Bergrettung steigt umsonst auf 2.600 Meter auf

Italien: Erst Bergrettung alarmiert, Hilfe dann aber abgelehnt

Mittwoch, 08. Juli 2026 | 07:06 Uhr

Von: luk

Teramo – Fünf Wanderer haben am Gran Sasso in den Abruzzen nach einem heftigen Gewitter einen Notruf abgesetzt.

Als die Bergretter sie erreichten, wollten sie jedoch keine Hilfe mehr und blieben stattdessen in ihren Zelten.

Der ungewöhnliche Einsatz veranlasste den Bergrettungsdienst zu einem eindringlichen Appell an alle Bergsportler.

Der Alarm ging in der Nacht bei der Notrufzentrale 118 in Teramo ein. Die fünf Wanderer befanden sich laut ihren Angaben auf rund 2.600 Metern Höhe und waren von einem schweren Sommergewitter überrascht worden. Zunächst hatten sie den Notruf 112 gewählt, um Informationen zum richtigen Verhalten zu erhalten, wenig später stuften sie ihre Lage selbst als Notfall ein.

Noch bevor die Bergretter weitere Details einholen konnten, verließ die Gruppe jedoch den Bereich mit Mobilfunkempfang. Da kein weiterer Kontakt mehr möglich war und die tatsächliche Situation unklar blieb, entschied der alpine Rettungsdienst, eine Mannschaft zum Einsatzort zu schicken.

Die Retter machten sich zu Fuß vom Campo Imperatore auf den Weg und fanden die fünf Wanderer schließlich im Gebiet der Conca degli Invalidi. Dort hatten sie sich inzwischen in ihren Zelten in Sicherheit gebracht. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass alle unverletzt waren und sich das Wetter gebessert hatte, boten die Einsatzkräfte an, die Gruppe sicher ins Tal zu begleiten.

Die Wanderer lehnten das jedoch ab. Sie erklärten, keine Unterstützung mehr zu benötigen und die Nacht an Ort und Stelle verbringen zu wollen. Der Einsatz endete erst in den frühen Morgenstunden.

Der Alpenrettungsdienst nutzte den Vorfall für einen Appell: Ein Notruf solle ausschließlich in einer tatsächlichen Notlage erfolgen. Wer Hilfe anfordere, müsse nach Möglichkeit den Kontakt mit der Einsatzzentrale aufrechterhalten, in einem Bereich mit Mobilfunkempfang bleiben und den Anweisungen der Rettungskräfte folgen. Andernfalls könne die Lage nur schwer eingeschätzt werden und wertvolle Rettungsressourcen würden unnötig gebunden.

Zudem erinnern die Bergretter daran, bei einem Notruf möglichst genaue Angaben zum Standort, zum Gesundheitszustand der Betroffenen, zu den Wetterverhältnissen und zu den geografischen Koordinaten zu machen. Diese Informationen seien entscheidend, um einen Einsatz rasch und gezielt planen zu können.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen