Zukunftswerkstatt Südtirol 2021

Familieninterne Unternehmensnachfolge ist keine Selbstverständlichkeit

Mittwoch, 14. Juli 2021 | 10:24 Uhr

Bruneck – Eine Unternehmensnachfolge ist ein herausfordernder Schritt für die betroffenen Unternehmer. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen wird das Thema ausgiebig mit verschiedenen Experten diskutiert. Gestern fand die zweite Abendveranstaltung in der Gärtnerei Grünes und Co. in Bruneck statt.

„Nicht immer ist eine familieninterne Betriebsübergabe möglich. Auch eine familienexterne Nachfolge kann eine geeignete Lösung für den Fortbestand des Unternehmens darstellen“, betonte Handelskammerpräsident Michl Ebner in seiner Begrüßungsrede.

Genauso sehen es Herbert Mahlknecht, Besitzer der Gärtnerei und Irmgard Hitthaler, Präsidentin der Sozialgenossenschaft Grünes und Co.: „Anfangs gestaltete sich die Suche nach einer an der Übergabe der Gärtnerei interessierten Person nicht so einfach. Als sich die Möglichkeit ergab, die ehemalige Gärtnerei Mahlknecht als familienexterne Nachfolge in die Sozialgenossenschaft Grünes und Co. umzuwandeln, waren wir sofort hellauf begeistert. So können wir uns gemeinsam sozial engagieren und gute Inklusionsarbeit leisten.“

Anita Zehrer, Professorin am MCI Management Center Innsbruck, referierte im Rahmen der Veranstaltung über das Thema „Nachfolgefähigkeit und Nachfolgebereitschaft: Die familieninterne Nachfolge ist keine Selbstverständlichkeit“. Eine Unternehmensnachfolge gilt es erfolgreich vorzubereiten, wobei emotionale und psychologische Faktoren den Erfolg der Übergabe beeinflussen können. Die fünf zentralen Erfolgsfaktoren sind dabei das gegenseitige Vertrauen zwischen Übergeber/in und Nachfolger/in, der Übergabewille des Übergebers bzw. der Übergeberin, die Qualifikation und Person des Nachfolgers bzw. der Nachfolgerin, der richtige Zeitpunkt der Übergabe sowie die strategische Planung der Betriebsnachfolge.

Ein weiterer Aspekt für eine gelungene Unternehmensnachfolge ist ein frühzeitiger Beginn des Übergabeprozesses. Als grobe Faustregel sollten die Übergeber ab etwa 62 Jahren anfangen, sich gedanklich mit dem Thema zu beschäftigen und eventuelle Nachfolger miteinzubeziehen. Eine rechtzeitige Planung ist auch wichtig, um alle Eventualitäten und mögliche Unstimmigkeiten in der Familie aus dem Weg zu räumen. Dies geht unter anderem aus der neuen Studie des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen zur Unternehmensnachfolge in Südtirol hervor.

Das Abschlusstreffen der Veranstaltungsreihe Zukunftswerkstatt Südtirol findet heute, am 14. Juli 2021 um 18.00 Uhr, in der Falser Maschinenbau GmbH in Auer statt. Die Teilnahme ist in Präsenz oder online möglich; Anmeldungen unter www.wifo.bz.it/events.

Die WIFO-Studie „Unternehmensnachfolge in Südtirol: Zahlen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren“ liegt in der Handelskammer Bozen in gedruckter Form auf und steht auf der Website www.wifo.bz.it/studien zum Download bereit.

Von: luk

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