Lebensmittel-Etikettierung

Schinken und Wurstwaren aus Schweinefleisch: Ja zur Herkunftsangabe

Sonntag, 11. Oktober 2020 | 08:16 Uhr

Bozen – Die Europäische Kommission hat keinen Einspruch gegen das von Italien geplante Dekret über die verpflichtende Herkunftsangabe bei verarbeitetem Schweinefleisch, wie Schinken und Wurstwaren, eingelegt. Anfang Juli ist die Frist für den Einspruch verfallen, ohne dass aus Brüssel ein Einspruch erfolgt wäre, sodass die neuen italienischen Bestimmungen als akzeptiert gelten. Darauf macht die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) aufmerksam.

Im Dezember 2019 hatte Italien mitgeteilt, im Sinne der EU-Verordnung 1169/11 im Versuchswege (bis 31.12.2021) die verpflichtenden Herkunftsangabe von Schweinefleisch als Zutat (z.B. in Wurstwaren, Aufschnitt, Fertiggerichten) einführen zu wollen.

Laut dem italienischen Landwirteverband „Coldiretti“ stammt bei drei von vier in Italien verkauften Schinken das Fleisch aus dem Ausland, vorwiegend aus großen Schlachthöfen aus Nordeuropa. Das zeigte sich, laut Coldiretti, auch jüngst beim Fall Thönnies, einem Fleischlieferant aus Nordrhein-Westfalen, der unter anderem nach Südtirol und Italien liefert, und der durch eine hohe Anzahl von positiv auf Covid-19 getesteten Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten war.

Was wird in Zukunft auf den Etiketten aufscheinen müssen?

Das Dekret über die Herkunft soll in Kürze im Amtsblatt veröffentlicht werden. Nach seinem Inkrafttreten müssen die Produzenten leserlich auf den Etiketten folgende Informationen angeben:

– Geburtsland: (Land in dem das Tier geboren wurde)
– Aufzuchtland: (Land in dem das Tier aufgezogen wurde)
– Schlachtland: (Land in dem das Tier geschlachtet wurde)

Wenn das Fleisch von Schweinen kommt, die im selben Land geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, kann die Herkunftsangabe als „Herkunft: (Land)“ angegeben werden.

Die Angabe „100 Prozent italienisches Produkt“ darf nur dann verwendet werden, wenn das Fleisch von Schweinen stammt, die in Italien geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, und die Verarbeitung in Italien erfolgt.

Wenn die Schweine in mehreren Staaten geboren, aufgezogen oder geschlachtet wurden, kann die Angabe als „Herkunft: EU“, „Herkunft: Nicht-EU“ bzw. Herkunft „EU und Nicht-EU“ angegeben werden.

„Dieses Dekret bringt mehr Transparenz, dadurch können Verbraucher und Verbraucherinnen bewusster entscheiden“ meint VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer. „Gerade bei Fleisch- und Wurstwaren, wo so viele Aspekte – wie z.B. Tiertransporte und Tierwohl – eine Rolle spielen, ist transparente Information entlang der Lieferkette ein langjähriges Anliegen der Konsumenten. Viele wünschen sich auch ein EU-weites Label zum Tierwohl, um auch diesen Aspekt in die Kaufentscheidung einfließen lassen zu können.“

Das Dekret, das von den Ministerien für Umwelt, für Gesundheit und für wirtschaftliche Entwicklung gezeichnet wird, ist Teil der Europäischen Strategie „From Farm to Fork“, die dem sogenannten „EU Green Deal“ zugehörig ist. Ziel dieser Strategie ist Nachhaltigkeit entlang der ganzen Lieferkette: von der Produktion über die Verteilung bis zum Verbrauch, mit gleichzeitiger Verringerung und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Schinken und Wurstwaren aus Schweinefleisch: Ja zur Herkunftsangabe"


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anonymous
anonymous
Universalgelehrter
20 Tage 1 h

Wieviel beim Obst ,Äpfel usw Pestizide gespritzt worden ist ,müsste auch angegeben werden;Der Verbraucher kann dann entscheiden was für die Gesundheit besser ist 

Superredner
20 Tage 47 Min

Volltreffer.

wellen
wellen
Universalgelehrter
20 Tage 1 h

Kein Fleisch essen! Mehr Gesundheit, keine Tierquälerei, keine Rodung von Regenwald- Sojakraftfutter, Gülle auf den Wiesen, Bauern die Sklaven der Schlachtfabriken sind, welche wiederum Milĺiarden scheffeln. …

oli.
oli.
Kinig
19 Tage 23 h

Kein Fleisch ist auch keine Lösung !!!

Es kommt immer darauf an woher es kommt , wer seinen Metzger kennt braucht kein schlechtes gewissen haben beim Essen.
Nur Vegan etc. ist keine Lösung .

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 18 h

@Oli.
Hoffentlich kommt das Fleisch nicht vom Metzger! Aus Ihrem Beitrag könnte man das schließen.

Alex_001
Alex_001
Neuling
18 Tage 2 h

@oli.
wos soll sel hoasn? koa tier will sterben egal wia schean sein lebm wor.. es isch oanfoch lei kronk wia dr mensch mit olle tiere heintzutog umgeat a ba ins in südtirol ischs nt bessr.. und jedr der fleisch bzw. tierische produkte kaft unterstüzt es leidn fa di tiere so oanfoch isches..

sophie
sophie
Superredner
20 Tage 1 h

Alle Lebensmittel müssen gekennzeichnet sein auf Inhaltstoffe, Herkunft, Farbmittel, Bindemittel, egal auf alle Inhaltsstoffe und das mindestens in 3/4 Sprachen und nicht nur Codex draufgeben, was keiner versteht

OrB
OrB
Universalgelehrter
20 Tage 57 Min

@sophie
Richtig und schön übersichtlich, dass alles sofort erkennbar ist.

Superredner
20 Tage 46 Min

Haribo Gummibärchen werden in Deutschland großgezogen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
19 Tage 23 h

@One
… nur deutsche Bio-Schweineschwarte !

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 18 h

@Sophie
Was sind dreiviertel Sprachen?

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 18 h

@One
Und wenn die groß sind, laufen die in den Dolomiten herum.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
19 Tage 17 h

@pfaelzerwald…gab es bei dir heute zum Mittagessen “Clown 🤡” ???

Einheimischer
Einheimischer
Tratscher
20 Tage 2 h

Da muss beim Speck dann Herkunftsland Holland stehen…

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 21 h

@einheimischer
Oder Dänemark

sophie
sophie
Superredner
19 Tage 20 h

Ja und, wo ist das Problem?? So muss es für die Endverbraucher sein

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
20 Tage 1 h

Mein Speck kommt von Schweinen mit Freilandhaltung von einem Bauern in….🤣 , habe auch länger suchen müssen

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 18 h

@
Wenn man viel Schweinefleisch isst, kriegt man Speck. (Auf die Rippen). Das ist dann “Mein Speck”

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
19 Tage 17 h

@pfaelzerwald…viel führt man auf dem Wagen…Bei 1,78 und 73 kg habe ich “mit Speck” kein Problem. Sprichst du aus eigener Erfahrung ???

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

@Ars..
wenn die Angaben so stimmen, dann Respekt! Gutes Verhältnis Grösse/Gewicht.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

@pfaelzerwald…als ehemaliger Leistungssportler neige ich Gott sei Dank weder zur Bequemlichkeit noch zu “Pölsterchen”.

Parteikartl
Parteikartl
Tratscher
20 Tage 1 h

Diese “Herkunfts-Etikettierung” möchte ich mal sehen wenn das Gute Ferkel in die Einzelteile zerlegt ist.
Solange es in “Hälften ankommt, ist die Herkunft schon heute gegeben, Land Schlachthof usw. ..
Das kann man sogar auf mancher geräucherten  “Speckschwarte noch nachvollziehen.

Reitiatz
Reitiatz
Superredner
20 Tage 56 Min

iatz gibs nor lei mea holländischn speck, oder insere speckhersteller kafn in italien s doppelt sou tuire fleisch in 🤔

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