HGV warnt vor massiven Auswirkungen

Brennersperre am 30. Mai: “Trifft Südtirols Gastbetriebe ins Mark”

Dienstag, 28. April 2026 | 17:19 Uhr

Von: luk

Bozen – Mit großer Sorge reagiert der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) auf die von den Tiroler Behörden angekündigte Sperre der Brennerautobahn (A13) sowie der Brennerbundesstraße (B182) am Samstag, 30. Mai, zwischen 11.00 Uhr und 19.00 Uhr. Der HGV unterstützt damit die deutliche Kritik von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und warnt vor gravierenden Folgen für den Reiseverkehr.

Gerade das Wochenende nach Pfingsten zählt zu den verkehrsreichsten des Jahres. Durch die Feiertagskonstellation rund um Pfingsten, den italienischen Staatsfeiertag am 2. Juni und Fronleichnam am 4. Juni wird ein außergewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen erwartet. Viele Urlaubsgäste reisen an oder ab und die Erreichbarkeit Südtirols ist in diesen Tagen ein zentraler Faktor für die Tourismuswirtschaft.

„Eine derart kurzfristige und unabgestimmte Sperre einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas trifft Südtirols Gastbetriebe ins Mark“, betont HGV-Präsident Klaus Berger. Staus, Verzögerungen und Unsicherheiten bei der Anreise führen nicht nur zu großem Unmut bei den Gästen, sondern im schlimmsten Fall auch zu Stornierungen und wirtschaftlichen Einbußen.

Besonders kritisch sieht der HGV die fehlende Abstimmung mit den betroffenen Regionen südlich des Brenners. Eine Maßnahme mit derart weitreichenden Auswirkungen hätte aus Sicht des HGV zwingend im Vorfeld grenzüberschreitend koordiniert werden müssen. „Der Brennerkorridor ist keine rein lokale Verkehrsachse, sondern eine europäische Lebensader für Wirtschaft und Tourismus. Entscheidungen dieser Tragweite dürfen nicht einseitig getroffen werden“, so HGV-Präsident Klaus Berger.

Die Gäste im Tiroler Wipptal können die Brennerautobahn und die Staatsstraße benutzen. „Dies ist eine nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung gegenüber den Gästen südlich des Brenners“, kritisiert HGV-Direktor Raffael Mooswalder.

Der Verband unterstreicht, dass das Demonstrationsrecht ein hohes Gut ist. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt werden, dass zentrale Verkehrsinfrastrukturen nicht in einer Weise beeinträchtigt werden und dadurch ganze Wirtschaftssektoren und Regionen in Geiselhaft genommen werden.

Abschließend appelliert der HGV an alle zuständigen Stellen, kurzfristig Maßnahmen zu prüfen, um die Auswirkungen der Sperre bestmöglich abzufedern, sowie künftig eine engere grenzüberschreitende Abstimmung sicherzustellen.

Bezirk: Wipptal

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