„Eklatanter Fall von Diskriminierung“

Kein Mietbeitrag für Menschen mit Arbeitsunfallrente?

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 10:33 Uhr

Bozen – Laut ASGB werden immer mehr Situationen von Menschen in Südtirol bekannt, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens beim Assessorat für Familie und Soziales vergeblich um einen Mietbeitrag angesucht haben. Sie sollen wegen ihrer Behinderung ausgeschlossen worden sein, da sie eine geringe Ausgleichszahlung für einen Arbeitsunfall vom Staat beziehen. Für Christian Peintner, Wohnberater im ASGB handelt es sich um „eklatante Fälle von Diskriminierung“.

Denn: Diese Inail-Rente soll lediglich den körperlichen Nachteil – z.B. bei Amputation von Gliedmaßen – ausgleichen, und gilt de jure nicht als Einkommen. „Anrecht auf einen kleinen Mietzuschuss müssten die Betroffenen eigentlich trotzdem haben – doch das zuständige Assessorat ist anderer Meinung“, erklärt Peintner.

Bis 2013 wurde diese Inail-Rente, welche der Staat bei schweren Arbeitsunfällen an die Betroffenen auszahlt, im Rahmen des Art. 91 des Wohnbaugesetzes nicht als Einkommen gerechnet. Auch bei der Berechnung der Mieten des Wohnbauinstitutes gilt das bis heute.

In der letzten Legislaturperiode habe sich das aber zum Nachteil dieser Menschen geändert: Obwohl in der Eeve nicht anzugeben, werde die Ausgleichszahlung von der Abteilung Soziales willentlich als „Einkommen“ betrachtet und dazugerechnet – „als ob der Betroffene Kapital aus seiner Beeinträchtigung schlagen möchte“, kritisiert der ASGB.

Das sei höchst unmoralisch, widerspreche staatsweit gültigen Präzedenzurteilen und müsse von den politisch Verantwortlichen und nicht zuletzt vom Abteilungsleiter Luca Critelli endlich eingesehen werden, fordert Christian Peintner

„Wir wollen im Bereich Soziales weiter in Richtung Gerechtigkeit für alle gehen und keine Rückschritte machen. Die nicht gewährten Transferleistungen müssen den Betroffenen umgehend rückerstattet werden“, erklärt Peintner abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Kein Mietbeitrag für Menschen mit Arbeitsunfallrente?"


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idenk
idenk
Tratscher
23 Tage 12 h

Mietbeitrag = hohe Mietpreise, war auf dem Blattpapier eine gute Idee, aber bringt in der Realität nicht den gewünschten Effekt🤷🏾‍♂️

FC.Bayern
FC.Bayern
Superredner
23 Tage 8 h

tja, jetzt wurde er fast abgeschaft ,
und die Mieten gehen immer noch in die höhe ,
wenn das das erwartete Resultat war ,
na super 👍👍👎👎👎👎👎

idenk
idenk
Tratscher
23 Tage 7 h

@FC.Bayern

Wie Sie schon sagen “fast“ wurde er abgeschafft……

Mentar
Mentar
Grünschnabel
20 Tage 11 h

GIS in Höhe von knapp einer Monatsmiete pro Jahr auf eine als Erstwohnung vermietete Wohnung = hohe Mietpreise.
Fehlende Abschreibungsmöglichkeiten zu 100% für Investitionen in die Wohnung (wie bei Unternehmen) = hohe Mietpreise.

Fehlende Absetzmöglichkeiten für Anwalts- und Gerichtskosten bei Räumungsklagen = hohe Mietpreise.

Menschen mit Beeinträchtigung sollte man jedenfalls ihre Inail-Rente als solche zugute kommen lassen.

idenk
idenk
Tratscher
20 Tage 9 h

@Mentar

Richtig, da gebe ich Ihnen auch vollkommen recht☝️wollte nur mal auf das Thema oder die Probleme als Mieter über Mietbeitrage des vorhanden Artikels eingehen und hienweisen 😉 und es gibt noch X Gründe mehr wieso die Mietpreise in die Höhe schießen…..
Wäre halt langsam an der Zeit dass die Politik vernünftig reagiert für finanzierbaren Wohnraum ☝️für beide Seiten, sonst sehe ich bald schwarz bei solch einer Preis Entwicklung!

Paul
Paul
Universalgelehrter
23 Tage 11 h

Den Armen nehmen
den Reichen geben

falschauer
falschauer
Superredner
23 Tage 2 h

spiritoso

Paul
Paul
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

Assozial, Armut schaffen und die Armen dann bekämpfen, so wird in Südtirol mit Armut umgegangen Bürger und Menschenrechte werden von der Politik und den sogenannten “Diensten” mit Füssen getreten, isch jo a Nichts Anderes von DER Lobbypartei zu erwarten

falschauer
falschauer
Superredner
23 Tage 2 h

warum soll es in südtirol anders sein wie in rom, dort werden menschenrechte auch mit füßen getreten

Sag mal
Sag mal
Kinig
23 Tage 12 h

Sie probierens halt überall..und hoffen dass Sich die Menschen nicht trauen dagegen vorzugehen.Überall Diskriminierung und Schikane.

Staenkerer
23 Tage 10 h
mietbeitrag? an sich a gute idee, ober wer konntrolliert nochb ob de wohnungen de hohe miete wert isch, zu der es an beitrog gib? NIEMAND! a beispiel des i woas: an haus mit drei gleichwertige wohnungen, oane wurde vor an an frau mit recht auf mietbeitrog vermietet, und sofort wurde de miete um 100€ erhöht, obwohls de wohnung nie wert isch, grund: es lond soll lei zohln! positiver nebenefekt wor, de oan zwos wohnungen kostn holt a mehr! kontrolle isch nie kemmen, de miete isch long schun erhöt wortn, a supper gschäft fürn vermieter, betug an mieter und steuerzahler und… Weiterlesen »
idenk
idenk
Tratscher
23 Tage 7 h

Hehe oder die erste Antwort was man vom Vermieter bekommt wenn man über einer Minimalen Senkung der Miete handeln will🤷🏾‍♂️
„Suchen Sie Mietbeitrag an“…….🤦🏽‍♂️
Leider des öfteren, ist bei vielen Vermietern eine fixe Mieterhöhung dank Mietbeitrag mit einkalkuliert!

Staenkerer
23 Tage 4 h

@idenk i honn de themen, knappe löhne, niedrigst renten, hohe mieten, kurz vor de wahln mit a kandidatin diskutiert, de auf der SVPliste stand! antwort: “warun des gsummse, es konn jo jeder um mietbeihilfe unsuachn!” i honn darauf, zugegebn ungfressn, gekonntert, sie und ihre partei solln sich schamen aus fehrliche, fleißige bürger almosnempfänge zu mochn, stott für gerechten susgleich zu sorgen!”

ps: des thema teifft mi zwor nit persönlich, kennnober ausgenutzte mieter und sich bereichernde vermieter!

idenk
idenk
Tratscher
23 Tage 3 h

@Staenkerer

Ja die Bürger werden unter Umständen zu Bittsteller diktiert!
Hehe wie Sie schon richtig sagen, Mietbeitrag kann ja jeder ansuchen, aber ob ihm jeder bekommt, ist eine andere Frage…..
Jedenfalls hat sich dieses System was eigentlich Mieter unterstützen sollte sich zum Gegenteil entwickelt.

algunder
algunder
Tratscher
23 Tage 9 h

Des isch zu schamen !

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
23 Tage 4 h

Gespart wird bei jenen, die sich nicht wehren können.
Aber lieber schafft man unnötige Posten in der Politik.

Werner73
Werner73
Neuling
22 Tage 15 h
Naja, so richtig verstehe ich die Aufregung hier aber nicht. Wieso soll denn bitte die Invalidenrente nicht zum Einkommen gehören?? Diese ist ja eine Zusatzrente. Jeder muss sein Einkommen besteuern, warum denn nicht auch die Invaliden?? Teilweise bekommen die ja EUR 500 und mehr !! Bsp. 1 Mann/Frau bekommt Pension 800 EUR und 500 EUR Invalidität. also EUR 1300.  Werden die EUR 500 nicht zum Einkommen gerechnet, so kann er ansuchen und bekommt sicherlich Mietzuschuss ca. 150 -250 EUR.  Der andere, der EUR 1300 verdient oder das als Rente bekommt, bekommt rein gar nichts… Ausserdem gibt es arbeitende Bevölkerung, die… Weiterlesen »
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