Seit Juni beamen Tundo-Mitarbeiter kein Gehalt mehr

Plattner: „Streiks sind nicht die Lösung!“

Dienstag, 13. Oktober 2020 | 11:04 Uhr

Bozen – Seit vielen Jahren bringt das Konsortium der Südtiroler Mietwagenunternehmer (KSM) Schüler wie Menschen mit Beeinträchtigung, die keinen öffentlichen Liniendienst nutzen können, pünktlich und zuverlässig ans Ziel. Zu einem Streik, wie ihn die Tundo-Mitarbeiter für heute angekündigt haben, würde es bei uns nie kommen, betont KSM-Präsident Martin Plattner.

Seit Juni sollen die Mitarbeiter des süditalienischen Unternehmens Tundo kein Gehalt mehr bekommen haben. Aus diesem Grund haben sie gemeinsam mit den Gewerkschaften für heute einen Streik ausgerufen. „Das kann aber auch nicht die Lösung sein, vor allem nicht, wenn die ausfallenden Dienste auf Kosten der zu transportierenden Personen gehen“, unterstreicht KSM-Präsident Martin Plattner.

Die Streikankündigung sorgt für Unmut unter den Mitgliedern des Konsortiums. Nach wie vor zeigen sie sich verärgert über die Ausschreibung des Schülertransportes für die Jahre 2020/21, 2021/2022 und 2022/2023, welche Tundo gewonnen hat. Nur weil Rekurs gegen die Ausschreibung eingereicht wurde, konnte der Auftrag für das KSM vorerst bis Ende 2020 verlängert werden. Wie es ab Januar 2021 weitergehen soll, ist noch unklar.

„Unverständlich und nicht nachvollziehbar ist für uns, warum eine lokale Dienstleistung, die in den vergangenen Jahren immer reibungslos und verlässlich funktioniert hat, nun abgelehnt wird. Unsere Fahrer bringen alle notwendigen Voraussetzungen mit: Sie sind verlässlich, pünktlich, zweisprachig, verfügen über viermal vier Fahrzeuge und kennen die geografischen Gegebenheiten wie ihre Westentasche. Streiks aufgrund von Lohnzahlungsausfällen hat es und wird es im KSM nie geben. Ich frage mich schon, welchen Sinn es hat, Fahrzeuge wie Fahrer von außen herzuholen, wenn ein funktionierender Service im eigenen Land besteht“, beklagt KSM-Präsident Martin Plattner. Vor allem für Familien, die im ländlichen Raum auf entlegenen Bergbauernhöfen oder außerhalb der Ortschaften wohnen, leiste das KSM einen unverzichtbaren und flexibel gestalteten Dienst. Mit Vier- bis 50-Sitzern befördert das KSM seit vielen Jahren die Jugendlichen sicher in die Schule und wieder zurück nach Hause. Insgesamt werden dabei jährlich drei Millionen Kilometer zurückgelegt.

„Ich wünsche mir für die Zukunft, dass der Mehrwert von lokalen Diensten stärker anerkannt und vorrangig diese Lösungen genutzt werden. Es darf auf keinen Fall passieren, dass die Kinder und Jugendlichen zu Opfern eines nicht funktionierenden Systems werden und die hiesigen Firmen aufgrund von externen Konkurrenten ihre Arbeit verlieren. Gerade jetzt sind Südtirols Mietwagenunternehmer auf jeden Auftrag angewiesen, um ihre Existenz zu sichern“, unterstreicht Plattner.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Plattner: „Streiks sind nicht die Lösung!“"


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Nette
Nette
Grünschnabel
11 Tage 14 h

Man bedenke es gibt Firmen die auf Ausschreibungen spezialisiert sind, diese Gewinnen und an Subunternehmen verteilen die dann ihre Mitarbeiter austrocknen lassen. Aber der italienische Stiefel hat „nur“ die Bekämpfung des Bargeldes als Sündenbock der Schattenwirtschaft vorzuzeigen anstatt sich mal ernsthaft über Bürokratieabbau zu beschäftigen. Wichtig ist das alles doppelt und dreifach kontrolliert wird um anschließend solche Ergebnisse einzufahren. Traurig

Savonarola
11 Tage 11 h

die einzigen, die sich noch nicht zu Wort gemeldet haben, sind die zuständigen Politiker. Ach ja, in solchen Fällen schieben sie die Beamten vor.

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

Unglaubliche Schweinerei, eine Stock walsche Firma ,kann man sich aber denken das ,das nicht gut geht

unter uns
unter uns
Grünschnabel
11 Tage 13 h
Das mag schon sein Martin, aber was sollen die Mitarbeiter sonst tun, weiterfahren als wenn nichts wäre?? Irgendwann müssen die Bezirksgemeinschaften auch Verantwortung übernehmen…. Firmen ins Land holen die auf Kosten des Fahrens arbeiten. Die Fahrer müssen offensichtlich den Verantwortlichen blind vertrauen…. und wenn es nicht klappt, haben sie das Nachsehen.. Wenn die Sanktionen wenigstens unter den Fahrern aufgeteilt würden, aber nein dafür sind sie wieder nicht zuständig. Eine SAUEREI ohnegleichen!! Sie haben 1000 Klauseln im Ausschreibungstext, aber keinen einzigen, der die Mitarbeiter nur annähernd berücksichtigt. Es würde eine Klausel reichen die besagt, dass Rechnungen erst nach der Entlohnung der… Weiterlesen »
CH-1964
CH-1964
Grünschnabel
11 Tage 10 h

Alle reden von freiem Markt. Tieferen Preisen. Persönlichem Vorteil…vorausgesetzt es triff die anderen. Wettbewerb auch bei Milch, bei Transporten. Hätten sich beim Wettbewerb ja ordnentlich bemühen können. …..

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