Globale Wirtschaft soll laut IWF heuer um 3,3 Prozent wachsen

IWF rechnet 2026 mit stabilem Wachstum der Weltwirtschaft

Montag, 19. Januar 2026 | 11:16 Uhr

Von: APA/Reuters

Der Internationale Währungsfonds rechnet trotz der neuen Spannungen im Handel mit einem stabilen Wachstum der Weltwirtschaft. Das Wachstum dürfte – wie in den beiden Jahren zuvor – 2026 bei 3,3 Prozent liegen, teilte der IWF am Montag in Brüssel mit. 2027 dürften es dann 3,2 Prozent sein. Im langfristigen Vergleich sind die Schätzungen eher niedrig. Wachstumstreiber sind neben China und Indien auch die USA, wo viel Geld in die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz fließt.

Europas größte Volkswirtschaft Deutschland fällt laut IWF nicht mehr negativ auf, dürfte sowohl 2026 als auch 2027 um jeweils mehr als ein Prozent wachsen, was vor allem auf staatliche Impulse für die Wirtschaft zurückgehen dürfte.

USA drohen in Streit um Grönland mit Zöllen

Allerdings könnten jederzeit Handelsspannungen wieder aufflammen und für Unsicherheit sorgen, so der IWF. Die EU sucht derzeit fieberhaft nach Wegen, um US-Präsident Donald Trump von neuen Zöllen abzubringen. Trump hatte am Samstag mit neuen Abgaben ab Februar gedroht. Betroffen wären die EU-Mitglieder Deutschland, Dänemark, Schweden, Frankreich, die Niederlande und Finnland sowie Großbritannien und Norwegen. Die Maßnahme soll gelten, bis den USA der Kauf Grönlands erlaubt wird.

Bisher hat sich die Weltwirtschaft laut IWF erstaunlich robust gezeigt. Die Wachstumsschätzung für 2026 wurde gegenüber Oktober um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Die US-Wirtschaft dürfte 2026 um 2,4 Prozent zulegen, 2027 dann noch um 2,0 Prozent. Der Anteil der IT-Investitionen in den USA liegt auf dem höchsten Stand seit 2001. Es gebe einen klaren Schwerpunkt an KI-Investitionen in den USA. Sie könnten zu einem Produktivitätssprung und damit mehr Wachstum führen. Sollten die hohen Erwartungen allerdings verfehlt werden, seien schmerzhafte Korrekturen an den Börsen zu erwarten.

Deutschland dürfte wieder spürbar wachsen

Deutschland dürfte 2026 um 1,1 Prozent wachsen, 2027 dann sogar um 1,5 Prozent. Der IWF ist damit vor allem für dieses Jahr zuversichtlicher. Die deutsche Bundesregierung hat die Abschreibungsmöglichkeiten für Firmen ausgeweitet, um Investitionen anzuschieben. In den nächsten Jahren sollen auch die Unternehmenssteuern schrittweise sinken. Außerdem hat die schwarz-rote Koalition Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise beschlossen.

Indien dürfte 2026 und 2027 laut IWF jeweils um 6,4 Prozent wachsen – und damit so stark wie keine andere große Volkswirtschaft. Allerdings waren es 2025 vermutlich noch 7,3 Prozent. Für China wird mit Steigerungen um 4,5 Prozent und 4,0 Prozent gerechnet. 2025 dürften es allerdings noch 5,0 Prozent gewesen sein.

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