Tipps der Verbraucherzentrale

Mit Mini-Photovoltaikanlagen für den Balkon Geld sparen

Dienstag, 18. Oktober 2022 | 11:44 Uhr

Bozen – Mini-Photovoltaikanlagen können eine Lösung für die etwas kleinere Brieftasche sein. Sie sind kostengünstig in der Anschaffung und bei gezielter Nutzung rechnen sie sich schon nach wenigen Jahren.

Mini-Photovoltaikanlagen sind vom Grundprinzip so aufgebaut wie eine herkömmliche Photovoltaikanlage. Sie bestehen aus einem Photovoltaikmodul und einem Mini-Wechselrichter, der den Sonnenstrom in nutzbaren Wechselstrom umwandelt. In der Regel werden diese Mini-Photovoltaikanlagen an den Hausbalkonen angebracht und dort mit einer dafür vorgesehenen Steckdose verbunden. Sie können zusätzlich auch mit einer Speicherbatterie versehen werden.

Das Besondere der Mini-Photovoltaikanlagen besteht darin, dass sie bereits einsatzbereit geliefert werden und lediglich der Stecker mit einer dafür vorgesehenen Steckdose verbunden werden muss. Aber Achtung, nur so genannte „Plug & Play-Geräte“ mit einer Leistung von maximal 350 Watt dürfen selbst an das Hausnetz angeschlossen werden. Dies aber auch nur dann, wenn sichergestellt ist, dass die Steckdose korrekt im Stromnetz integriert ist. Dies sollte im Vorfeld auf jeden Fall von einem Elektriker kontrolliert werden, um eventuelle Überlastungen des Hausnetzes zu vermeiden.

Tipps der Verbraucherzentrale

Bevor es mit der Planung der eigenen Mini-Photovoltaikanlage losgehen kann, sollte:

  • sichergestellt werden, dass der bestehende Balkon für die Anbringung geeignet ist, das Gewicht der Anlage (rund 25 Kilogramm für ein 300 Watt Modul bei einer Größe von 1,70 x 1,00 Meter) tragen kann und dass auch stärkere Windgeschwindigkeiten keine Probleme verursachen;
  • im Bauamt der eigenen Gemeinde nachgefragt werden, ob eine Baumeldung erforderlich ist (gewöhnlich nicht der Fall) und ob man sich in einer Zone befindet, wo eine Anbringung unter Umständen nicht erlaubt ist, wie z.B. in einem historischen Ortskern;
  • im Falle eines Mehrfamiliengebäudes im Vorfeld mit dem Verwalter geklärt werden, ob eine Anbringung erlaubt und welche Vorgehensweise vorgesehen ist;
  • auch die Versicherungsgesellschaft entsprechend informiert werden.

Zudem muss mindestens zehn Tage vor Inbetriebnahme der Mini-Photovoltaikanlage eine Meldung an den Netzbetreiber gerichtet werden, welcher fünf Arbeitstage Zeit hat, eventuell erforderliche Anpassungen am Stromzähler vorzunehmen und die Anlage im nationalen System der Produktionsanlagen (Gaudi) einzuschreiben. Anschließend erhält man einen Erkennungskodex (Censimp) für die Anlage.

Auch wichtig zu wissen ist, dass pro Haushalt bzw. POD nur eine Mini-Photovoltaikanlage angeschlossen werden darf und dies auch nur dann, wenn noch keine andere Photovoltaikanlage vorhanden ist. Vorsicht ist auch beim Kauf aus dem Internet geboten, denn nicht alle dort angebotenen Modelle dürfen und können auch in Italien genutzt werden, da sie unter Umständen nicht den italienischen Normen entsprechen.

Bis zu 260 Euro Stromkosten einsparen

Mit einer „Plug & Play-Anlage“ kann einiges an Strom produziert werden; im Optimalfall, bei richtiger Anwendung (Solarstromnutzung während der Produktion) an einem verschattungsfreien Südbalkon (Modul mit 300 Watt), können bis zu 400 kWh Strom produziert werden. Wird der Strom zur Gänze selbst verbraucht, können rund 260 Euro (bei einem Strompreis von 0,66 Euro pro kWh, Preis geschützter Markt Oktober 2022) im Jahr eingespart werden. Aber Achtung: jener Strom, der nicht direkt genutzt wird, fließt ins öffentliche Stromnetz und für diesen ist keine Vergütung vorgesehen. Somit ist es empfehlenswert, den eigenen Stromverbrauch an die Solarstromproduktion (Sonnenstunden) anzupassen.

Dank der geringen Kosten dieser „Plug & Play-Geräte“ von gerade mal 600 bis 800 Euro und der Möglichkeit, diese im Ausmaß von 50 Prozent von der Einkommenssteuer abzuziehen oder denselben in Form eines Rabattes auf der Rechnung zu nutzen, rechnet sich die Investition bereits nach wenigen Jahren.

Der Preis hängt von der Art der ausgewählten Module, der Art der Halterung und der eventuellen Unterstützung des Verkäufers bei der Betreuung des Kunden ab.

Mini-Photovoltaikanlagen mit einer maximalen Leistung von 800 Watt

Neben den „Plug and Play-Geräten“ gibt es auch andere Mini-Photovoltaikanlagen, für welche vereinfachte Anschlussmöglichkeiten und Meldepflichten vorgesehen sind. In diesem Fall ist es jedoch erforderlich, sich an einen Elektriker zu wenden, der die Mini-Photovoltaikanlage mit dem Hausnetz verbindet und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen trifft sowie anschließend eine Konformitätserklärung erstellt. Auch in diesem Fall muss vor Inbetriebnahme eine Meldung an den Netzbetreiber gerichtet werden, wobei hier zusätzlich einige Dokumente, wie der Elektroplan und die Konformitätsbescheinigungen, beigelegt werden müssen.

50 Prozent Steuerabzug auch für Mini-Photovoltaikanlagen

Auch für Mini-Photovoltaikanlagen ist die Inanspruchnahme des 50-prozentigen Steuerabzuges möglich. Hierfür muss, sofern keine Baumeldung in der Gemeinde erforderlich war, eine Ersatzerklärung erstellt werden. Die Bezahlung der Anlage muss mittels einer besonderen „sprechenden“ Überweisung erfolgen (Angabe des Zahlungsgrundes, des Gesetzes Art. 16-bis DPR 917-1986, der Steuernummer und Mehrwertsteuernummer des Verkäufers und der Steuernummer des Käufers). Zudem muss innerhalb von 90 Tagen nach Fertigstellung der Arbeiten eine Meldung an die ENEA erfolgen.

Achtung: sollte mehr als ein Unternehmen beteiligt sein, so muss zusätzlich vor Beginn der Arbeiten eine Meldung an das Arbeitsinspektorat gerichtet werden.

Vorsicht ist auch bei der Nutzung des Steuerabzuges im Zusammenhang mit Internetkäufen geboten: bei den besonderen Überweisungen werden dem Verkäufer automatisch acht Prozent Quellensteuer vom Verkaufspreis abgezogen, welche er dann mit dem Fiskus verrechnen muss. Damit es nicht zu Schwierigkeiten mit dem Verkäufer kommt, sollte dies im Vorfeld geklärt werden.

Weitere Infos zu diesem Thema sind im Beschluss der Behörde für die Regulierung von Energie, Netzen und Umwelt (ARERA) enthalten (https://www.arera.it/it/docs/20/315-20.htm).

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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30 Kommentare auf "Mit Mini-Photovoltaikanlagen für den Balkon Geld sparen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 9 Tage

…isch des kompliziert…
😥

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 9 Tage

Aber such nur für Leute die einfach gestrickt sind! Der Rest hat damit keine Probleme und spart!
Eigentlich dschte ich du bist im Sinne gegen Putin für JEDE Einsparungen? Zu kompliziert?

Antonym
Antonym
Neuling
1 Monat 9 Tage

Wieso immer so aggresiv? Ich denke, dass dieser Vorgang deutlich einfacher gestaltet werden könnte. Aber solange du gecheckt hast und deine Mini-PV bereits in Betrieb genommen hast, ist ja alles gut.

sarkasmus
sarkasmus
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Tja man merkts 😅👍

anonymous
anonymous
Kinig
1 Monat 9 Tage

Mit 350 Watt nicht rentabel

Reporter
Reporter
Neuling
1 Monat 9 Tage

zudem isches auf 0,66 Euro pro kWh berrechnet, des isch dor jetzt Zeitpunkt. Sollte dor Strom wieder sinken braucht men einige Johr mear. Total für die Kotz so eppes.
Magari bisch donn no Stromproduzent und muasch laut nuien Dekret obgoben leischten 😂😂😂

Orch-idee
Orch-idee
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@reporter… Ich warte auf etwas besseres… Kommt sicher noch…

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Strom ist noch VIIIIEL zu billig .

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Das wird bestimmt eine optische “Aufwertung”🤮 von größeren und großen Kondominiumsgebäuden. Daneben noch eine Satellitenschüssel. Passt

Faktenchecker
1 Monat 9 Tage

“im Falle eines Mehrfamiliengebäudes im Vorfeld mit dem Verwalter geklärt werden, ob eine Anbringung erlaubt und welche Vorgehensweise vorgesehen ist;”

Freesia
Freesia
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Airconditioner nit vergessen 😁👍

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Hast du was am Magen, dass du ständigt 🤮?

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@SilviaG…danke der Nachfrage😘. In der Tat kommt dieser 🤮 Reiz immer wieder. Besonders wenn es sich um “Gruselthemen” handelt oder sich Gewisse hier melden…

honga
honga
Tratscher
1 Monat 9 Tage

habe mit einigen leuten aus der branche gesprochen. horrender wirkungsgrad. außer spesen nichst gewesen. es bräuchte bessere und einfachere konzepte um die anlagen aufs dach zu bringen. von optik und sinnhaftigkeit der umwelt gegenüber reden wir gar nicht.

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Hast eben mit den falschen Leuten gesprochen.
Der Artikel oben sagt genau das Gegenteil als du.

Muggi
Muggi
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

So ein Theater wegen den paar Watt – unter “Plug and Play” verstehe ich etwas Anderes!

Faktenchecker
1 Monat 9 Tage

Watt?

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

wie ist die Situation,wenn ich mit einem 800w-modul einen Akku speise, das also gar nicht direkt mit dem Netz verbinden will?

Antonym
Antonym
Neuling
1 Monat 9 Tage

Sehr gute Idee meiner Meinung nach! …wo kein Kläger, da kein Richter…

Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@tom Suche im Web mal nach “Powerstation mit Solarmodul” 😉

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@Antonym der Weg von blöden Nachbarn zum Kläger ist aber oft sehr kurz

jojo
jojo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

leider sind die Balkonkraftwerke im den letzten 12 Monaten fast um 150% gestiegen, da die nachfrage so hoch ist.

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 9 Tage

In einigen Jahren liegen diese Platten auf den Mühl
und diese Firmen lachen sich den Bugel runter

leolee
leolee
Tratscher
1 Monat 8 Tage

eine gute Idee ,wer sich leisten kann.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Sowas nennt man Förderung von Schrottmüll, bitte sagt mir einer was eine solche Anlage bringen soll?

Unioner
Unioner
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Das ist so kompliziert in Deutschland das ich das nur für den Garten gebrauchen könnte .Außerdem sind Akkus so teuer das die ganze Sache zu teuer wird und 300Watt reichen gerade für eine kleine Teichpumpe.

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Strom ist immer noch zu billig! Ich will endlich höhere Strompreise.

Laempel
Laempel
Superredner
1 Monat 8 Tage

Eine Mini-Photovoltaikanlage für den Balkon kostet erst mal verhältnismößig viel Geld. Ob sie dieses Geld je wieder einspielt, hängt von sehr vielen Faktoren ab, vor allem von der Entwicklung der Strompreise und von möglicherweise zukünftigen bürokratischen und steuerlichen Schikanen, falls sie ans Stromnetz angeschlossen wird und in irgendeiner Datenbank aufscheint. Leider wird dem einfachen Bürger so ziemlich jede sinnvolle Investition, die eventuell nur ihm allein zugute kommen könnte und die ihn von den etablierten unersättlichen Geldsäcken uabhängiger machen würde, nach Strich und Faden vermiest.

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Dieses Gejammer und Gewinsel hier ist ja nicht auszuhalten..
Strom muss endlich jenseits von 1 Euro je Kilowattstunde kosten und selbst dann wird es immer noch viele Vorbehalte gegen GRATIS Energie aus dem Weltall geben.

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 8 Tage
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