Gemeinschaftsprojekt für schwerkranke Menschen

Mit dem Wünschewagen ein Jahr lang unterwegs

Montag, 25. Februar 2019 | 20:32 Uhr

Bozen – 33 Herzenswünsche von schwerkranken Personen hat der Wünschewagen im ersten Jahr seines Bestehens (2018) erfüllt und dabei insgesamt 3.330 Kilometer zurückgelegt. Begleitet wurden die besonderen Fahrgäste dabei von insgesamt 31 Freiwilligen des Weißen Kreuzes und der Caritas Diözese Bozen-Brixen, welche das Projekt „Wünschewagen“ gemeinsam führen. Damit diese letzten Wünsche die Betroffenen nichts kosten, dafür haben zahlreiche Südtiroler Spenderinnen und Spender gesorgt, welche 101.844  Euro dafür bereitgestellt haben. „Ein rundum gelungenes erstes Jahr“, freuen sich Barbara Siri, die Präsidentin des Weißen Kreuzes, und Caritas-Direktor Paolo Valente über diese erfolgreiche Bilanz.

„33 Mal konnten Caritas und Weißes Kreuz Menschen, deren Lebensende nahte, einen letzten Wunsch erfüllen und einen Tag lang viele Glücksmomente schenken. Schöneres gibt es wohl nichts auf der Welt“, ist Barbara Siri, die Präsidentin des Weißen Kreuzes überzeugt.

„Begleitet werden sie von zahlreichen fleißigen Helferinnen und Helfern, um genau zu sein 31. Es sind dies freiwillige Mitarbeiter des Weißen Kreuzes  und der Caritas-Hospizbewegung, welche sorgfältig ausgesucht und eine eigene Ausbildung für die Begleitung mit dem Wünschewagen gemacht haben. Man kann also sagen, es sind besondere Menschen, welche besondere Menschen während der Fahrt begleiten“, so Siri.

„Es ist ein Geschenk, wenn wir am Ende unseres Lebens noch die Fähigkeit haben, zu träumen und Wünsche auszusprechen. Der Tod ist nicht das Ende, sondern eine Schwelle, die wir alle überschreiten und dabei nichts mitnehmen können, außer das wirklich Wichtige: die Beziehungen mit den Menschen, die wir lieben und die uns lieben. Oft sind diese Beziehungen mit einem Ort verbunden, den wir ins Herz geschlossen haben. Eine Fahrt, die uns dahin bringt, ist eine Fahrt des Lebens und der Hoffnung“, ist Caritas-Direktor Paolo Valente überzeugt.  Das Bewusstsein, letzte Wünsche so gut als möglich erfüllt zu haben, schaffe auch bei den Angehörigen positive Gefühle und erleichtere eine etwaige spätere Trauerarbeit.

Tatsächlich handelte es sich bei den meisten der geäußerten Wünsche um ein Wiedersehen mit einer lieben Person beziehungsweise um die Rückkehr an einen Ort mit besonderen Erinnerungen. „Das häufigste Wunschziel war ein allerletzter Besuch des eigenen Heimatortes, oft auch einer besonderen Stelle in der freien Natur oder ein See“, berichtet Giulia Frasca, Koordinatorin des Wünschewagens innerhalb der Caritas-Hospizbewegung, von den insgesamt 33 gemachten Fahrten. „Die Fahrten sind auf einen Tag begrenzt. So führten die weitesten Strecken nach Florenz, Venedig und Davos. Die kürzeste Strecke indes wurde innerhalb von Bozen zurückgelegt und zwar zu Heilig Abend als ein schwerkranker Familienvater diesen noch einmal mit seinen Lieben verbringen wollte.“ Das Alter der Fahrgäste reichte dabei von der Jüngsten mit 21 Jahren bis hin zur Ältesten mit 104 Jahren.

„Die Fahrt mit dem Wünschewagen ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen kostenlos. Das Weiße Kreuz und die Caritas decken die Kosten für den Wünschewagen über Eigenmittel ab und garantieren die operative Bereitschaft. Für die Erfüllung der Wünsche beziehungsweise der anstehenden Fahrten selbst ist das Projekt allerdings auf Spenden und finanzielle Unterstützung von außen angewiesen“, sagt  Bonamico. „Insgesamt konnten wir dafür in diesem ersten Jahr 101.844 Euro einnehmen. Es freut uns, dass so viele Südtirolerinnen und Südtiroler dieses Projekt unterstützen!“

„Wir bedanken uns bei allen, die den Wünschewagen unterstützen und möglich machen“, sagen Weiß-Kreuz-Präsidentin Barbara Siri und Caritas-Direktor Paolo Valente unisono. „Und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen allen auch heuer wieder gemeinsam Herzenswünsche zu erfüllen und damit schwerkranken Menschen noch einmal Hoffnung und Freude zu schenken.“

Wer den Wünschewagen in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter Tel. 0471 444 555 oder über die Homepage www.wuenschewagen.it melden.

Spenden indes können unter dem Kennwort „Wünschewagen“ auf folgendes Spendenkonto überwiesen werden:

Weißes Kreuz
IBAN: IT45 D 08081 11601 000301015893
SWIFT: RZSBIT21103

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Mit dem Wünschewagen ein Jahr lang unterwegs"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Tabernakel
26 Tage 8 h

Wir können froh sein, dass die Caritas und das Weiße Kreuz sich freiwillig kümmern. Spendengelder sind gut angelegt.

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
26 Tage 5 h

tabernakel, spenden, nicht reden, spenden

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