Von: luk
Bozen – Der Landesverband der Sozialberufe hat eine ergänzende Stellungnahme zur Ausbildung im Sozialbereich veröffentlicht und bekräftigt dabei seine volle Unterstützung für die Position von Ulrike Egger, Direktorin der Landesfachschule für Sozialberufe. Egger hatte sich am 22. Dezember 2025 zur aktuellen Ausbildungssituation geäußert.
In seiner Ergänzung kritisiert der Verband insbesondere die Rolle des Verbands der Seniorenwohnheime, der sich aus Sicht der Sozialberufe von einer Interessenvertretung zu einem marktbeherrschenden Arbeitgeberverband entwickelt habe. Dieser beteilige sich gemeinsam mit der Stiftung Elisabeth an der Schaffung zusätzlicher privater Ausbildungsschienen. Problematisch sei dabei nicht nur die Ausweitung des Ausbildungsangebots, sondern auch die Einführung neuer, niederschwelliger Berufsbilder wie Alltagsbegleiterinnen sowie die geplante Reaktivierung der Sozialen Hilfskraft. Dadurch würden unterhalb der Pflegehelferinnen zusätzliche Qualifikationsebenen geschaffen, was die Klarheit und Attraktivität der Sozialberufe beeinträchtigen könne.
Der Landesverband weist zudem darauf hin, dass neben Quereinsteigerinnen verstärkt junge Menschen für Sozialberufe gewonnen werden müssten, um diese langfristig zukunftsfähig zu machen. Nach Abschluss der Ausbildung stünden den Fachkräften vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten offen, etwa in Seniorenwohnheimen, Bezirksgemeinschaften, dem Sozialbetrieb Bozen, in Kindergärten und Schulen, Sozialgenossenschaften sowie in privaten und kirchlichen Einrichtungen.
Gleichzeitig verweist der Verband auf die Vielzahl unterschiedlicher Kollektivverträge, die zu teils stark abweichenden Arbeitsbedingungen führen. Diese Unterschiede zwischen ambulanten und stationären Diensten sowie zwischen öffentlichen und privaten Trägern würden die Betreuungslandschaft zusätzlich fragmentieren.
Der Landesverband der Sozialberufe fordert daher eine stärkere Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen sowie eine einheitliche Anerkennung und Wertschätzung aller Sozialberufe. Zudem solle die Expertise der Fachkräfte stärker in politische und strukturelle Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten könne dem Fachkräftemangel im Betreuungs- und Pflegebereich nachhaltig begegnet werden, so der Verband.




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