Von: luk
Bozen – Rund 700 große Holzheizungsanlagen mit einer Nennleistung von 35 bis 500 Kilowatt gibt es in Südtirol. Sie kommen in Mehrfamilienhäusern, Hotels oder Unternehmen vor. Durch die Vergabe von Förderbeiträgen fördert das Land Südtirol den Austausch dieser holzbefeuerten Zentralheizanlagen mit dem Baujahr 2003 oder früher.
Das hat einen guten Grund: “Bei Anlagen über 35 Kilowatt ist vor allem die Anlagentechnik für die Emissionen verantwortlich. Der technische Fortschritt war hier in den letzten 20 Jahren enorm: Veraltete Anlagen setzen noch hohe Mengen an Feinstaub und Kohlenmonoxid frei. Eine neue Anlage hingegen emittiert um 90 Prozent weniger Feinstaub”, unterstreicht der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz und Energie Peter Brunner.
Nun liegen erste Gesamtzahlen zur Förderinitiative vor: Von Jänner 2024 bis April 2026 wurden insgesamt 148 Ansuchen um Beitragsgewährung im Landesamt für Luft und Lärm gestellt, davon 47 von Unternehmen und 101 von Privatpersonen. Der Gesamtbetrag der gebundenen Fördermittel beläuft sich auf rund 4,7 Millionen Euro. Pro Antrag werden durchschnittlich rund 32.000 Euro an Fördermitteln gewährt.
Mittel des Ministeriums und des Landes
In der ersten Projektphase, die aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit (MASE) finanziert wurde, wurden insgesamt rund 3,6 Millionen Euro für 113 Anträge bereitgestellt.
Da die vom Ministerium bereitgestellten Mittel rasch ausgeschöpft waren, hat das Land Südtirol die Initiative zum Austausch großer Holzheizungen im August 2025 mit eigenen Mitteln fortgesetzt (LPA hat berichtet). Für insgesamt 35 Anträge wurden auf diese Weise Mittel in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro bereitgestellt.
Abgebaute und neu installierte Anlagen
Die Umsetzung der Förderinitiative führte zum Abbau von insgesamt 148 Anlagen und zur Installation von 156 neuen Anlagen. Bei den abgebauten Anlagen handelte es sich um 85 Hackschnitzelanlagen (57 Prozent), 58 Brennholzanlagen (39 Prozent) sowie 5 Pelletsanlagen (3 Prozent).
Neu installiert wurden 100 Hackschnitzelanlagen (64 Prozent), gefolgt von 20 Pelletanlagen (13 Prozent), 14 Brennholzanlagen (9 Prozent), 12 gemischte Pellets/Brennholz-Anlagen (8 Prozent) und 10 Wärmepumpenanlagen (6 Prozent).
Deutliche Reduzierung von Feinstaub und Kohlenmonoxid
Besondere Vorteile hat der Austausch der alten Holzzentralheizungen für die Umwelt: Die jährlichen PM10-Emissionen der ersetzten Anlagen sinken von rund 9,7 Tonnen im Jahr auf rund 0,4 Tonnen im Jahr, was einer Reduzierung von 95,6 Prozent entspricht. Die jährlichen Kohlenmonoxid-Emissionen der Anlagen sinken von rund 74 Tonnen im Jahr auf rund 0,8 Tonnen im Jahr, was einer Reduzierung von 98,9 Prozent entspricht.
Die Förderperiode 2026 läuft noch bis zum 30. Juni, und auch 2027 wird es möglich sein, vom 1. Jänner bis 30. Juni beim Landesamt für Luft und Lärm um Beiträge für den Austausch alter Holzheizungen über 35 Kilowatt Nennleistung anzusuchen.




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