Alpenverein für Erhalt des Schutzhüttencharakters

“Schutzhütte ist kein Berghotel”

Montag, 02. Dezember 2019 | 10:06 Uhr

Bozen – Jüngsten Medienberichten zufolge forderte die Fachgruppe „Schutzhütten Südtirol“ innerhalb des HGV auf ihrer Jahresversammlung eine bessere Erreichbarkeit der Hütten. „Eine angemessene Zufahrt würde die Bewirtschaftung um ein Vielfaches erleichtern“, wird der Gruppenvorsitzende Stefan Perathoner zitiert.

“Der Alpenverein Südtirol führt selbst Schutzhütten und weiß um die Schwierigkeiten bei der Belieferung der Schutzhütten und insbesondere beim Personalmanagement. Aber eine zusätzliche Erschließung der Schutzhütten durch Zufahrten kann und darf nicht die Lösung sein”, heißt es in einer Aussendung.

„Die Schutzhütte dient primär dem Schutz und der Versorgung der Bergsteiger. Wahr ist,“ sagt AVS-Präsident Georg Simeoni, „dass in den vergangenen Jahren die Ansprüche auf den Hütten gestiegen sind und somit die Versorgung sei es mit Lebensmitteln und vor allem auch mit Energie in den Fokus gerückt ist. Die Ansprüche wachsen aufseiten der Gäste und sind auch dem allgemeinen Trend hin zu mehr Komfort geschuldet.“

“Die weitere Erschließung von Schutzhütten durch Zufahrten ist für den Alpenverein eindeutig der falsche Weg. Denn eine Zufahrtsstraße schraubt die Ansprüche nur noch weiter in die Höhe und erhöht somit den Druck auf die alpine Umwelt. Von Hütten mit Zufahrt wird schon heute ein gewisser Standard bei Verpflegung, Unterkunft und auch im Service erwartet; der Gepäcktransport ist nur ein Faktor, der Transport der Gäste zur Hütte der nächste Schritt. Ganz abgesehen vom landschaftlichen Eingriff, den die Schaffung von Zufahrtswegen im Hochgebirge bedeutet“, so der Alpenvereinspräsident. „Vielversprechender sind hier die Materialseilbahnen. Der AVS setzt sich seit Jahren gemeinsam mit den Alpenvereinen im Club Arc Alpin dafür ein, Materialseilbahnen mit Werksverkehr für eingeschränkten Personentransport zu ermöglichen, indem er die Erarbeitung einer entsprechenden EU-Norm aktiv unterstützt“.

Entgegen der Forderung nach neuen Zufahrtswegen fordert Simeoni einen Schulterschluss aller Schutzhüttenbetreiber unter Einbeziehung des Tourismusmarketings: „Die Marke Schutzhütte muss wieder mehr für Einfachheit und Authentizität stehen und diese Marke gilt es zu stärken. Das Ziel kann es nicht sein, die Erwartungen und Standards hinsichtlich Beherbergung und Gastronomie vom Tal auf den Berg zu projizieren. Wenn wir uns gemeinsam gegen diesen Trend stellen, können wir unsere Gäste für das Thema Schutzhütte sensibilisieren und bessere Lösungen für gemeinsame Probleme finden. Denn die Schutzhütte sollte bleiben, was sie ihrer Definition nach ist: eine Hütte, die Bergsteiger verköstigt und beherbergt, und kein Berghotel.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

30 Kommentare auf "“Schutzhütte ist kein Berghotel”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Spartacus
Spartacus
Tratscher
8 Tage 6 h

Da kann man dem AVS und seinem Präsidenten Georg Simioni in jedem dieser Punkte nur Recht geben.

Staenkerer
8 Tage 46 Min

genau! wer a *** hotel suacht und nit zufuaß gien will, soll im tol bleibn!

josef.t
josef.t
Superredner
8 Tage 4 h

Schutzhütten sind kein Privatbesitz, deshalb kann ein
Pächter nur des machen, was “man” ihm erlaubt !
Die Zeiten ändern sich eben, früher war eine Schutzhütte
für Übernachtungen gedacht, heute kann es ein Familien-
Ausflug sein ? Deshalb kann man sich auch nach den 
Gästen richten?

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
8 Tage 3 h

josef t. sonst noch Wünsche ? Der AVS soll die Regeln vorgeben NICHT DIE GÄSTE !!! Es braucht keinen Luxus oder Gar Strom am Berg ausser für Licht und zum Kochen 🙁

nakedtruth
nakedtruth
Grünschnabel
8 Tage 3 h

Es stimmt, dass viele Schutzhütten durch Neuerschließung (Seilbahnen, Lifte, Schigebiete) nicht mehr den Zweck einer solchen erfüllen (z.B. Hirzerhütte, Schaubachhütte, Regensburger Hütte). Die meisten anderen gelten inzwischen als Tagesausflugsziel und Ort der Sommerfrische. Die wenigsten Schutzhütten erfüllen noch ihren ursprünglichen Zweck. Entsprechend hat man sich darauf eingestellt. Heutzutage versteht man auch unter “Alm” kaum mehr ein alpines Weidegebiet, sondern eine Jausenstation, ein Gasthaus oder einen Après-Ski-Club.
Schuld an allem ist nicht der Zeitgeist oder die Hoteliers, sondern der Tourismus und die Bedürfnisse der Ausflügler(massen).

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
8 Tage 1 h
Hallo @nakedtruth, trifft leider den Punkt, die Erwartungshaltung steigt und steigt. Bargeldloses Bezahlen wird erwartet, die Kinder wollen Pommes sonst sterben sie und der Hüttenbetreiber hat sich gefälligst auf 50 Lebensmittelunverträglichkeiten einzustellen. Und wehe es sind nicht 20 Kaffeevarianten im Angebot. Oder “Himmel Hilf”, kein Mobilfunk und kein WLAN! Hüttenbetreiber und Almpächter schauen auf ihre Kassa und müssen deswegen mitspielen. Halbwegs ursprünglich wird das Hütten-und Almleben bei Schlechtwetter oder zum spätestem Nachmittag nach Abzug der Tagesgäste. Oft hockt man dann mit in der Küche damit die Gaststube nicht geheizt werden muss und es wird lustig.. Almler und Hüttenbetreiber sind mir… Weiterlesen »
Staenkerer
7 Tage 21 h

@Andreas1234567 du hosch wort für wort rech, leider!
olmhüttenbetreiber de durch a autobohn erschlossn sein kennen oll den verlobgn firlefanz jo mitmochn wenn se welln, oberde SCHUTZ hüttenmüßen wirklich nit ollen komfort bieten, der nome sog wos se sein und wer SCHUTZ suacht isch mit dem wos se dort kriegn zufriedn, wettn?
mir müßn nir jeden schönen winkel opfern um es jeden verwöhntn touristn recht zu mochn, denen, de wegn insren landl kemmen, genügen de schutzhütten so wie se sein, sell bin i mir sicher!

Staenkerer
7 Tage 21 h

jo, klor, wellness hosch vergessn und damit es nit zu streng werd natürlich a autobohn bis zum höchstn schutzhaus, damit de gäste jo nit überanstrengt wern … gell?

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
7 Tage 19 h
Ja hoi @staenkerer, kennst dich halt aus, im Zieltal ist es arg, das Tragseil zur Zielalm ist 50 Jahre alt und dahinter steckt die Lodnerhütte, die karren ihr Zeugs von der Ziel mit Handtrecker von Ziel herauf auf die Lodnerhütte. Ich denk schon hier gehört die Seilbahn modernisiert und auch für Personentransport des Personals ertüchtigt. Hier muss das Land die Spendierhose anziehen.Die Fördereuros kullern auch wieder talwärts durch den Tourismus.. Die Hüttenwirte und Almler dort stemmen das nicht, gehen im Winter auf Weihnachtsmärkten und in Skigebieten schuften weil sie eben nicht das Geld in der Saison säckeweise scheffeln. Man könnte… Weiterlesen »
josef.t
josef.t
Superredner
6 Tage 5 h

Früher fuhr man auch mit der Kutsche
durchs Land, hier sind Einige scheinbar
auch heute noch so unterwegs ?
Nach so manchen Schreiber hier, kann
man den Eindruck nicht verkneifen, dass
sie von früher keine Ahnung haben ?

Ocha
Ocha
Neuling
8 Tage 5 h

Bedauerlich…nein traurig dass man Toursimusbetreibenden immer wieder sagen muß was und für was eine Schutzhütte da ist. Mit eurer Profitgier wollt ihr auch noch den letzten hochalpinen Quadratmeter erschließen um immer noch mehr Touristen ins Land zu holen. Schämt euch! Die Retourkutsche kommt bestimmt!

peterle
peterle
Universalgelehrter
8 Tage 5 h

Ist als Hotelier schwierig dem Gast mit einem no go entgegnen.

Cri
Cri
Grünschnabel
7 Tage 10 h

Ocha….leider hat die Medaille zwei Seiten…die Touristen und auch die Einheimischenwollen immer mehr Komfort,eine super Ausstattung,jeden Lucus auch in nur einer billigen Herberge…leider ist dieser Trend in den letzten Jahren stark spürbar…wenn man dann als Betreiber dem Gast nicht immer mehr und besseres bietet,bleibt man auf der Strecke..
Also bitte an die eigene Nase fassen und die Ansprùche etwas runter schrauben…jeder will nur mehr das beste…

wellen
wellen
Universalgelehrter
8 Tage 6 h

Der HGV muss sich Sorgen um sein Image machen: aus der Presse der letzten Zeit: Praktikantenausbeutung, immense Steuerhinterziehung von Hotelieren, gigantomanische Bauanträge auf der grünen Wiese, Kubaturschwindleien, unterbezahlte Mitarbeiter, Overtourismus, Naturzerstörung usw.usw. Besser die Finger von den Schutzhütten lassen.

Techno Guy
Techno Guy
Grünschnabel
7 Tage 22 h

AVS = Alles Verhindern Südtirol!

AVS ist einfach gegen ALLES! Gegen den Tourismus sowieso, gegen den Flugplatz natürlich auch, gegen den BBT, gegen die Skigebiete, gegen die E-Bikes und Mountain-Bikes, gegen Zufahrtswege …. einfach gegen ALLES!

Staenkerer
7 Tage 21 h

jo, jo, obtrogn de gipfl, auf an jedn a *****hotel baun mit ollen schikanen und a bequeme soalbohn maufi de 24 stund 7 tog de woch fohrt, mit großn parkplotz und autobohn dorthin, sell wars holt … gell

Reitiatz
Reitiatz
Tratscher
8 Tage 6 h

wenn miar a bier und epas zun essn kriag seinmr schun zufriedn😁

neidhassmissgunst
8 Tage 4 h

Das Schlimmste in Südtirol ist wenn irgend jemand die Frechheit haben sollte mit einer Unternehmung Geld zu verdienen. Schlimm, schlimm, schlimm…..
Nieder mit den neuen UaB-Betrieben, nieder mit den Weihnachtsmärkten, nieder mit den Berghotels und wieder zurück ins Mittelalter, eventuell die Hälfte des Einkommens den armen Arbeitnehmern zukommen lassen damit diese einen ihrer Urlaube finanzieren können. 

Staenkerer
7 Tage 21 h

jo, jo, mir lossn ins von de touristn es heft aus der hond nemmen und lossn sie übers lond regiern, weit weg sein mir eh nimmer! nor enden mir wie sylt oder venedig de die meisten einheimisch aufs festlond verdrängt hobn und sie lei mehr als orbeiterpendler “importiern” (versuachn boade verzweifelt zruggzuruder)!
wenn des de vielgepriesene anstrebenswerte neuerung und zukunft isch, nor orme jugend!

Savonarola
8 Tage 5 h

Autobahn zum Becherhaus und 4×4-Busse zum rifugio Roma??

Staenkerer
7 Tage 21 h

👍, 😃😄, oder elektrisch und selbsfohrende bitte busse, bitte 🤔….

falschauer
8 Tage 4 h

bereits das wort schutzhütte sagt aus, dass es sich hierbei um einen schutz, für jene handelt, welche im hochgebirge von einem gewitter oder wetterumsturz überrascht werden und dabei soll es auch bleiben, wäre ja noch schöner wenn auch diese ruheoasen entfremdet werden würden

Rider
Rider
Tratscher
8 Tage 6 h

Genau!!👍👍👍 und sollte den einheimischen vorbehalten sein ..

josef.t
josef.t
Superredner
7 Tage 21 h

Als Südtiroler noch auf die “Stille Hilfe” angewiesen waren,
hatten auch die Schutzhütten, fast nur Einheimische beherberg ?
Immer wieder das “Selbe”, bei Fortschritt, Wohlstand sind “Alle”
dabei, die Unannehmlichkeiten den anderen ?

Jaeger2
Jaeger2
Neuling
8 Tage 5 h

den wosz net passt der söll widfo oufliogn😤

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
8 Tage 2 h
Hallo nach Südtirol, eine vernünftige Seilbahnanbindung mit rechtlicher Absicherung für den Betrieb sollte jede Hütte schon haben. Man bekommt sonst kaum noch Personal, die würden zum Feierabend schon gern herunter. Für Hüttenbetreiber mit schulpflichtigen Kindern eine wesentliche Verbesserung. Bei medizinischen Notfällen und einer Wetterlage wo der Heli nicht aufsteigen kann hilft die Seilbahn auch weiter. Bergretter nutzen die Aufstiegshilfen übrigens gern um den Einsatzorten näher zu kommen. Eine schöne Lösung lässt sich in Pfelders bewundern, eine kleine moderne Seilbahn vom Dorf (1632 m) zur Schneidalm auf 2157 m. Nur für Werksbetrieb, Gäste werden freundlich auf den Wanderweg hingewiesen. Eine Hütte… Weiterlesen »
giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

schutzhütten mit zufahrt ,sollen als hotel deklariert werden und die gleiche steuer bezahlen

Grantelbart
Grantelbart
Superredner
8 Tage 3 h

In Zukunft wird man wohl in den Krater eines Vulkans springen müssen um dem Massentourismus zu entkommen.

MarkusKoell
MarkusKoell
Tratscher
7 Tage 23 h

AVS 👍😘 

Paula
Paula
Tratscher
7 Tage 9 h

Immer wieder – alle wollen back to the roots – aber keiner will auf Annehmlichkeiten verzichten.
Wenn ich Schutz brauche, finde ich gut, dass es Schutzhütten gibt. Suche ich Entspannung, Spa, 5-Gänge-Menü, Seilbahn mit A…Heizung usw. bin ich hier fehl am Platz. Und werde es auch hoffentlich bleiben.
Lieber ASV – nicht nachgeben!

wpDiscuz