Von: luk
Bozen – Die Leser von Südtirol News sehen die Lage der heimischen Gastronomie deutlich positiver als Branchenvertreter. Bei der Leserbefragung von vergangener Woche stimmte eine Mehrheit von 54 Prozent (rund 3.300 Teilnehmer) für die Aussage: “Ich glaube, der Gastronomie geht es gut.”
Deutlich weniger Teilnehmer sehen die größten Herausforderungen bei den bürokratischen Auflagen und Vorschriften. Diese Antwort erhielt 24 Prozent der Stimmen (rund 1.500 Teilnehmer). 22 Prozent (etwa 1.400 Teilnehmer) nannten die hohen Betriebs- und Personalkosten als Hauptproblem.
Insgesamt beteiligten sich rund 6.000 Leser an der Abstimmung, die mehr als 19.000 Mal aufgerufen wurde.
Das Ergebnis steht damit im Kontrast zu den Warnungen des Wirtschaftsverbandes Confesercenti. Dieser hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass steigende Energie-, Personal- und Rohstoffkosten sowie immer mehr Bürokratie viele Gastbetriebe trotz gut besuchter Lokale wirtschaftlich unter Druck setzen würden. Die Mehrheit der Teilnehmer an der Umfrage teilt diese Einschätzung jedoch offenbar nicht.
Im Kommentarbereich wurde zu dem Thema emsig diskutiert. @Normalos schreibt: “Wer glaubt der Gastronomie geht es gut (mit einigen Ausnahmen), der hat null Ahnung. Wenn er das glaubt, bitte einfach selber probieren.”
@burner meint: “In Südtirol sind die Kosten zu hoch, für Personal, für Mieten und Betriebskosten und wir bezahlen mehr Steuern als im Süden. Die Kosten sind deshalb so hoch, weil so viele Touristen kommen und wir ein beliebtes Urlaubsziel sind. Es ist dadurch viel Geld im Umlauf, von dem viele profitieren, aber nicht alle. Wir wandern auf einem schmalen Grat zwischen Wohlstand und Armut. Wenn du nicht gut verdienst, Miete zahlen musst, eine Familie hast und ein Auto – dann gibt es ein Problem. Ein Familienvater mit zwei Kindern, Frau noch nicht berufstätig, wird in den Ballungszentren mindestens 2.000 Euro brauchen. Da ist aber noch kein Restaurant oder Urlaub dabei. Wir haben eine Wohnungsarmut, da viele Wohnungen mittlerweile als AirBnB fungieren und zu wenige Wohnungen gebaut werden oder leer stehen. In den Dolomiten wird aus jedem Loch ein Chalet oder Appartement. Die hohe Inflation hat den Rest gemacht.”
@wienerschnitzel bringt diese Ansicht ein: “Die meisten hier Kommentierenden haben sich noch nie die Bilanz von Gastronomiebetrieben konkret angesehen. Ich kann euch garantieren, dass 90 Prozent der Gastronomen eher maue Zahlen liefern und wenn man die Arbeitszeit und das Risiko berücksichtigt, bin ich auch den zehn Prozent nichts neidisch.”




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen