Von: APA/Reuters
Apple dürfte in Indien von einer Änderung der steuerlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren profitieren. Die Regierung in Neu-Delhi erlaubt es ausländischen Unternehmen künftig, ihren Auftragsfertigern in bestimmten Gebieten Maschinen zur Verfügung zu stellen, ohne dass dies steuerliche Nachteile nach sich zieht.
Die Neuregelung ist Teil des Haushaltsplans für 2026/27, den Finanzministerin Nirmala Sitharaman am Sonntag vorstellte. Damit kommt die Regierung einer Forderung des US-Konzerns nach. Denn bisher hatte Apple befürchtet, dass die indischen Behörden die direkte Bereitstellung von teuren Produktionsanlagen als Betriebsstätte (“business connection”) werten könnten. Dies hätte dazu führen können, dass Indien Steuern auf die Gewinne aus dem iPhone-Verkauf erhebt.
Um dieses Risiko zu vermeiden, mussten Auftragsfertiger wie Foxconn oder Tata bis jetzt selbst Milliardenbeträge in die Ausrüstung investieren. Die nun verkündete Ausnahmeregelung gilt bis zum Steuerjahr 2030/31 für Fabriken in speziellen Zollzonen. Sie beseitige “ein entscheidendes Risiko für die Elektronikfertigung in Indien”, sagte Shankey Agrawal von der Kanzlei BMR Legal. “Das Ergebnis sind ein schnellerer Ausbau und größeres Vertrauen der globalen Elektronikkonzerne in die Produktion in Indien.”
Die Förderung der Smartphone-Fertigung ist ein zentrales Anliegen von Premierminister Narendra Modi. Apple wiederum baut seine Präsenz in dem Land massiv aus, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Zahlen von Counterpoint Research zufolge hat sich der Marktanteil des iPhones in Indien seit 2022 auf acht Prozent verdoppelt. Während auf China immer noch 75 Prozent der weltweiten iPhone-Lieferungen entfallen, hat sich Indiens Anteil im gleichen Zeitraum auf 25 Prozent vervierfacht. Apple hatte sich laut Insidernin den vergangenen Monaten intensiv für die Gesetzesänderung eingesetzt, da der Konzern Nachteile für sein künftiges Wachstum befürchtete.




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