Verkehr auf der A22 war stundenlang blockiert

„Lkw-Fahrer lassen sich nicht an Pranger stellen“

Montag, 04. Februar 2019 | 12:33 Uhr

Bozen – Nachdem der heftige Schneefall einen Ausnahmezustand auf der A22 verursacht hat, sucht man nun nach Verantortlichen. Angegriffen werden nicht nur die Verantwortlichen der Brennerautobahn, sondern auch die Warentransporteure. Diese wehren sich gegen die Vorwürfe.

Die Sperrung der Brennerautobahn wird wohl in die Geschichte eingehen. Zahlreiche Stunden war der Privat- und Schwerverkehr wegen des großen Schneefalls lahmgelähmt. Aufgrund der Fahrverbote ab 7.00 Uhr morgens in Tirol versuchten die Lkw-Fahrer trotz schlechter Wetterbedingungen bereits frühmorgens nach Deutschland zu kommen. „Zumindest um einen fahrerfreundlichen Rastplatz zu ergattern, um dort die Wochenendruhepause zu verbringen“, betont der Obmann der Frächter im lvh, Elmar Morandell.

Er stellt sich die Frage, wie bei solchen Wetterbedingungen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Behörden aussieht. „Wenn der Fahrer nicht nachweisen kann, warum er seine Ruhepause unterbrochen hat – dies muss durch einen Stempel vonseiten der Polizei auf dem Tachoausdruck erfolgen – können ihn verschiedene Behörden europaweit mindestens einen Monat lang sanktionieren. Die Stempelung durch die Polizei ist effektiv nicht erfolgt“, beklagt Morandell. Dies könne weder im Sinne der grenzüberschreitenden Wirtschaft noch der EU-Sozialvorschriften sein.

Nun gehe es nicht darum, Sündenböcke zu suchen, sondern Situationen wie diese in Zukunft zu vermeiden. „Die Fahrverbote in Tirol stellen nach wie vor das größte Hindernis für einen fließenden Lkw-Verkehr dar. Für solche Ausnahmesituationen – wie auch zu besonderen Ferien und Brückentagen – sollte die Europaregion Tirol eine Ausnahmefahrerlaubnis genehmigen. Der Sektor Warentransport benötigt aber auch mehr Rückhalt von der lokalen Politik. Schlussendlich geht es um einen bereits stark angeschlagenen Wirtschaftsbereich, der auch andere Sektoren in Mitleidenschaft zieht. Verzögert sich die Fahrt, verzögert sich die Lieferung und der Preis steigt“, erklärt Morandell.

Der Obmann der Warentransporteure fordert außerdem, dass die Kontrollbehörden den Fahrern die notwendige Ruhepauseunterbrechung bescheinigen. „Wenn wir die Sicherheit der Fahrer garantieren wollen, sind unbedingt Kettenanlegeplätze entlang der Brennerautobahn erforderlich, welche das Aufziehen von Ketten sicher ermöglicht. Kontrolliert werden müssen die Lkws und Pkws auch auf die Winterausrüstung. Es kann natürlich nicht sein, dass Fahrzeuge in den Wintermonaten mit Sommerreifen passieren.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "„Lkw-Fahrer lassen sich nicht an Pranger stellen“"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
14 Tage 16 h

am ende geben sie die schuld wieder salvini. wie meistens

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