Schael spricht von Vorsichtsmaßnahme

Rezeptblöcke rationiert: Hausärzte murren

Freitag, 16. Februar 2018 | 09:09 Uhr

Bozen – Weil der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Thomas Schael, die roten Rezeptblöcke auf fünf Stück pro Monat rationiert, rumort es unter den Hausärzten.

In einem Schreiben hält Schael fest, fest, dass die digitale, papierlose Verschreibung von Medikamenten gut vorankomme und dass die Bestellung über das Finanzministerium für die Lieferung mit roten Rezeptblöcken durch die Staatsdruckerei in Foggia für das laufende Jahr entsprechend reduziert wurde. Schael verweist auf eine Vorsichtsmaßnahme, um Engpässen vorzubeugen.

Für die Hausärzte aber ein Unding, da das digitale System nicht immer problemlos funktioniere und der Rezeptblock weiter für Blutproben, für diagnostische Verschreibungen wie Röntgen oder eine Magnetresonanz sowie für Facharztvisiten und Physiotherapien gebraucht werde.

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STF: “Unfähige Verwaltung im Gesundheitswesen”

Als weitere Verschlechterung im Südtiroler Gesundheitswesen, die auf Kosten der Patienten geht, bezeichnet der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, die Entscheidung des Generaldirektors, den Hausärzten nur mehr fünf Rezeptblöcke pro Monat zuzuweisen. “Damit kommen die Hausärzte nur mehr wenige Tage aus und können den Patienten den Rest des Monats keine Rezepte mehr ausstellen.”

“Es ist ein Armutszeugnis für ein zivilisiertes Land, wenn inzwischen schon Rezeptblöcke rationiert werden müssen, nur weil der italienische Staat nicht mehr in der Lage ist ausreichend Blöcke zu drucken. Die Hausärzte sind auf die Rezeptblöcke angewiesen, da das EDV-System für die digitalen Rezeptverschreibungen allzuoft nicht funktioniert. Anstatt sich diesem Wahnsinn mit allen Mitteln zu widersetzen, wird in Südtirol ─ so wie bei der Schließung der Geburtenstationen ─ aber wieder einmal in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und auf Kosten der Patienten die Gesundheitsversorgung verschlechtert”, heißt es weiter.

“Die Unfähigkeit der Landesregierung, die tatenlos dabei zusieht, wie das Gesundheitswesen in Südtirol zu Tode verwaltet wird, ist schlechterdings unverantwortlich. Es darf daher nicht Wunder nehmen, dass immer weniger Jungärzte nach ihrem Studium nach Südtirol zurückkehren und immer mehr Patienten das Vertrauen in die Südtiroler Gesundheitsversorgung verlieren.” Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die zuständige Landesrätin Stocker daher auf, “Verantwortung für das Gesundheitswesen zu übernehmen und dafür Sorge zu tragen, dass die Versorgung der Patienten in Südtirol gewährleistet bleibt.”

Pöder: “Rationierung der Sabes-Verwaltung statt der Rezeptblöcke”

Als Farce gegen Hausärzte und Patienten wertet der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, die von Sabes-Generaldirektor Thomas Schael angeordnete Rationierung der Rezeptblöcke für Hausärzte. Andreas Pöder wittert darin eine Entmündigung von Hausärzten und Patienten.

“Es ist unglaublich, was sich der Generaldirektor beinahe täglich leistet. Schael hat den Hausärzten mitgeteilt, dass sie die Rezeptblöcke vorsichtig benutzen sollen, um Engpässen vorzubeugen,” so Andreas Pöder.

Wie bekannt wurde, habe die Rationierung der Rezeptblöcke auf fünf rote Blöcken pro Monat, um die Digitalisierung voranzutreiben, auch bei den Hausärzten für Unverständnis gesorgt.

“Die Rezeptblöcke werden für eine Vielzahl von Behandlungen eingesetzt. Was sollen die Hausärzte machen, wenn ein Block frühzeitig fertig ist? Den Patienten heimschicken, einfach nicht mehr behandeln und somit den Arzteid brechen? Thomas Schael soll seine Aussagen nochmals überdenken und sich dann äußern. Denn was der Herr Generaldirektor hier wieder abzieht, ist ein Schlag ins Gesicht aller Hausärzte und Patienten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die vollständige Digitalisierung und somit der digitale Rezeptblock nicht einwandfrei funktioniere. Ich bin ein Verfechter der Digitalisierung. Jedoch muss diese lückenlos funktionieren. Das kann in diesem Fall nicht gewährleistet werden. Die neue Verordnung zur Rationierung der Rezeptblöcke kann so nicht hingenommen werden können,” schließt Pöder die Aussendung der BürgerUnion.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen