Land Südtirol trifft Alperia

Maßnahmen gegen Strompreiserhöhung

Mittwoch, 06. Oktober 2021 | 13:10 Uhr

Bozen – Nach einem Treffen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Giuliano Vettorato soll die Landesenergiegesellschaft Alperia Vorschläge ausarbeiten, um die angekündigte Strompreiserhöhung für Südtiroler Kunden abzufedern.
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­Landeshauptmann Arno Kompatscher und Energielandesrat Giuliano Vettorato haben sich gestern Abend mit der Unternehmensspitze der Landesenergiegesellschaft Alperia getroffen, um sich über die angekündigte nationale Strompreiserhöhung zu informieren und auszutauschen.

Das Land Südtirol hat die Landesenergiegesellschaft Alperia bei diesem Treffen beauftragt, Maßnahmen auszuarbeiten, welche die angekündigte Strompreiserhöhung für Südtiroler Kunden abfedern soll.  Dies gilt sowohl für Haushaltskunden als auch für Unternehmen.

Team K: “Strombonus adè, und was bekommen die Bürgern jetzt?”

Die Landesregierung will den seit Jahren versprochenen Strombonus nun kippen und stattdessen den dem Land zustehenden Gratis-Strom nehmen. Wirtschaftlich ist diese Entscheidung allemal sinnvoll, doch die Frage bleibt: Was bekommen die Bürger jetzt? Das schreibt das Team K in einer Aussendung.

“Das Autonomiestatut Südtirols legt in Artikel 13 fest, dass bei Konzessionen für große Wasserableitungen zur Erzeugung elektrischer Energie die Konzessionsinhaber die Pflicht haben, den Provinzen Bozen und Trient jährlich und unentgeltlich für öffentliche Dienste und für bestimmte, durch Landesgesetz festzusetzende Verbrauchergruppen 220 Kilowattstunden für jedes Gigawatt konzessionierter mittlerer Nennleistung zu liefern.  Diesen ‘Gratisstrom’ gibt es als Gegenleistung dafür, dass die großen Konzessionen das öffentliche Gut Wasser zur Stromproduktion nutzen dürfen”, so das Team K.

“Das Land hat aber vor Jahrzehnten entschieden, entgegen jeder wirtschaftlichen Logik, statt des Gratisstroms eine Ausgelichszahlunmg entgegenzunehmen. Dies geschah wohl auch, um ein Stillhalten der Enel bei der Entstehung der Landes Energiegesellschaft SEL zu erkaufen. Und so zahlen die großen Stromanbieter des Landes, früher ENEL, Edison und heute Alperia, einen fixen Geldbetrag anstatt der kostenlose Abgabe der vorgesehenen Strommenge. Eine krasse Fehlentscheidung, denn der Gegenwert des Gratis Stroms beträgt mindestens das Doppelte der erhaltenen Zahlungen. Hunderte Millionen Euro sind so dem Land entgangen, weil die Landesregierung jahrelang einen geringeren Preis bzw. den staatlichen Stromtarif als Entschädigung erhalten hat. Trient hatte seit jeher aus diesem Grund entschieden, den Gratis Strom zu beziehen”, heißt es weiter.

“Wenigstens wurde aber, wohl als Wahlkampf Zuckerle, den Bürgern schon vor drei Jahren versprochen, ihnen den erhaltenen Gegenwert – ca. zehn bis 15 Mio Euro jährlich – zukommen zu lassen, in Form einer Auszahlung von 50/60 Euro jährlich über die Stromrechnung. Gerade jetzt, da der Strompreis in die Höhe geschnellt ist, wäre es höchst an der Zeit dieses Versprechen umzusetzen, und die Haushalte wenigstens ein wenig zu entlasten, wie das Team K bereits öfters gefordert hat. Denn seit drei Jahren ist dieses Versprechen nicht eingelöst. Und nun will es die Landesregierung offenbar ganz kippen”, so das Team K.

Paul Köllensperger meint dazu: “Dieses Versprechen ist einzulösen. Für die Zukunft ist es in der Tat die wirtschaftlich sinnvollere Entscheidung, den Gratis Strom zu beziehen, aber es muss dabei ein konkreter Vorteil für die Bürger im Land herausspringen. Per Landesgesetz könnte der Landtag beschließen, den Strom kostenlos an gewisse Verbrauchergruppen abzugeben. Genauso kann man den Leuten den Gegenwert des erhaltenen Stroms und der damit verbundenen Ersparnisse in Form von Auszahlungen über die Stromrechnung oder in Form von nützlichen Diensten weitergeben. Was nicht geht, ist dass das das Land sich jetzt den Gratis Strom einfach nimmt ohne an die Bürger einen Vorteil weiterzugeben. Es muss etwas bei den Leuten ankommen, erst recht in dieser Zeit.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "Maßnahmen gegen Strompreiserhöhung"


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hundeseele
hundeseele
Superredner
17 Tage 18 h

HALBIEREN!!!!!!
Warum müssen wir UNSEREN Strom so teuer kaufen????

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

@ hundeseele uaner muas jo verdienen drau de ormen stromhandler

nikname
nikname
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

ja, frag mal alperia!!!

Tina1
Tina1
Tratscher
16 Tage 23 h

Hundeseele…. genau, laut Werbung green Strom weil von unserem Wasser und auf der Rechnung Stromankauf von F1-75 ,000 kWh….77,000 kWh….F2+F3 121,000kWh 115.000 kWh…????

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Es würde genügen, dass Alperia für die ersten 500kw/h aufkommen würde, pro Haushaltsanschluss, unabhängig welcher Anbieter man hat.
Das ginge sehr leicht da das Stromnetz ja fast ausschließlich in der Hand der Landeseigenen Gesellschaft ist.
Alperia => Edyna => gehört uns allen, da wir ja diese Gesellschaft mit unseren Geldern erschaffen haben.

Deshalb Herr Dr. Kompatscher & Konsorten lasst euch was einfallen, denn der Lohn bzw. der Gehalt, der unteren 10.000der (sic!) bleibt immer gleich aber ihr, L.A. habt gerade einen Inflationsausgleich von sage und schreibe an die 10.000€ erhalten.
Ich Frage mich manchmal ernsthaft für was?

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

@ ischjowurst für sette entscheidungen wos hinten und vor net zom passn

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

…Wasserkraft gehört der Bevölkerung, hat die Politik getönt…jetzt schauts anders aus…
🤪

Vranz
Vranz
Tratscher
17 Tage 17 h

Ich dachte immer das Alperia Grün und von Südtirol Strom produziert, wir haben genug Wasser in Südtirol um Eigenständig zu sein. 

Server
Server
Superredner
17 Tage 16 h

@ Vranz
Stimmt ganz genau, früher hatten Bauern noch Wassermühlen und Wasserkraftwerke. Wir auch! Warum sollte man das Land unterstützen, wenn nur die Politiker Vorteile haben????

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

…vielleicht rückwirkend den versprochenen Strombonus an die Familien auszahlen…

Um auf so einfache Antworten zu kommen, muss man gar nicht studiert haben!!

AlterSchwede
AlterSchwede
Tratscher
17 Tage 17 h

Das ewige Strom-Thema in Südtirol. Da kommt seit gefühlten 100 Jahren nichts raus, was irgendwie dem Otto-Normalverbraucher nützen würde, warum sollte es diesmal anders sein?

wellen
wellen
Universalgelehrter
17 Tage 14 h

Und da sagt der Typ von Alperia noch im Fernsehen: naaa im Sommer produziert Südtirol genug Strom, aaaber nix im Winter deswegen haben wir selber gar nicht sooo viel. Deswegen müssen die Bürger leider leider den Strom teuer von der Strombörse kaufen. Nix Strombonus, wo kommen wir da hin. 10.000€ Inflationsnachzahlung an die Politiker, das schon, ging fix.

Mico
Mico
Superredner
17 Tage 13 h

augenauswischerei….. und sonst nix!!.. unser land südtirol…. wir.zahlen von imu bis gis ….steuer auf gas …strom… wasser usw…. und dann wird noch groß getan mit….ach du schönes südtirol… wie gut es uns geht….. zum schämen….

MalEhrlich
MalEhrlich
Neuling
17 Tage 15 h

Schaut mal eure Rechnungen an,  wieviel sind Steuern  wieviel ist effektiver Verbrauch  und dann nicht erschrecken   was geht jetzt effektiv nach  oben?      

sixtus
sixtus
Tratscher
17 Tage 13 h

Entschuldigung dieses Bonus steht allen Südtiroler Haushalte zu und nicht nur den Alperiakunden.

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

@ dolin. Gons genau es eigene doppelt und dreifoch zohln

Tigre.di.montana
17 Tage 13 h

Alperia kann rasch verfügbaren Strom aus Wasserkraft, zum Wohle Südtirols, hochpreisig an andere Abnehmer verkaufen.
Warum sollte dann zu Lasten der Eigner der Alperia – und das sind in letzter Linie die Einwohner Südtirols – die Stromverbraucher durch im europäischen Vergleich billige Strompreise unterstützt werden?
Ich als Verbraucher habe es in der Hand, oder besser: am Lichtschalter, ob ich mehr oder weniger teuren Strom verbrauche.

Zefix
Zefix
Superredner
17 Tage 10 h

groass blabla und nix derhinter ba de maulheldn

oliveti
oliveti
Grünschnabel
16 Tage 22 h

Da wird unser schöner Landeshauptmann sicher einen Sonderweg wissen, so wie immer.

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