NLB will ebenfalls Addiko übernehmen

NLB übertrumpft Raiffeisen mit Angebot für Addiko Bank

Donnerstag, 09. April 2026 | 20:47 Uhr

Von: APA/Reuters

Die slowenische Nova Ljubljanska banka (NLB) greift nach der heimischen Addiko Bank und provoziert damit einen Bieterkampf. Das Institut kündigte am Donnerstagabend ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von 29,00 Euro je Aktie in bar an. Damit überbieten die Slowenen die Raiffeisen Bank International (RBI), die erst wenige Stunden zuvor 23,05 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt hatte.

NLB hält nach eigenen Angaben derzeit keine Aktien an dem in Südosteuropa tätigen Geldhaus, strebt jedoch eine deutliche Mehrheit an. Der gebotene Preis liege 25,8 Prozent über der Offerte der RBI und 11,6 Prozent über dem Börsenschlusskurs vom Mittwoch, teilte NLB mit. Zuletzt notierte die Addiko-Aktie an der Wiener Börse bei 24,60 Euro.

Für die Slowenen ist es der zweite Anlauf: Im Sommer 2024 war NLB mit einem Gebot von 22 Euro je Addiko-Aktie gescheitert. NLB-Chef Blaz Brodnjak erklärte, Addiko sei aufgrund der Stärke bei Konsumentenkrediten und im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen eine überzeugende strategische Gelegenheit. Das Geschäftsmodell ergänze das eigene Angebot ideal. Die Transaktion solle sich ab dem zweiten Jahr nach dem Abschluss positiv auf den Gewinn auswirken.

Der Vollzug des Angebots unterliegt den üblichen Bedingungen, darunter die Freigabe durch die Banken- und Wettbewerbsbehörden sowie das Erreichen einer noch festzulegenden Mindestannahmequote. Die Angebotsunterlage soll in Kürze bei der Übernahmekommission eingereicht werden. NLB ist nach eigenen Angaben die größte Bankengruppe mit Hauptsitz in Südosteuropa und in mehreren Ländern der Region aktiv, in denen auch Addiko vertreten ist.

Die RBI hatte in der Nacht auf Donnerstag ein Angebot vorgelegt, das Addiko mit rund 450 Millionen Euro bewertet. Die an eine Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent geknüpfte Transaktion sieht eine Aufspaltung vor: Das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich will die RBI behalten, während die Töchter in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro an die serbische Alta Group verkauft werden sollen. Die Addiko-Führung hatte sich von dem Vorstoß der RBI überrascht gezeigt, da es zuvor keinen Kontakt gegeben habe. Die in Wien ansässige Addiko ging aus Teilen der früheren Kärntner Bank Hypo Alpe-Adria hervor und stand wiederholt im Visier von Investoren.

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