Erhalt der Höfe muss sichergestellt werden

LandWIRtschaft 2030: Über Berglandwirtschaft und Tierwohl diskutiert

Mittwoch, 24. März 2021 | 15:51 Uhr

Bozen – Vom Tierwohl, zur nachhaltigen Produktion, bis hin zu den Chancen der pflanzlichen Produkte: Das waren einige der sehr vielfältigen Themen der gestrigen Abendveranstaltung “Berglandwirtschaft und Tierhaltung in Südtirol”, an der rund 300 Südtiroler Bürgerinnen und Bürger teilgenommen hatten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden gab bei einer Umfrage während des Webinars an, dass eine standortangepasste und tiergerechte Milchviehhaltung in Zukunft die größte Herausforderung für die heimische Berg- und Milchwirtschaft darstellen wird.

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler hatte die Diskussion initiiert, um den Konsens zwischen Konsumenten und Produzent wieder anzunähern. Professor Matthias Gauly von der Freien Universität Bozen, der Obmann des Beratungsrings für Berglandwirtschaft, Daniel Gasser, der Moraltheologe Martin Lintner von der Philosophisch Theologischen Hochschule Brixen und die stellvertretende Landestierärztin Gerlinde Wiedenhofer beantworteten gemeinsam mit dem Landesrat die mündlich gestellten Fragen der Teilnehmenden.

Tierwohl und Wert der Produkte müssen Hand in Hand gehen

Im Rahmen der Diskussion stellte sich heraus: Der Erhalt der Berglandwirtschaft ist ein prioritäres Zukunftsthema. Dabei muss einerseits das Tierwohl garantiert werden und andererseits die Wertschätzung für landwirtschaftlichen Produkte bei der Bevölkerung gefördert werden. Landwirtschaftslandesrat Schuler betonte, “Ziel sei es, die Wertsteigerung vom Produkt zu erlangen und eine nachhaltige – sprich ebenso ökologische wie ökonomische – Arbeitsweise zu fördern.”

Innovative bäuerliche Jugend

Lobend hervorgehoben wurde im Webinar auch, dass sich die jungen Generationen in Südtirol innovativ für den Erhalt der Familienbetriebe einsetzt und dies auch schon europaweite Anerkennung erlangt hat. Der Erhalt dieser bäuerlichen Familienbetriebe fließt unter anderem in die Zukunftsstrategie der Südtiroler Landwirtschaft, die Landesrat Schuler nach diversem Austausch mit Interessensvertretern, Bauern und Bürgern in Kürze vorstellen wird.

Nächste Woche dritter Teil der Webinar-Reihe

Das gestrige Webinar zur Berglandwirtschaft war das zweite dieser dreiteiligen Reihe zu Schwerpunktthemen, die mit dem Obst- und Weinbau gestartet ist. Am kommenden Dienstag, 30. März um 20 Uhr folgt das dritte und letzte Webinar im Rahmen dieses Austausches mit der Bevölkerung zum Bereich “Klima- und Umweltschutz – Beitrag der Landwirtschaft.

Schuler zieht aus den bisheringen Webinar bereits eine klare Lehre: “Die Bevölkerung will offensichtlich mitreden! Dieser Austausch ist von großer Bedeutung, um den Zwiespalt zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung zu überwinden.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

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4 Kommentare auf "LandWIRtschaft 2030: Über Berglandwirtschaft und Tierwohl diskutiert"


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Universalgelehrter
18 Tage 6 h
Wunderschönes Foto mit toller Aussicht. Zeigt aber auch gleichzeitig die Problematik der Bergbauern. Denn Milchviehhaltung auf und am Berg ist verbunden mit hohem körperlichem Einsatz und finanziellem Aufwand (Mähen, Heuen, Einzäunung, Bewässerung usw. in teilweise abenteuerlichen Hanglagen) und den Gefahren für die Tiere beim Weidegang (wenn überhaupt möglich). Und dann spricht der LR Schuler davon, dass man daran arbeiten werde, damit die Wertschätzung der bäuerlichen Produkte in der Bevölkerung verbessert wird. Verehrter Herr Landesrat Schuler, machen Sie Ihren politischen Einfluß geltend, dass die Landesregierung, derer Sie angehören, bei der künftigen WERTSCHÄTZUNG den VORREITER macht. Und bei öffentlichen Vergaben von Belieferungen… Weiterlesen »
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Universalgelehrter
18 Tage 3 h

Ich wünsche allen Neidhammeln eine gute Nacht 😴😴😴

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
18 Tage 3 h

Auch ein “Guats Nächtle” für alle Nicht-Neidhammel 😉!

Plodra
Plodra
Grünschnabel
18 Tage 9 h

Bauern, Umweltschützer, Konsumenten, Stadtbevölkerung und Landbevölkerung, junge Leute und Ältere…, alle haben einen ganz unterschiedlichen Informationsstand zum Thema. Da ist es erst mal unerlässlich, für ausreichend Information zu sorgen. Und damit das Mitreden auch Sinn macht, ist ein Konzept zu erstellen, wie Information, Meinungsaustausch, Abbau von Vorurteilen, Suche nach angemessenen Lösungen und konsensorientierte Diskussion organisiert werden können. Also ist ein Planungsaufwand notwendig, der weit über ein Webinar mit Bürgerfragen-Expertenantworten hinausgeht.

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