Klagen über Lärm - vor allem am Wochenende

Heliport am Ritten: Anrainer protestieren

Montag, 27. April 2026 | 07:50 Uhr

Von: luk

Ritten – Auf dem Ritten wächst der Unmut: Seit Monaten beklagen Anwohnerinnen und Anwohner rund um Lengstein eine zunehmende Lärmbelastung durch touristische Hubschrauberflüge. Ausgangspunkt ist ein neu eingerichteter Heliport auf einer privaten Wiese, nur rund hundert Meter vom Dorf entfernt.

Genehmigt wurde die Anlage von der ENAC, die ab 2025 touristische Flüge auf dem Hochplateau erlaubt hat. Laut Angaben handelt es sich um rund 200 Flüge pro Jahr, im Schnitt mehr als 16 pro Monat, mit einer deutlichen Häufung an Wochenenden. Die Starts und Landungen erfolgen von einer etwa 25 Quadratmeter großen Grasfläche nahe eines Bauernhofs.

Trotz einer Unterschriftensammlung und eines Appells der Gemeinde blieb der Widerstand bislang erfolglos. “Wir wurden nicht einbezogen”, wird Bürgermeisterin Julia Fulterer von der Zeitung Alto Adige zitiert. Auch politisch sorgt der Fall für Diskussionen: Der Landtagsabgeordnete Franz Ploner (Team K) brachte eine Anfrage im Südtiroler Landtag ein. Er fordert Aufklärung darüber, “warum ein Projekt gegen den Willen der Bevölkerung genehmigt wurde”.

In der Antwort, unterzeichnet von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, verweist die Landesregierung auf fehlende Zuständigkeiten. Die Genehmigung von Flugflächen sowie deren Kontrolle liege im Bereich der Zivilluftfahrt und damit bei nationalen und europäischen Behörden – konkret bei der ENAC. Das Land sei lediglich per Schreiben am 6. August 2025 informiert worden.

Auch auf Gemeindeebene hält die Kritik an. Team-K-Gemeinderat Thomas Brancaglion sieht Klärungsbedarf: Es müsse geprüft werden, ob sich die Verwaltung “aus Kompetenzgründen aus der Verantwortung zieht” und ob es Möglichkeiten gebe, Flüge in einer landschaftlich geschützten Zone einzuschränken.

Laut Landesangaben geht die Genehmigung des Heliports auf ein Gerichtsverfahren zwischen der Gemeinde Ritten und dem Betreiber zurück, das 2024 zugunsten des Betreibers entschieden wurde. Die Gemeinde hatte sich im August 2025 erneut gegen das Projekt ausgesprochen und eine Überprüfung aus städtebaulichen und ökologischen Gründen gefordert – ohne Erfolg.

Kurz darauf nahm der Heliport den Vollbetrieb auf. Seither reißen die Beschwerden der Bevölkerung über Lärm und Umweltbelastung nicht ab. “In der Nähe gibt es bereits einen Flughafen – der Flugverkehr sollte dort gebündelt werden und nicht auf einem Hochplateau, das für seine Ruhe geschätzt wird”, so Ploner. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlten sich von der Politik im Stich gelassen.

Bezirk: Salten/Schlern

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