Von: luk
Bozen – Wie können faire Wettbewerbsbedingungen im Mietwagengewerbe sichergestellt und gleichzeitig neue Markteintritte ermöglicht werden? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen dem Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) und dem Gemeindenverband.
Vertreter des lvh und des Gemeindenverbandes trafen sich kürzlich, um aktuelle Herausforderungen im Bereich der Mietwagenunternehmen zu analysieren und gemeinsam praktikable Lösungsansätze zu entwickeln. Ziel ist es, die Qualität im Personenverkehr zu sichern und gleichzeitig einen fairen Zugang zum Markt zu gewährleisten.
Marktzugang und Wettbewerb im Fokus
Ein zentrales Thema war die Vergabe von Ermächtigungen für die Ausübung des Mietwagendienstes. Aus Sicht der Berufsgemeinschaft besteht derzeit die Herausforderung, dass insbesondere junge Unternehmen nur geringe Chancen haben, in den Markt einzutreten. Gleichzeitig ist es wichtig, dass mehrere heimische Betriebe die Möglichkeit erhalten, am Wettbewerb teilzunehmen.
Im Rahmen des Treffens wurden daher konkrete Anpassungen der Vergabekriterien diskutiert. Dazu zählen unter anderem eine mögliche Obergrenze für die Anzahl an Lizenzen pro Unternehmen sowie zusätzliche Bewertungspunkte für jüngere Betriebe. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Marktstruktur ausgewogener zu gestalten und neue unternehmerische Initiativen zu fördern.
Hansjörg Thaler, Obmann der Berufsgruppe Transport im lvh, betont: „Es braucht klare und faire Rahmenbedingungen, damit auch neue und kleinere Betriebe realistische Chancen am Markt haben. Nur so bleibt der Wettbewerb lebendig und die Qualität im Personenverkehr gesichert.“
Herausforderungen im Betriebsalltag
Neben der Lizenzvergabe wurden auch operative Themen angesprochen. Ein wesentliches Anliegen betrifft den Nachtdienst im Mietwagenbereich. Hier wurde vorgeschlagen, verpflichtende Bereitschaftsdienste einzuführen, die von mehreren Betrieben gemeinsam organisiert werden könnten. Zur Unterstützung dieses Modells wurde auch die Idee einer zentralen Hotline sowie einer stärkeren Einbindung digitaler Plattformen wie „südtirolmobil“ diskutiert. Eine mögliche finanzielle Beteiligung durch Gemeinden und Land wurde ebenfalls in Betracht gezogen.
Offene Fragen beim RENT-Register
Ein weiterer Diskussionspunkt war das sogenannte RENT-Register, das auf staatlicher Ebene geführt wird. Da dieses derzeit nicht aktuell ist, ergeben sich in der Praxis Unsicherheiten. Der Gemeindenverband hat daher angekündigt, die Problematik an das zuständige Ministerium weiterzuleiten und gleichzeitig die Gemeinden anzuweisen, die ordnungsgemäße Ausübung der Tätigkeit regelmäßig zu überprüfen.
Gemeinsame Lösungen als Ziel
“Der Austausch verdeutlichte, dass die Herausforderungen im Mietwagengewerbe nur im Dialog zwischen Verband, Gemeinden und Politik nachhaltig gelöst werden können. Im Fokus stehen dabei klare, nachvollziehbare Regeln, die sowohl den Betrieben Planungssicherheit bieten als auch die Qualität des Angebots sichern.” Der lvh wird die Gespräche weiterführen und sich dafür einsetzen, dass die erarbeiteten Vorschläge in konkrete Maßnahmen überführt werden. Denn eines ist klar: Ein funktionierender Wettbewerb ist die Grundlage für ein starkes und zukunftsfähiges Personentransportgewerbes in Südtirol.




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