Von: APA/Reuters
Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix kann mit seinem zweiten Börsengang an der Wall Street offenbar mit einem Erlös von 26,5 Mrd. Dollar (23,2 Mrd. Euro) rechnen. Die US-Papiere (ADR) sollten zu einem Preis von 149 Dollar ausgegeben werden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Damit würde die Aktienemission die zweitgrößte aller Zeiten nach dem 85,7 Milliarden Dollar schweren Börsengang des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX vor Wochen. Die Emission von SK Hynix sei mehr als siebenfach überzeichnet, hatte ein Insider schon vorher gesagt. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zur Nachfrage und zum Preis ab. Es hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass einige Vermögensverwalter Papiere im Volumen von 7 Mrd. Dollar kaufen wollten.
Ausbau der Produktion
Hynix hatte Investoren 179,9 Millionen American Depositary Receipts (ADRs) zum Kauf angeboten. Dabei stehen jeweils 10 dieser Hinterlegungsscheine für eine Aktie des Unternehmens. Als Referenzpreis nannte der Konzern im Börsenprospekt umgerechnet rund 160 Dollar je ADR – auf Basis des Schlusskurses an der Börse in Seoul vom 3. Juli. Die ADRs sollen am Freitag erstmals an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden. Der Zuteilungspreis sollte noch am Donnerstag veröffentlicht werden. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fließen.
Mit dem Gang an die Wall Street hofft Hynix, seinen Bewertungsrückstand auf den kleineren US-Rivalen Micron zu verringern. Dessen Aktienkurs liegt derzeit beim 6,66-Fachen des Gewinns je Anteilsschein. Hynix kommt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,5.
Die Papiere werden voraussichtlich zeitnah in den Philadelphia-Halbleiterindex aufgenommen. Dies könnte zusätzliche automatische Käufe von Fonds auslösen, die diesen Index abbilden.
Führend bei HBM
SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. “Solange es eine Nachfrage nach KI-Rechenzentren gibt, ist SK Hynix unverzichtbar”, sagte Yoo Hoi-jun, Professor für Elektrotechnik am Korea Advanced Institute of Science & Technology.
Hynix ist ein wichtiger Zulieferer für Nvidia, den weltgrößten Anbieter von KI-Prozessoren. Daran werde sich nichts ändern, betonte Nvidia-Chef Jensen Huang im vergangenen Monat. Er sagte voraus, dass das Angebot an Speicherchips auf Jahre hinaus knapp bleiben wird. An den vergangenen Tagen kamen einigen Anlegern jedoch Zweifel an einer Fortsetzung des Booms beim Bau von KI-Rechenzentren. Auslöser waren die Quartalszahlen des Hynix-Lokalrivalen Samsung, die trotz kräftiger Umsatz- und Gewinnsteigerungen enttäuschten. Daraufhin brachen Hynix-Titel zeitweise um mehr als 14 Prozent ein. Im Vergleich zum Juli 2025 notieren sie aber immer noch etwa 660 Prozent im Plus.




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