Treffen mit Präsidenten des EU-Parlaments Martin Schulz

Europäische Standards in der Erste-Hilfe-Ausbildung gefordert

Freitag, 14. Oktober 2016 | 18:59 Uhr

Brüssel/Bozen – Gemeinsam mit seinen internationalen Partnerorganisationen setzt sich das Weiße Kreuz für die Einführung eines europäischen Standards bei Erste-Hilfe-Ausbildungen ein. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, trafen Vertreter des internationalen Netzwerkes von Samariter-Organisationen, SAM.I in Brüssel auf den Präsidenten des EU-Parlaments Martin Schulz und übergaben dazu eine Empfehlung.

Wer in Italien oder Deutschland einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, muss damit rechnen, dass sein Erste-Hilfe-Nachweis in einem anderen Staat nicht anerkannt wird. Grund dafür ist das Fehlen eines verbindlichen Standards und damit die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung von solchen Zertifikaten. Ivo Bonamico, Direktor des Weißen Kreuzes und Generalsekretär von SAM.I. überreichte nun gemeinsam mit Knut Fleckenstein, Präsident von SAM.I. ein 20-seitiges Empfehlungspapier „Single European First Aid“ an Parlamentspräsident Martin Schulz. Darin fordert das internationale Netzwerk, nach dem Vorbild des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) Lernergebnisse in der Erste-Hilfe-Ausbildung gesetzlich festzulegen und damit eine grenzüberschreitende Anerkennung der Zertifikate zu ermöglichen. EU-
Parlamentspräsident Schulz begrüßte die Initiative von SAM.I. und betonte dabei die Wichtigkeit der Ersten Hilfe. „Nach wie vor wird der Ersten Hilfe nicht genug Bedeutung in unserer Gesellschaft beigemessen. Dabei ist es ein essentielles Thema für uns alle“.

Um EU-Abgeordnete für die Bedeutung von Erster Hilfe zu sensibilisieren, zeigten anschließend ein internationales Ausbildungsteam aus Südtirol, Österreich, Rumänien und Deutschland verschiedene Rettungsmaßnahmen und schulten EU-Abgeordnete und ihre Mitarbeiter in Erster Hilfe. Als besonders erfreulicher Anlass konnte im Zuge des Treffens auch das neue Europabüro von SAM.I. in Brüssel feierlich eröffnet werden. Für die Delegation aus Südtirol, der neben Bonamico auch die Präsidentin des Landesrettungsvereines Barbara Siri und Rechnungsprüfer Oskar Malfertheiner angehörte, wurde damit ein weiterer Meilenstein hin zur Vereinheitlichung von Erste-Hilfe-Ausbildung gesetzt. „Mit der EU-weiten Anerkennung von Erste-Hilfe-Nachweisen werden mehr Menschen Erste Hilfe erlernen und auch anwenden“, betonte Bonamico in seiner Ansprache im Sitzungssaal des EU-Parlamentes.

Von: luk

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