leider ist dieser Artikel viel zu oberflächlich, wo keine nicht hinkenden Beweise vorliegen. 
Es gibt auch Unterschiede, dass der Mann weniger verdient als die Frau. Als Beispiel will ich einwerfen, dass oftmals ein Handwerker im Kleinstbetrieb weniger verdient als eine ungelernte Putzfrau in einem Großkonzern.
Die Löhne sind von Region zu Region unterschiedlich, von Branche zu Branche aber auch. Nur, wenn man einen betrieb nimmt, dann ist innerhalb die Lohndifferenz bei gleicher Arbeit eher gering und bezieht sich dann auf Qualifikationsunterschiede und Betriebszugehörigkeit. 

Gredner
Gredner
Tratscher
4 Tage 8 h

Ja ja, und immer noch ist diese Meldung eine Falschmeldung, da sie  sich bei näherem Hinsehen als unwahr entpuppt. Es gibt keinen Unterschied bei den Gehältern – nirgends!  Es gibt lediglich Frauen, die öfter Teilzeit arbeiten als Männer und daher auch weniger Lohn erhalten. Dies ist aber richtig so, alles andere wäre ungerecht.

Statistiken bewusst falsch interpretieren und darzulegen um einen inexistenten Missstand anzuprangern ist verwerflich. Das kann nicht im Interesse der Frauen sein. ich hoffe dass diese Falschmeldungen endlich aufhören.

herbstscheich
herbstscheich
Tratscher
4 Tage 7 h

dann  Frau  Betreuungslandesrätin- wann  kommt  die Anerkennung  der  Rentenjahre  für  die Kindererziehung – (denn: für dieselbe Arbeit – laut KV bekommen  Männer & Frauen dassselbe…)

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