Unternehmerverband Südtirol fordert

“Produktion zurück nach Europa holen”

Montag, 29. März 2021 | 22:48 Uhr

Bozen – Mikrochips, Stahl, Kupfer, Aluminium, Halbleiter, Holz, Isoliermaterial: Südtiroler Unternehmen aus verschiedensten Branchen verweisen auf Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Komponenten. Das Problem ist allen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes gemeinsam – vom Automotive-Sektor über das Bauwesen – und birgt das Risiko, zukünftig schwerwiegende Auswirkungen auf die Tätigkeit der Unternehmen zu haben und auch Probleme für die Endverbraucher mit sich zu bringen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung verweisen lvh.apa, CNA und Unternehmerverband Südtirol auf die Schwierigkeiten für die Betriebe.

Aufgrund der Knappheit der Rohstoffe wird es problematisch, Liefertermine einzuhalten. Die Lieferzeiten haben sich durch die Engpässe bei den Materialen stark verlängert und damit riskiert man eine Verzögerung – und im schlimmsten Fall auch einen Stillstand – der Produktion. Die Knappheit der Rohstoffe hat auch zu einer Preiserhöhung geführt, die sich im Endprodukt niederschlägt. Dies zu einem Zeitpunkt, in dem Mobilität und Transporte aufgrund der Covid-Einschränkungen bereits wesentlich erschwert sind.

Für Martin Haller, Präsident des lvh.apa, Claudio Corrarati, Präsident der CNA, und Federico Giudiceandrea, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, ist es nun vorrangig, in die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zu investieren und insbesondere die strategischen Produktionen für die Wirtschaft zu fördern. „Europa wird eine entscheidende Rolle spielen. Eine Strategie für die Reindustrialisierung, die das verarbeitende Gewerbe als Zugpferd bei der Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen, Investitionen vor Ort, bei Export und Innovation sieht, wurde bereits verabschiedet. Zugleich braucht es auch eine lokale Politik, die Südtirol als Business Location noch wettbewerbsfähiger macht: moderne Infrastrukturen, Investitionen in Bildung, wettbewerbsfähige Energiepreise sind einige der Bereiche, wo man intervenieren kann.“

Daten und Fakten zum produzierenden Gewerbe in Südtirol:

Mit über 50.000 abhängig Beschäftigten ist der Produktionssektor der wichtigste private Arbeitgeber unseres Landes. Die verarbeitenden Unternehmen weisen mit rund 90 Prozent den höchsten Anteil an unbefristeten Arbeitsverträgen auf und bieten die sichersten Arbeitsplätze. Mit einem Anteil von 25 Prozent tragen sie mehr als jeder andere Wirtschaftssektor zu unserem BIP und zur Finanzierung der öffentlichen Dienstleistungen bei. Die Produktionsbetriebe sorgen für mehr als 80 Prozent des Südtiroler Exports und für mehr als 70 Prozent der Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "“Produktion zurück nach Europa holen”"


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Grünschnabel
14 Tage 17 h

Inzwischen haben die Chinesen – in Voraussicht – schon fast alle Betriebe in Europa gekauft und warten nur darauf, daß wir die Produktion wieder nach Eurpa holen. Guten morgen Europa !

berthu
berthu
Universalgelehrter
14 Tage 12 h

Späte Einsicht. Nun da Italien (Südtirol weniger) fast alle seiner weltbekannten Kompetenzen, Design, Autos, Motorräder, Textil, Haushaltsgeräte, Leder, Schuhe, Maschinenbau, uvam. “samt Maschinen und KnowHow exportiert” hat, will man wieder umdenken.
Die Spezialisten, Kenner, Könner dieser Branchen wurden entlassen, haben umgesattelt, ausgewndert -weg oder gestorben. Aber man kann ja wieder unten anfangen, sich der selbstgeschaffenen Konkurrenz stellen und viel Lehrgeld zahlen.
Zu Viele haben das “Arbeiten” auch nie gelernt, sondern nur mitlaufen, schmarotzen oder kurzsichtig mit Geld spielen praktiziert.

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