Märkte des Fernen Ostens im Mittelpunkt eines Beratertags von IDM Südtirol

Fokus auf Asien

Mittwoch, 21. November 2018 | 13:29 Uhr

Bozen – Vom Wirtschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan bis zur Verringerung der Strafzölle für Importe aus der EU in China: Derzeit laufen viele Initiativen, die das Exportgeschäft Richtung Ferner Osten fördern. Wo liegen nun aber die Chancen, was sind die konkreten Rahmenbedingungen und Risiken für die Südtiroler Unternehmen? Um die heimischen Betriebe über alle Aspekte zu informieren, die beim Export nach China, Japan, Südkorea und in die Länder Südostasiens wichtig sind, hat IDM Südtirol gestern einen Beratertag organisiert.

202 Millionen Euro: So hoch ist der Gesamtwert der Exporte Südtiroler Unternehmen in diese Länder; das entspricht 4,2 Prozent aller Südtiroler Exporte. Heimische Betriebe erwirtschafteten 2017 durch ihre Arbeit – also durch Export, Aufträge aus diesen Ländern und das Abwickeln von Projekten –  einen Umsatz von 70,5 Millionen Euro in China und 66,3 Millionen Euro in Südostasien. Davon entfallen 34,7 Prozent auf Malaysia und 6,8 Prozent auf Singapur. „Das ist zwar derzeit kein hoher Wert, wenn man ihn auf die Gesamt-Exportzahlen Südtirols umlegt, dennoch sind diese Märkte für unsere Unternehmen sehr interessant. Sie unterscheiden sich untereinander stark, aber ihnen allen ist gemeinsam, dass die Wirtschaft dieser Zone wächst und sie daher eine große Zahl potenzieller Kunden für Südtirols Unternehmen bietet“, sagt IDM-Direktor Hansjörg Prast.

Dazu kommen die neuen Initiativen, die Exporte in diese Länder künftig erleichtern. So sieht etwa das neue Handelsabkommen zwischen Europäischer Union und Japan, das im Juli abgeschlossen wurde, vor, dass ein großer Teil der Strafzölle auf europäische Produkte abgeschafft wird. Zudem werden gemeinsame Standards für Waren festgelegt. China hat außerdem mit 1. Juli die Strafzölle für Importe auf viele Produkte aus dem Lebensmittelbereich und aus dem Sektor Automotive verringert – zwei Bereiche, in denen Südtiroler Unternehmen sehr stark sind. „Es ist unsere Aufgabe, Südtirols Betriebe über alle Neuheiten zu informieren und mit ihnen die verschiedenen Möglichkeiten zu vertiefen, die neue Märkte bieten. So können sie auch auf so weit entfernten Märkten wie jenen des Fernen Ostens Erfolg haben“: So erklärt Prast, weshalb IDM diesen Beratertag organisiert hat. Vier Berater mit Schwerpunktbereich auf die Märkte im Fernen Osten standen dabei den teilnehmenden Unternehmen mit ihrem Know-how zur Verfügung.

“Es gibt einigen Spielraum, insbesondere für Unternehmen, die sich auf Nischenprodukte spezialisiert haben, wie die Firma Ambach aus Kaltern. Sie exportiert Profiküchen nach China und hat ihre Erfahrung nun im Rahmen des Beratertags an die Teilnehmer weitergegeben“, sagt Bettina Schmid, Leiterin der Abteilung Sales von IDM. In den Märkten des Fernen Ostens sei es aber aufgrund der geografischen Entfernung und der kulturellen Unterschiede mehr als in vielen anderen notwendig, mit Bedacht vorzugehen und mittel- bis langfristig zu planen. „Man muss zum Beispiel bedenken, dass man mit den potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern zunächst einmal eine Vertrauensbeziehung aufbauen muss, bevor man irgendwelche Verträge abschließen kann. Zeit ist also ein entscheidender Faktor. Es ist gut, dass die Unternehmen über diesen Aspekt informiert sind, damit sie entscheiden können, ob sie diese Märkte auch wirklich berücksichtigen wollen“, so Bettina Schmid. Eine profunde Kenntnis der Geschäftsgewohnheiten und -praktiken müsse daher mit einer detaillierten Planung im Unternehmen einhergehen.

 

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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