Einheitliche Systeme, neue eGov-Dienste 

Hochdruck bei Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung

Mittwoch, 02. August 2017 | 16:26 Uhr

Bozen – Die Arbeiten zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung laufen auf Hochdruck. Eine Zwischenbilanz gab es heute in der SIAG.

“Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder wir gestalten den Prozess mit oder wir lassen uns überrollen und stellen uns hinten an”, stellte IT-Landesrätin Waltraud Deeg gleich zu Beginn der heutigen Pressekonferenz zu den Neuerungen im IT-Bereich klar. Die Landesverwaltung ist auf die Digitalisierung vorbereitet: 2014 wurde mit “SD2020” die Strategie für die digitale Entwicklung Südtirols festgelegt mit allen Handlungsfeldern, die zu bespielen sind. Mit dem Gesetz zur offenen Verwaltung wurden 2016 zudem die rechtlichen Grundlagen für die Digitalisierung der Verwaltungsverfahren gelegt. Eine behördenübergreifende IT-Steuerung garantiert eine planmäßige und einheitliche Vorgehensweise der öffentlichen Körperschaften im IT-Bereich. “Ziel ist eine moderne und bürgernahe Verwaltung”, betonte Deeg. Bereits zum Einsatz kommen Instrumente, die mobiles und kollaboratives Arbeiten ermöglichen wie Office 365. “Damit werden intern Ressourcen frei, die für bessere, qualitativ hochwertige Dienste am Bürger genutzt werden können”, so Deeg.

Neue eGov-Dienste für Bürger

Kurt Pöhl, Leiter der Landesabteilung Informationstechnik, stellte einige konkrete Beispiele aus dem IT-Dreijahresplan vor. So können Anträge um Genehmigung eines Praktikums bei Unternehmen seit April 2017 über “ProPraktika” online abgewickelt werden. “60 Prozent der Gesuche werden innerhalb einer Stunde genehmigt, früher waren es drei Tage”, wies Pöhl auf die Vorteile hin. Neue eGov-Dienste gibt es unter anderem in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel die Erklärung der Tierbewegungen auf den Almen. Modern, einfach und auf mobilen Endgeräten nutzbar ist ab Herbst das Bürgerkonto. Ende Oktober 2017 wird die Landesverwaltung die staatliche digitale Idendität (SPID) auf ungefähr 60 Dienste des Landes und der Gemeinden aktivieren. Innerhalb Februar 2018 wird es eine einheitliche digitale Identität für alle öffentlichen Verwaltungen geben. Bis zum Jahresende werden weiters vier neue Online-Dienste für die rentenmäßige Absicherung der Erziehungs- und Pflegezeiten angeboten.

SIAG: 146 Mitarbeiter, 35.000 betreute Nutzer

Hauptdienstleister der Landesverwaltung im IT-Bereich ist die Südtirol Informatik AG (SIAG), die 146 Mitarbeiter beschäftigt und 2016 35.000 Nutzer in der Landesverwaltung, in den Schulen und anderen öffentlichen Körperschaften betreut hat. Im Jahr 2017 stehen der SIAG elf Millionen Euro (inklusive EFRE-Gelder) zur Verfügung. Der Großteil der Gelder fließt in Projekte für die digitale Verwaltung, in Bürgerdienste und in die Sicherheit. Direktor Stefan Gasslitter stellte einige wichtige Tätigkeitsbereiche der SIAG vor, wie das Bürgerkonto, die Online-Dienste, die Verwaltung der Arbeitsplätze und Netzwerke in der Landesverwaltung, das land- und forstwirtschaftliche Informationssystem sowie die Betreuung von rund 180 Webseiten des Landes, die derzeit überarbeitet werden. “Aufgabe der SIAG ist es, technisch innovativ zu sein und möglichst einfache, für den Bürger verständliche Dienste anzubieten”, unterstrich Gasslitter. Der SIAG-Direktor führte nach der Pressekonferenz durch das Data Center. Hier werden Daten öffentlicher Körperschaften auf einer Fläche von 400 Quadratmetern sicher verwahrt.

Von: luk

Kommentare

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1 Kommentar auf "Hochdruck bei Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung"


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hoffnung
hoffnung
Grünschnabel
21 Tage 13 h

Trotz Digitalisierung bleibt die Bürokratiebelastung gleich oder wird sogar noch aufwendiger für den Bürger. Wenn man so wie beim Gesundheitswesen endlich mal auch bei Beamten und Ämtern sparen würde, dann würde sich dieser ganze Mist mal reduzieren.

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