Förderung der Frauenbeschäftigung um Fachkräftemangel entgegenzuwirken

Renten: Absicherung von Frauen durch Ermöglichen der Vollzeit

Freitag, 24. Juli 2026 | 16:08 Uhr

Von: luk

Bozen – Die jüngsten ASTAT-Daten machen deutlich: Das Rentengefälle zwischen Mann und Frau ist weiterhin beachtlich. Für Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof ist eine Verringerung des Gender Pension Gap eine Priorität: “Wenn 70 Prozent derjenigen, die ungewollt in Teilzeit feststecken und gerne aufstocken würden, Frauen sind, dann ist das keine individuelle Entscheidung, sondern ein strukturelles Thema.”

Von den insgesamt 14.000 Menschen im Land, die gerne arbeiten oder ihre Stundenzahl aufstocken würden, sei ein Großteil Frauen. Gerade letzteren würden jedoch oft Steine im Weg liegen. Aufgrund unvergüteter Betreuungs- oder Pflegearbeit gerieten sie in unfreiwillige Stundenreduzierung oder es entstünden Lücken in der Erwerbsbiografie, die Hauptursache für spätere Einbußen bei Einkommen und Pension seien. Allein was die Altersrenten angeht, lag der Medianbetrag für Frauen im ASTAT-Bericht nur etwa halb so hoch wie jener von Männern (12.858 Euro gegenüber 24.954 Euro im Jahr 2024).

Talent, Erfahrung und Arbeitskraft von Frauen voll nutzen

„Wir dürfen es uns nicht mehr leisten, auf die Kompetenzen, die Erfahrung und die Arbeitskraft von Tausenden Frauen zu verzichten, die bereits vor Ort in Südtirol sind. Den Wiedereinstieg dieser Frauen ins Berufsleben oder die Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung zu erleichtern, ist der nachhaltigste Weg, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und gleichzeitig die eigenständige Absicherung von Frauen zu stärken“, ist Landesrätin Amhof überzeugt.

Anstrengung von allen Seiten notwendig

Dazu bedürfe es Anstrengungen von Seiten der Arbeitgeber (Möglichkeiten des Smartworkings, Telearbeit, Bereitstellung von Co-Working-Spaces, flexible Arbeitszeitmodelle usw.),  von Seiten der Familienangehörigen (Fairness bei der Vereinbarkeit – bessere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit) sowie der Frauen selbst, die Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen und rechtzeitig an die Altersvorsorge denken müssten, um Rentenlücken zu vermeiden. “Auch ist es weiterhin ein Gebot der Stunde, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Dafür müssen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und dadurch die Frauen selber stärken”, ruft Amhof auf.

Steigerung der Frauenerwerbstätigkeitsquote auf 78 Prozent

Ziel der Arbeitslandesrätin und des Arbeitsmarktservices des Landes Südtirol sei es, in den nächsten Jahren eine Steigerung der Erwerbstätigenquote von Frauen (20- bis 64-Jährige) herbeizuführen, die derzeit bei 74,3 Prozent und damit etwas unter den Kennzahlen von vergleichbaren Regionen wie Tirol und der Ostschweiz liegt.

Bezirk: Bozen

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