Inputs aus Trient und Rom 

Land will Führung weiterentwickeln und smartes Arbeiten ermöglichen

Freitag, 16. November 2018 | 12:31 Uhr
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Bozen – Die Landesverwaltung will ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und setzt dabei auf Smart Working. Die Führungskräftetagung war das Kickoff dazu.

Die Führungskräfte des Landes haben sich bei ihrer Herbsttagung mit dem neuen, flexiblen Arbeiten beschäftigt. Unter anderem durch die Möglichkeit des “Smart Working” will sich die Landesverwaltung als attraktiver, konkurrenzfähiger Arbeitgeber positionieren. In diese Richtung motivierte auch Gastreferent Hermann Troger, Universitätsdozent und international tätiger Unternehmensberater aus Brixen. Das Land Südtirol solle sich trauen hier ein Vorbild zu sein und aktiv Arbeitgebermarketing betreiben, um damit die besten Köpfe ins eigene Boot zu holen. “Die Mitarbeiter entscheiden dann schon selbst, zu welchem Arbeitgeber sie gehen”, sagte Troger. Personallandesrätin Waltraud Deeg ging ebenfalls auf diese Thematik ein: “Mitarbeiter brauchen gute Voraussetzungen, wir haben es selbst in der Hand diese zu gestalten.” Die Führungskräfte rief die Landesrätin dazu auf, gemeinsam an einer neuen Führungskultur zu arbeiten. Die Flexibilisierung der Arbeit verlange ein Übertragen von Verantwortung und Vertrauen, aber auch das Einfordern von Ergebnissen. Über eine öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-private-Partnership) arbeite das Land daran, das sogenannte Smart Working in der Landesverwaltung einzuführen. In einer Online-Abstimmung bezeichneten auch die anwesenden 150 Führungskräfte die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen überwiegend als sehr wichtig, als Mehrwert des Smart Workings wurden vor allem die bessere Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben sowie die höhere Attraktivität des Arbeitsplatzes eingestuft.

Inputs aus Trient und Rom 

Die Direktorin der Trentino School of Management,  Paola Borz, bezeichnet Smart Working als ein Win-Win-Projekt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Unter Smart Working versteht man eine Arbeitsweise, die durch Nutzung moderner Technik die Flexibilität und die Unabhängigkeit vom fixen Arbeitsplatz stärkt. Derzeit ist die in der Landesverwaltung über Telearbeit möglich, bei der Landesangestellte einen Teil ihrer Arbeitszeit und ihres Arbeitsprogrammes zu Hause erledigen. Auch im Trentino gibt es seit Beginn der 2000er Jahre ein ähnliches Modell, das in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und ausgedehnt wurde. Zwölf Prozent der über 4000 Trientner Landesangestellten nutzen eine der vier momentan angebotenen Formen des Smart Working, berichtete Borz, davon auch etliche Führungskräfte. “Smart Working ist eine Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Verwaltungen zu steigern”, zeigte sich die Direktorin überzeugt.

Über eine Videobotschaft beteiligte sich auch Monica Parella, die in leitender Funktion im Ministerratspräsidium sich mit dem Smart Working und flexiblen Arbeitsmodellen beschäftigt. Als wesentliche Vorteile von Smart Working nannte Parrella neben der Vereinbarkeit von Arbeits- und Lebensgestaltung auch die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die Motivation der Bediensteten. Zudem unterstrich sie, welch wichtigen Beitrag Smart Working für die Chancengleichheit leiste.

Smart Working für ausgeglichene Work-Life-Balance

Auch die Professorin für Organisation und Führung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Bozen, Marjaana Gunkel, zeigte den anwesenden Führungskräften des Landesverwaltung auf, dass Gespräche individuelle Lösungen bringen könnten, die sowohl für den Angestellten, als auch für den Vorgesetzten vorteilhaft seien. Viele Arbeitnehmer äußerten den Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, also einem harmonischen Verhältnis zwischen Arbeits- und Freizeit. Führungskräfte sollten sich daher mit Smart Working als Antwort auf dieses Bedürfnis auseinandersetzen. Diese Erwartungshaltung sei in der jüngeren Generationen ebenso festzustellen wie bei älteren Mitarbeitern, bestätigte auch Unternehmensberater Hermann Troger. Führungskräfte müssten einen neuen Führungsstil entwickeln, der Vertrauen und neue Formen der Delegation in den Mittelpunkt stellt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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