VZS-Vergleich

Private Krankenversicherungen: Große Unterschiede bei Prämien

Donnerstag, 17. September 2026 | 12:06 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Private Sanitätsversicherungen unterscheiden sich in Südtirol teils deutlich bei Preis und Leistungen. Das zeigt ein Vergleich der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), die zwölf Angebote unter die Lupe genommen hat.

Für zwei fiktive Versicherte holte die VZS konkrete Angebote ein: einen gesunden 26-jährigen Mann und eine gesunde 49-jährige Frau. Beim jüngeren Profil reichten die Jahresprämien von 396 bis 992,50 Euro, beim älteren von 396 bis 1.882,50 Euro.

Die Preisunterschiede hängen laut VZS unter anderem mit dem Leistungsumfang, Versicherungssummen und Selbstbehalten zusammen. Auch der Ausschluss konventionierter Strukturen kann eine Rolle spielen: In diesem Fall müssen Versicherte Behandlungskosten zunächst selbst vorstrecken.

Versicherung nicht für jeden notwendig

Eine private Sanitätsversicherung übernimmt medizinische Kosten bei Behandlungen in privaten Einrichtungen infolge von Krankheit oder Unfall. Sie dient hingegen nicht dazu, Einkommensausfälle abzusichern.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale ist eine solche Zusatzversicherung in Südtirol nicht zwingend notwendig. Der öffentliche Sanitätsbetrieb gewährleiste trotz einzelner Schwächen eine gute medizinische Grundversorgung. Sinnvoll könne eine private Versicherung vor allem für gewünschte Zusatzleistungen sein, etwa kürzere Wartezeiten, freie Arztwahl oder Behandlungen im Ausland.

Kündigungsschutz und Altersgrenzen beachten

Bei der langfristigen Absicherung sieht die VZS mehrere Punkte, auf die Verbraucher achten sollten. Nur fünf der zwölf verglichenen Produkte bieten einen ausdrücklichen Kündigungsschutz, nur vier haben kein Alterslimit. Bei den übrigen endet der Versicherungsschutz in der Regel zwischen dem 75. und 85. Lebensjahr. Zudem können die Prämien im Alter deutlich steigen.

Auch die Vertragsbedingungen seien teilweise umfangreich und für Laien schwer verständlich. Die VZS rät deshalb, vor dem Abschluss genau zu prüfen, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden, wie sich die Prämie im Alter entwickelt und ob ein Kündigungsschutz besteht.

Besondere Vorsicht gilt bei den Gesundheitsfragen: Diese müssen laut VZS vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Werden Vorerkrankungen verschwiegen, kann dies zur Vertragsauflösung oder im Schadensfall zur Leistungsverweigerung führen.

Ein pauschal „bestes“ Angebot gebe es daher nicht. Entscheidend sei vielmehr, dass die Versicherung zum persönlichen Bedarf und den eigenen finanziellen Möglichkeiten passt.

Bezirk: Bozen

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